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Miese Zahlen vor möglichem IPO: HRE-Nachfolgerin droht Forderungsausfall

Gute und schlechte Nachrichten für die ehemalige Hypo Real Estate (HRE): Einerseits kommt die HRE-Nachfolgerin, die Deutsche Pfandbriefbank (pbb), mit den Verkaufsbemühungen für ihr als nachhaltig angesehenes Kerngeschäft gut voran. Gleichzeitig droht ihr aber als Gläubigerin der früheren Hypo Alpe Adria, die jetzt Heta Asset Resolution heißt, ein massiver Forderungsausfall. Der Gewinn der pbb ist deswegen stark eingebrochen, obwohl das operative Geschäft wieder gut läuft.

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Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) hatte vergangene Woche einen Schuldenmoratorium für Anleihen der Hypo-Alpe-Adria-Nachfolgerin verhängt, nachdem dort ein weiteres Finanzloch aufgetaucht war. Die Heta Asset Resolution schuldet der pbb eine Summe von nominal 395 Millionen Euro, wird aber die ausgegebene Anleihen bis auf Weiteres nicht zurückzahlen und keine Zinsen ausschütten. Im Extremfall droht eine Schuldenschnitt. Eine bestehende Ausfallbürgschaft des Bundeslands Kärnten würde nicht greifen, das diese nicht zur Deckung ausstehender Öffentlicher Pfandbriefe verwendet werden darf.

Bislang war es vor allem die Bayerische Landesbank, die unter dem österreichischen Rückzahlungsstopp leidet. Nun hat es also auch die pbb erwischt: Das Ergebnis vor Steuern schrumpfte von 165 Millionen Euro auf 54 Millionen Euro. Grund war eine Wertkorrektur von 120 Millionen Euro, mit der das Moratorium der Österreicher in der pbb-Bilanz abgebildet wurde. Die Wertberichtigung war bereits vergangene Woche bekannt gegeben worden, ohne dass dabei jedoch Details zum Geschäftsverlauf genannt worden wären. Ohne diese außerordentliche Belastung hätte der Vorsteuergewinn laut pbb rund 174 Millionen Euro betragen.

Gemäß EU-Auflagen muss die pbb mit ihrer Bilanzsumme von 75,5 Milliarden bis zum Jahresende verkauft werden. Alternativ wäre ein Börsengang möglich. Wie Co-Vorstandschef Andreas Arndt am Montag in München erklärte, seien seit Beginn des Bieterverfahrens im Februar eine Reihe von Interessenbekundungen mehrerer Investoren eingegangen. Es stehe aber noch nicht fest, welche Privatisierungslösung letztlich zum Einsatz komme. Man wolle das beste Ergebnis für den Bund und damit für die Steuerzahler erreichen, sagte Arndt. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die neue Entwicklung rund um die Heta-Anleihen den Verkaufsprozess verzögern oder erschweren könnte.

Für das Jahr 2015 strebt die pbb eine leichte Steigerung des Neugeschäftsvolumens gegenüber dem Jahr 2014 an. Der Großteil des Neugeschäfts (einschließlich Prolongationen um mehr als ein Jahr) entfiel mit 9,0 Mrd. Euro (2013: 7,0 Mrd. Euro) auf die gewerbliche Immobilienfinanzierung; die öffentliche Investitionsfinanzierung war mit 1,2 Mrd. Euro stabil (2013: 1,2 Mrd. Euro). Erneut war Deutschland, wo die Bank 46% ihres Neugeschäfts tätigte, der wichtigste Markt in der Immobilienfinanzierung. Es folgten Frankreich (19%), Großbritannien (15%), die Länder Mittel- und Osteuropas (8%) und die nordischen Länder (7%). Das Risiko-Ertrags-Profil für neue Engagements ist weiterhin solide: Der durchschnittliche Beleihungsauslauf für neue Engagements lag mit 64% leicht über dem Vorjahreswert (2013: 61%), im gesamten Immobilienfinanzierungsportfolio ist der durchschnittliche Beleihungsauslauf leicht gesunken und liegt bei 62% (2013: 64%).

Im zweiten Geschäftsfeld Öffentliche Investitionsfinanzierung wurde überwiegend in Frankreich (44%) und Deutschland (43%) Neugeschäft getätigt, gefolgt von den nordischen Ländern (7%).