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Mönchengladbach: Quartier B. Kühlen im Zeitplan

Nach der erfolgten Grundsteinlegung im Februar wird bereits drei Monate später auf dem Gelände der ehemaligen Druckerei Kühlen an der Neuhofstraße Richtfest gefeiert. Die Bauarbeiten des zukünftigen Quartier B. Kühlen liegen somit voll im Zeitplan. Innerhalb des letzten Quartals 2015 werden bereits die ersten Nutzer in das viergeschossige Gebäude mit ca. 5.000 m² Bürofläche sowie mit Tiefgarage für 145 PKW einziehen. Investor Stefan Hamacher wird zirka die Hälfte der Fläche mit 150 Mitarbeitern seiner Firma Media Central, derzeit noch an der Schwalmstraße in Rheydt, hinter der historischen Backsteinfassade belegen.

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Einige Reservierungen für die weiteren 15 Büroeinheiten von ca. 110 m² bis ca. 2.300 m² liegen den mit der Vermietung beauftragten Unternehmen Bienen & Partner Immobilien und Frank Mund Immobilienberatung bereits vor. „Der Bürostandort wird aufgrund seiner einmaligen Architektur, die Altes mit Neuem verbindet, der Lage mit Nähe zur Innenstadt und zur Autobahn sowie wegen der technisch hochwertigen Ausstattung ein Highlight in unserer Stadt bilden und zeitnah nach Fertigstellung vermietet sein“, ist Norbert Bienen zuversichtlich.



Nach der Errichtung des Bürogebäudes wird das Areal sukzessive zum Quartier weiterentwickelt: Hamacher plant im Bereich zur Neuhofstraße einen Gastronomiebetrieb mit Außenterrasse und in einem zweiten Bauabschnitt entstehen zur Schwogenstraße hin 80 bis 100 Woh-nungen mit 100 weiteren Tiefgaragen-Stellplätzen. Die Umnutzung des ehemaligen Verlagshauses zu einem Quartier, das Arbeiten, Wohnen und Leben verbindet wird nach der endgültigen Fertigstellung vollständig abgeschlossen sein.

Innenstadt soll attraktiver werden
Aber auch an anderer Stelle tut sich einiges in der Stadt. Die Verwaltung hat einen ersten Entwurf zum Rahmenplan Abteiberg erarbeitet, um einen kreativen Diskussionsprozess in Gang zu setzen. Ziel ist, das Stadtbild aufzuwerten und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.

Der historische Stadtkern von Mönchengladbach hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die mal mehr, mal weniger gut in Szene gesetzt sind. Dazu zählen das Gladbacher Münster, das Rathaus Abtei, die Citykirche, der Alte Markt und Teile der Altstadt. Doch nicht in jedem Fall ist der Blick frei auf die baulichen Schätze, die die Vitusstadt zu bieten hat. So versperren zum Beispiel großformatige Werbetafeln entlang der Hittastraße den Blick auf das Abteiberg-Panorama, während eine Flut an Straßen- und Werbeschildern den Blick vom Alten Markt auf das historische St. Vith versperren. Eingeschossige Nachkriegsbauten am Alten Markt wirken wie Zahnlücken und lassen das historische Ambiente kaum erahnen. Das soll sich in Zukunft ändern, geht es nach dem von den Stadtplanern im Auftrag des Rates erarbeiteten Rahmenplan Abteiberg, der nicht nur den Stadtkern innerhalb der historischen Stadtmauer, sondern auch angrenzende Bereiche darüber hinaus unter die Lupe nimmt, um neue Impulse für die zukünftige Stadtentwicklung zu geben.

Die Ziele: Einkaufen, Wohnen, Kultur, Verkehr und Erholung nicht mehr isoliert, sondern als Ganzes betrachten und miteinander verbinden, Freiräume und Pano-ramen öffnen und erlebbar machen, Barrieren beseitigen und vor allem Bezüge zur Geschichte der Stadt sichtbar werden lassen. „Der Rahmenplan bietet der Stadt sowie privaten Investoren und Architekten die Gelegenheit, den Innenstadtbereich einmal als Ganzes und nicht als Flickenteppich, den es an der einen oder anderen Stelle zu reparieren gilt, zu betrachten“, erläutern Sebastian Lieser und Taco de Marie vom städtischen Fachbereich Stadtentwicklung und Planung ihre Philosophie des Leitbildes, das am Ende eines längeren Planungsprozesses herauskommen soll. „Auch wenn wir erst am Anfang eines längeren Prozesses stehen, hat die Stadt mit dem Rahmenplan, der zunächst nur im Entwurf vorliegt und gemeinsam mit der Politik weiter zu entwickeln ist, eine große Chance, den Innenstadtkern von Mönchengladbach deutlich aufzuwerten und ihm eine ganz besondere Identität zu verleihen. Wir haben in dem nun vorliegenden Rahmenplan aufgezeigt, in welche Richtung sich die Stadt entwickeln könnte“, so Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. „Es muss irgendwann einen politischen Beschluss für den gemeinsam zu erarbeitenden Rahmenplan geben, der als Leitbild für Investoren und Architektenschaft dienen soll. Der nun vorliegende Zwischenbericht zum Rahmenplan ist ein erster Impuls in diese Richtung“, ergänzt der Verwaltungschef. In die Politik eingebracht wird der Rahmenplan in der Sitzung der Bezirksvertretung Nord am Mittwoch, 20. Mai, und am 2. Juni im Planungs- und Bauausschuss.

