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Neue Türme an der Mediaspree: Nicht breit, aber hoch

Siegerentwurf (1 / 2)

In Treptow droht neuer Zwist: Die Agromex GmbH & Co. KG hat ihre Pläne für den Bau von Wohnungen sowie einem Hotel am Mittwochabend erstmals im Stadtentwicklungsausschuss des Bezirks der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei geht es vor allem um das südöstliche Zipfel des Mediaspree-Projekts. Anwohner befürchten bereits jetzt weitere Mietsteigerungen, den Verlust der Wohnqualität sowie einen versperrten Blick auf die Spree.

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Pysall Architekten
Berlin
Mediaspree

Der Investor hat einen Architekturwettbewerb durchgeführt und jetzt den Siegerentwurf für eine entsprechende Bebauung auf dem 7.000 m² großen Grundstück an der Fanny-Zobel-Straße vorgestellt. Bereits im Vorfeld der offiziellen Bekanntgabe wurde um die Wogen zu glätten, stets betont, dass voraussichtlich ein großer Teil der Grundstücksfläche unbebaut bleiben wird. Mit dem jetzt vorgestellten Siegerentwurf des Berliner Büros Pysall Architekten, der auch umgesetzt werden soll, werden ca. 80 Prozent unbebaut bleiben. Der Bebauungsplan erlaube allerdings drei bis zu 19-Geschosse hohe Gebäude.

Der ursprüngliche Masterplan für das Grundstück, der auch Grundlage für die vorhandenen Gebäude des Quartiers vom Treptower bis zum TwinTower-Komplex war, sah eine vollständige Bebauung des rückwärtigen Flurstücks 97 mit einem Wohnblock sowie eine Verdreifachung der TwinTowers vor, d.h. insgesamt sechs gleichartige Baukörper auf dem Flurstück 118 entlang des Spreeufers. Entsprechend dieser Maßgabe wäre eine riegelartige Bebauung in den unteren Etagen entstanden, die abgesehen von zwei schmalen Durchstichen den Bewohnern der dahinter liegenden Wohnbebauung jeglichen Spreeblick nehmen würde. Dieses Problem löst auch der bestehende B-Plan-Entwurf nicht auf, der drei, über Querriegel miteinander verbundene, gleich hohe Türme sowie eine Überbauung der Fanny-Zobel-Straße und eine zweigeschossige Bebauung des rückwärtigen Flurstücks 97 vorsieht.

Das Rennen hat jetzt eine etwas schlankere, wenn auch deutlich höhere Bebauung gemacht, was für Unmut bei den Anwohnern sorgt. Es werden drei Punkthochhäuser mit Höhen von 63,5 bis 110 Metern mit insgesamt rund 200 Wohneinheiten und einer durchschnittlichen Wohnflächen von 65 bis 135 m² entstehen. Alle drei Neubauten seien so ausgerichtet, dass ihr Schattenschlag auf die Spree fällt und die Nachbarbebauung somit nicht beeinträchtigt. Laut der Pläne bildet das Zentrum des Quartiers ein Bürgerpark mit rund 3.000 m² Grün- und Spielfläche. Er überdeckt die geplanten Ladeneinheiten, die für eine belebende Nutzungsmischung des Quartiers sorgen, so der Investor. Eine Tiefgarage mit 300 Fahrrad- und 400 PKW-Stellplätzen soll zudem zur Entlastung für die ohnehin angespannte Parksituation sorgen. Außerdem sei der Bürgerpark über großzügige Durchwegungen direkt mit dem Spreeuferweg verbunden, der unter Inanspruchnahme des Grundstücks von 6,0 auf 10,5 Meter verbreitert wird.

Ergänzt werden die Wohntürme durch einen Hotelneubau, der insgesamt eine Geschossfläche von rund 12.000 m² sowie rund 200 Zimmer umfasst. Freistehend, jedoch typologisch durch seine Höhe mit den TwinTowers vernetzt, kommen dem Hotelneubau mit einer Höhe von 63,5 Metern durch Spree und Bürgerpark vielfältige Außenraumqualitäten zugute. Die Fassade ist mit variierenden opaken und transparenten Flächen mit einer dezenten Farbigkeit geplant, sodass dem Gebäude die Monotonie der typischen Lochfassaden von Hotelzimmern genommen wird.

Grundsätzlich herrschte zwar ein gewisser Konsens, dass die neue Variante besser sei, als die alte, dennoch sei die Höhe aufgrund der geringen Entfernung zu Nachbarbebauung „eine Zumutung“. Die Anwohnerinitiative kündigte daher bereits an, eine Klage gegen die Türme zu prüfen. Bezüglich der Mietpreise kommentierte Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD), dass die Anwohner perspektivisch bereit sein müssen, zehn bis zwölf Euro/m² zu zahlen. Der Mietpreisanstieg stehe nicht in Zusammenhang mit dem Projekt, sondern eher mit der Top-Lage. Dies könnte nur durch die Schaffung von alternativen Flächen in anderen Teilen des Bezirks gelöst werden.




Fotos: Pysall Architekten

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