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M.M.Warburg & CO rechnet mit G-REIT-Einführung in 2007

Die Einführung von REITs (Real Estate Investment Trusts) auch in der Bundesrepublik ist nach Ansicht der Privatbank M.M.Warburg & CO schon im nächsten Jahr möglich. Die bisher bekannten Punkte aus dem Entwurf des Bundesfinanzministeriums ließen einen nachhaltigen Erfolg der neuen Asset-Klasse erwarten, heißt es in der jüngsten Studie der Abteilung Aktien Research Deutschland der Hamburger Bank. Die Unternehmen könnten durch eine Ausgliederung ihres Immobilienvermögens enorme stille Reserven heben und die Renditen verbessern. Für eine zügige Einführung eines so genannten G-REITs (German REIT) gibt es nach Beobachtungen der Bank eine breite politische Mehrheit.

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Nach Ansicht der Analysten sollten sich Unternehmen idealerweise auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und eine zu hohe Kapitalbindung in Immobilienvermögen vermeiden. So ließen sich Kapitalrenditen und Bilanzrelationen teilweise erheblich verbessern. Bei den REITs, die in anderen Industriestaaten schon länger existieren, handelt es sich um unternehmerisch tätige Immobiliengesellschaften, die auf Gesellschaftsebene von der Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit sind, sofern sie unter anderem ihre Erträge im Wesentlichen an ihre Anleger ausschütten. In seiner Grundstruktur soll sich der G-Reit nach Informationen der Bank nicht wesentlich von den bewährten Modellen anderer Industrieländer unterscheiden. Ausgestaltet sei der Entwurf nach dem so genannten „Dividendenmodell“, das als sehr pragmatisch gilt. Zu den wesentlichen Merkmalen des G-REIT zählten laut Entwurf die zwingende Börsennotiz, der Fokus auf Immobilieninvestments und die steuerliche Privilegierung der REITs, sofern bestimmte Kriterien erfüllt werden.

Nach Berechnungen der Analysten liegt das Immobilienvermögen der DAX 30-Unternehmen mit mindestens 167 Milliarden Euro bei rund 24 Prozent der Marktkapitalisierung. Der Vergleich mit anderen Industrieländern zeige, dass beispielsweise in den USA nur 25 Prozent der Unternehmen ihre Immobilien selbst besitzen. In Großbritannien liege diese Quote bei 54 Prozent, in Deutschland bei 73 Prozent. „Hierin ist ein erhebliches Kapital gebunden, das unserer Einschätzung nach vielfach besser im Kerngeschäft eingesetzt wäre“, heißt es in der Studie. Der oft erhebliche Immobilienbesitz sei teilweise nicht betriebsnotwendig (zum Beispiel Wohnungen). Aber selbst betriebsnotwendige Immobilien könnten verkauft und wieder zurückgeleast werden.

Zur aktuellen Diskussion um den Gesetzentwurf des Finanzministeriums heißt es, der deutsche Immobilienmarkt sei längst in Bewegung und REITs eröffneten gerade kommunalen Wohnungseigentümern neue Optionen zum Verkauf ihre Wohnungsbestände. Denkbar wäre beispielsweise, dass Kommunen einen Anteil an REITs behalten, um hierüber ihren Einfluss auf die örtliche Wohnungswirtschaft zu sichern.