Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Logistikmarkt Deutschland

Flächenumsatz zum vierten Mal in Folge gestiegen

Im ersten Halbjahr 2016 wurde bundesweit ein Lager- und Logistikflächenumsatz von rund 3,23 Mio. m² registriert. Damit konnte bereits das vierte Jahr in Folge ein Anstieg des Flächenumsatzes verzeichnet werden. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

.

„Und auch die bisherige beste Zwischenbilanz zum Halbjahr, 3,37 Mio. m² aus dem 1. Halbjahr 2011, wurde nur um rund 4 % verfehlt„, sagt Christopher Raabe, Head of Industrial Letting der BNP Paribas Real Estate GmbH. „Der langjährige Durchschnitt wurde um mehr als ein Viertel übertroffen. Dass trotz der insgesamt relativ begrenzten Angebotsseite ein doch so gutes Ergebnis erzielt werden konnte, ist nicht zuletzt auf Eigennutzer zurückzuführen, die ihren Flächenbedarf im Rahmen von Built-to-suit-Lösungen gedeckt haben. Hierzu zählt unter anderem der rund 95.000 m² große Neubau der Adam Opel AG in Bochum.“

Die sieben wichtigsten Logistikmärkte (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München) verzeichnen im Vorjahresvergleich ein Umsatzplus von rund 7 % auf 1,18 Mio. m². Dahinter verbergen sich jedoch unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Märkten. So konnten nur drei Standorte Zuwächse verzeichnen, die jedoch zum Teil recht deutlich ausgefallen sind und die vergleichsweise geringeren Umsatzrückgänge in anderen Märkten damit mehr als wettmachen konnten. Zu den absoluten Gewinnern des ersten Halbjahres zählt der Frankfurter Markt mit insgesamt 354.000 m² und einer Steigerung um fast 48 %. Hier spiegelt sich auch die Großanmietung des Unternehmens Action über 83.000 m² in Biblis wider. Auf Platz zwei liegt Hamburg mit rund 255.000 m² und einem Rückgang um fast 8 %, gefolgt von Berlin mit rund 165.000 m² und einem Plus von 9 %. Leipzig profitiert wie auch Frankfurt erheblich von Großabschlüssen und landet mit rund 145.000 m² auf Rang vier (+34 %). Die 100.000-m²-Schwelle kann auch noch in München mit rund 106.000 m² passiert werden (-2 %). Düsseldorf verfehlt sie mit 94.000 m² (-35 %) ebenso wie Köln mit gerade einmal 59.000 m² (-18 %).

Mehr Umsatz außerhalb der großen Standorte
Außerhalb der Ballungsräume hat der Flächenumsatz um rund 13 % auf circa 2,05 Mio. m² zugelegt. Noch nie wurde zum Halbjahr ein höherer Umsatz außerhalb der großen Standorte registriert. Begünstigt wurde er von einer Reihe von Großverträgen wie der Erweiterung des MAN-Logistikzentrums in Salzgitter um über 60.000 m² oder der Anmietung von der DeLaval Services GmbH in Gallin über 57.000 m². Neben dem Ruhrgebiet (378.000 m²) verzeichnen darüber hinaus auch unter anderem die Logistikregionen Hannover/Braunschweig (139.000 m²) und Münster/Osnabrück (117.000 m²) sehr gute Ergebnisse.

Fast Drei Viertel des Umsatzes in Neubauten
Aufgrund des nur geringen Flächenangebots im Bestand, insbesondere mit Blick auf größere zusammenhängende Flächen ab 5.000 m², sind immer mehr Nutzer auf Neubaulösungen angewiesen, um ihrem Flächenbedarf gerecht zu werden. Dies spiegelt sich auch in dem seit mehreren Jahren steigenden Neubauanteil wider. Zur Jahresmitte liegt er bei 73 %, was nicht verwundert, entfallen doch neun der zehn größten Abschlüsse auf Neubauten. Zudem bauen auch immer mehr Unternehmen aufgrund der anhaltend geringen spekulativen Bautätigkeit selbst. Damit ist auch der Eigennutzeranteil auf ein vergleichsweise hohes Niveau gestiegen, in etwa jeder zweite Quadratmeter entfällt auf sie.

Industrie und Handel Kopf-an-Kopf
Die bundesweit drei wichtigsten Branchen, Industrieunternehmen, der Handel und Logistikdienstleister, besetzen auch im ersten Halbjahr 2016 wieder mit deutlichem Abstand das Siegerpodest. Mit jeweils knapp 35 % liegen dabei die Industrie- mit den Handelsunternehmen gleichauf, wobei neben dem hohen Neubauanteil (rund 84 %) gerade bei Produktionsunternehmen auch der Eigennutzeranteil mit 67 % sehr hoch ist. Bei Handelsunternehmen ist der Neubauanteil mit rund vier Fünfteln ebenfalls sehr hoch, jedoch lassen sie lieber für sich bauen und mieten die Flächen an; ihr Eigennutzeranteil beläuft sich auf weniger als ein Drittel. Ein knappes Viertel des Umsatzes tragen Logistikdienstleister bei und damit einen etwas geringeren Anteil als in der langjährigen Betrachtung üblich. Der verbleibende Umsatz entfällt auf Unternehmen aus dem Bereich Ver- und Entsorgung (2 %), dem Baugewerbe und Handwerk (knapp 1 %) sowie alle übrigen Branchen (4 %).

Spitzenmieten stabil bis wachsend
Die Spitzenmieten haben sich an den Standorten im Jahresvergleich unterschiedlich entwickelt. Während einige Standorte leichte bis deutliche Zuwächse verzeichnen konnten, haben andere sich auf ihrem Niveau weiter stabilisiert. Die positivste Entwicklung ist für den Berliner Markt zu registrieren, hier stieg die Spitzenmiete um 4 % auf 4,90 Euro/m². Auch München (+2 % auf 6,75 Euro/m²) und Leipzig (+1 %) weisen eine leicht positive Entwicklung auf. Für alle übrigen Märkte ist seit der Jahresmitte 2015 keine Veränderung zu verzeichnen gewesen. Somit liegt die Höchstmiete in Frankfurt bei 6,30 Euro/m², in Hamburg bei 5,70 Euro/m², Düsseldorf notiert bei 5,40 Euro/m² und Köln bei 5,00 Euro/m².

Perspektiven
„Dass trotz des geringen Angebots ein so gutes Ergebnis erzielt werden konnte, spricht für den hohen Nachfragedruck im Markt. Immer mehr Unternehmen wollen nicht länger auf passende Angebote warten, sondern lassen bauen, sei es als Eigennutzer oder als Mieter. Die positive Nachfrage auf den Investmentmärkten nach langfristig vermieteten Logistikimmobilien begünstigt diese Entwicklung und eröffnet Projektentwicklern gute Veräußerungschancen selbst im frühen Projektstadium. Vor diesem Hintergrund spricht vieles dafür, dass auch das zweite Halbjahr sehr lebhaft wird und zum Jahresende vielleicht sogar die 6-Mio.-m²-Schwelle überschritten werden kann", prognostiziert Christopher Raabe.