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Mittel- und Osteuropa im Visier des Mittelstands

Weil die deutsche Binnennachfrage stottert, sucht der deutsche Mittelstand sein Glück zunehmend im Ausland. Im Visier haben die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) insbesondere Mittel- und Osteuropa wie die aktuelle Studie "Globalisierung des Mittelstandes - Chancen und Risiken" der KfW Bankengruppe und des Verbands der Vereine Creditreform ergeben hat.

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"Für die deutschen Mittelständler rangiert Mittel- und Osteuropa klar vor Asien sowohl beim Export als auch bei den Direktinvestitionen", erklärt Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW).

Fast ein Viertel der KMU ist mittlerweile im Exportgeschäft aktiv. Das Auslandsgeschäft trägt der Studie zufolge durchschnittlich 17 Prozent zum Gesamtumsatz der Mittelständler bei. Die deutschen KMU mischen im europäischen Vergleich sogar überdurchschnittlich stark im Ausland mit. Der Mittelstand scheint sich auf die einst gefürchtete Globalisierung eingestellt zu haben. "Der Mittelstand in Deutschland hat die Chancen und Risiken der Globalisierung erkannt. Wenn es gelingt, dass wir unsere bisherige Marktführerschaft in vielen Zukunftstechnologien behaupten und weiter ausbauen, z.B. bei den regenerativen Energien, dann gehören wir zweifellos zu den Gewinnern", meint Ohoven.

Dabei scheinen die KMU bei ihren Auslandsengagements gar nicht einmal nur auf Lohnkostenvorteile oder Subventionen zu schielen. "Wesentliche Investitionsmotive sind laut unserer Befragung die Erschließung neuer und die Sicherung bestehender
Märkte", sagte Helmut Rödl, Vorstandsmitglied des Verbands der Vereine Creditreform. Ähnlich sieht das auch Ohoven: "Das Hauptmotiv der Mittelständler ist eindeutig die Erschließung neuer Wachstumsmärkte, ohne aber dabei den Heimatmarkt zu vernachlässigen." Unter dem Auslandsengagement leidet die Investitionstätigkeit in Deutschland laut Ohoven jedenfalls nicht. Vielmehr würden dadurch hierzulande zehntausende Jobs gesichert, so Ohoven.

Aus diesem Grund stellt sich auch die deutsche Politik hinter den exportfreudigen Mittelstand. "Die Bundesregierung unterstützt nachdrücklich das Auslandsengagement des Mittelstands", sagte Hartmut Schauerte, Parlamentarischer Staatssekretär beim
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. In der laufenden Legislaturperiode soll ein besonderes Augenmerk auf den auslandsorientierten Mittelständlern liegen. "Die Kompromissversion der EU-Dienstleistungsrichtlinie erleichtert den Marktzugang im Binnenmarkt gerade auch für mittelständische Unternehmen", so Ohoven gegenüber pressetext. "Darüber hinaus kann und muss die Politik durch Bürokratieabbau und steuerliche Harmonisierung Handelshürden und Wettbewerbshindernisse beseitigen", fordert Ohoven.


Fotos links:
Hans W. Reich, Vorstandssprecher der KfW
Frankfurter Sitz der KfW