Die städtischen Stadtentwickler und Freiraumplaner haben derweil nicht bei Null angefangen, sondern auf Handlungsempfehlungen des „Masterplans Innenstadt“ und des noch jungen Masterplans MG 3.0 zurückgegriffen, aber auch völlig neue Ideen zur weiteren städtebaulichen Entwicklung des Abteibergs entwickelt. Beispiel Alter Markt: Historischen Fotos und Stadtplänen folgend könnte die derzeitige Freifläche zwischen dem historischen Gasthaus St. Vith und der Bebauung in der Hindenburgstraße, die sich in städtischer Hand befindet, nach dem Vorbild anderer Städte wie Münster durch Neubauten mit historisierenden Fassaden gefüllt werden. „Die Rekonstruktion historischer Gebäuden zusammen mit Neubauten, die die historische Struktur aufnehmen und modern interpretieren,führt zu einem ansprechenden Gesamtensemble, das an die Wurzeln der Stadtgeschichte erinnert“, so Sebastian Lieser. Gleiches gilt für die neue Markthalle auf dem Kapuzinerplatz, die derzeit im Rahmen der Masterplan-Diskussion eine Rolle spielt. „Denkbar wäre aber auch die Fortsetzung der Häuserzeile vom Alten Markt aus in Richtung Kapuzinerplatz. Dieser Bereich war früher einmal bebaut“, ergänzt Taco de Marie.

Der Rahmenplan umfasst den Bereich um das Museum, Boellingplatz, Geroweiher, Sonnenhausplatz, Lüpertzender Straße, Stepgesstraße und Berliner Platz sowie darüber hinaus bis zur Aachener-, Viersener- und Fliethstraße. Der Altstadt-Bereich innerhalb der historischen Stadtmauer, der Hans Jonas-Park und das Gladbachtal zu Füßen des Abteibergs bilden die drei Handlungsschwerpunkte des Rahmenplans. Darüberhinaus werden anliegende Bereiche wie beispielsweise die Flächen, auf denen sich heute noch das Krankenhaus Maria Hilf und das bereits aufgegebene alte Finanzamt im Gründerzeitviertel befinden, betrachtet. Die Altstadt ist der Bereich innerhalb der historischen Stadtmauer. Ihr kommt als der Kern der Innenstadt und als Gastronomiebereich eine besondere Bedeutung zu. Hier sollen Bezüge zur Geschichte der Stadt wieder sichtbar gemacht werden. Die historischen kleinteiligen Strukturen sollen wiederhergestellt und ergänzt werden. Durch einheitliche Gestaltung des Altstadtbereiches (Altstadtpflaster, Altstadtlaternen, etc.) kann die Marke „Altstadt“ wieder positiv wahrnehmbar werden. Das Stadtbild soll aufgewertet werden, beispielsweise durch eine Gestaltungssatzung, die Vorgaben zu Materialien, zur Kleinteiligkeit oder zu stehenden Fensterformaten macht, durch eine Werbeanlagensatzung oder ein Lichtkonzept, das die wichtigen Platzräume immateriell verbindet. Insbesondere die prägende Stadtsilhouette mit dem Münster, der Citykirche und dem Museum Abteiberg soll so inszeniert werden.

Einzelne Bausteine sind neben dem Alten Markt auch der Altstadtrundweg, der entlang der Stadtmauer historische Bezüge sichtbar werden lässt, der Sonnenberg und die Hindenburgstraße, von der eine direkte Verbindung zum Museum Abteiberg entstehen soll. Während viele Ideen im Rahmenplan von der Umsetzung her als langfristig und mittelfristig eingestuft sind, nehmen andere bereits konkrete Gestalt an. Beispiel Hans Jonas-Park: Die im Rahmenplan vorgesehene direkte Wegeverbindung zwischen Geropark, der in der Verlängerung des Weihers für das Gladbachtal eine besondere Rolle einnimmt, dem Hans Jonas-Park und dem geplanten Cityplatz vor dem Einkaufszentrum Minto wird als eine der ersten Maßnahmen zusammen mit der Platzgestaltung realisiert. Ähnlich konkrete Pläne gibt es für den Lückenschluss im Bereich der vom Verkehr bereits abgebundenen Stepgesstraße am Berliner Platz. Hier könnte später einmal ein mehrgeschossiges Gebäude die Quartierskante schließen und neue städtebauliche Elemente setzen.

„Es geht am Ende immer um die Frage von Qualität. Wir müssen die vorhandenen Potenziale nutzen und auch Privatleute dazu animieren, sich an dem Prozess zu beteiligen, die Stadt positiv nach vorne zu bringen“, so Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. „Mit der nun vorliegenden Diskussionsgrundlage soll zudem ein Prozess der Städtebauförderung nach Rheydter Muster in Gang gesetzt werden“, hebt Stadtplaner Sebastian Lieser hervor. „Letztendlich geht es darum, verborgene Schätze wieder wach zu küssen“, ergänzt Taco de Marie.