Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Markenname Praktiker wird verkauft

Der Markenname Praktiker könnte auch nach der Abwicklung der Baumarkt-Kette weiterleben, denn jüngst startete Christopher Seagon, Insolvenzverwalter der operativen Gesellschaften aus dem Praktiker Konzern, den Verkaufsprozess für die Marke Praktiker sowie 15 Eigenmarken wie Faust, Fleurelle und Homefit inklusive der dazugehörigen Internetdomains. Die Marken stammen aus den typischen Baumarktsortimenten wie Werkzeuge, Eisenwaren, Baustoffe oder Garten. Auch verschiedene Wort-Bild-Marken gehören zum Portfolio.

.
Wir informieren Sie per
E-Mail sobald es Neuigkeiten zu Ihrem Thema gibt.
Praktiker
Christopher Seagon
Insolvenz

„Nachdem klar war, dass kein Investor Praktiker als Ganzes übernehmen wird, äußerten viele Marktteilnehmer ihr Interesse an den Marken“, sagt Seagon. Er beauftragte das Beratungsunternehmen Allert & Co. mit dem Verkauf der Marken. Gemeinsam identifizierte man verschiedene potenzielle Interessenten zum Beispiel aus den Bereichen Do -It-Yourself, Online-Handel und stationärem Retail oder auch von Inhabern vergleichbarer Marken.

Seagon sieht trotz Schließung der Inlandsmärkte für die Marke und die Eigenmarken gute Chancen. „Der Markenwert ist nicht zwangsläufig an das Unternehmen gekoppelt. Das zeigen Beispiele wie Dual, Quelle oder Rollei“, erläutert Seagon. Diese Unternehmen wurden ebenfalls in der Insolvenz liquidiert. Plattenspieler, Küchen oder Fotoapparate unter diesem Markennamen aber haben sich erfolgreich am Markt behauptet. Auch als Baumarkt existiert Praktiker weiter. So fand Seagon bereits in sechs europäischen Ländern jeweils unterschiedliche Investoren für die jeweiligen Auslandsgesellschaften von Praktiker, die die Baumärkte dort unter der Marke Praktiker weiter führen. Dazu gehören unter anderem, Griechenland [Fairfax übernimmt Praktiker Griechenland], Ukraine [Praktiker Ukraine verkauft], Bulgarien [Praktiker verkauft bulgarische Landesgesellschaften], Rumänien [Praktiker Rumänien verkauft] und Polen [Insolvenzverwalter verkauft Praktiker-Gesellschaft in Polen].

Am 11. Juli 2013 hatten die Geschäftsführungen der operativen Praktiker-Konzerngesellschaften mit Sitz in Hamburg beim zuständigen Amtsgericht in Hamburg Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt [UPDATE: Praktiker reicht Insolvenzantrag für acht Teilgesellschaften ein]. Das Amtsgericht hatte daraufhin Rechtsanwalt Christopher Seagon für diese Gesellschaften mit insgesamt etwa 7.600 Beschäftigten (inkl. 2.400 geringfügig Beschäftigte) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt [Vorläufiger Insolvenzverwalter für Praktiker AG bestellt]. Seagon führte die Gesellschaften seit Insolvenzantrag fort und konnte ebenfalls die Finanzierung für die weitere Warenbestellung sichern. Nachdem kein Investor Interesse an einer Übernahme der Baumärkte unter der Marke Praktiker hatte, leitete Seagon den Abverkauf an den Standorten ein, um die leeren Märkte für einen größeren Kreis an Investoren interessant zu machen.

Von den ehemals 230 Praktiker Märkten, die Seagon verwaltet, sind bislang etwa 120 Märkte durch Wettbewerber übernommen worden. Segon rechnet damit, dass bis zur Sommerpause insgesamt etwa 150 Märkte auf Baumarktwettbewerber übergegangen sein werden. An den übrigen Standorten gibt es viele unterschiedliche Retailkonzepte, die Raumnachfolger dort umsetzten. Insgesamt, so Seagon, sei die Situation auch was die Beschäftigung der ehemaligen Praktikermitarbeiter anbetrifft aufgrund der hohen Standortnachfrage aber erfreulich.