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Lehman Brothers und Merrill Lynch: die Kreditkrise geht weiter

Keith Wade, Chef-Volkswirt bei Schroder Investment

Ein weiteres anstrengendes Wochenende für Hank Paulson, den US-Finanzminister, hinterlässt uns einige schwerwiegende Veränderungen in der Finanzlandschaft. Lehman und Merrill Lynch haben sich, einem Kommentator zufolge, „in Luft aufgelöst“ als die US Regierung beschloss, keine weiteren Gelder zur Verfügung zu stellen. Daraufhin hat ein Bankenkonsortium 70 Milliarden US-Dollar für weitere belastende Zeiten zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig erweiterte die FED Umfang und Art an Anlagevermögen, die sie als Gegenleistung für die Zurverfügungstellung von Liquidität zu akzeptieren bereit ist.

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Die Situation ist weiterhin kritisch und daher ist es schwierig, feste Schlüsse zu ziehen. Es überrascht nicht, dass die Aktienkurse in unmittelbarer Reaktion auf die Ereignisse fallen und Staatsanleihen vermehrt nachgefragt werden. Investoren preisen damit die neue Haltung der US Regierung ein. Die Last trägt nun der private Sektor allein, jetzt muss er das Vertrauen wieder herstellen, und das bedeutet: gute Bilanzen vorlegen. Die finanzielle Umstrukturierung wird in den kommenden Wochen ein dominantes Thema bleiben, wenn die Finanzinstitute darangehen, ihr Eigenkapital zu erhöhen. Da nun bereits zwei Banken von der Bildfläche verschwunden sind, die angeblich zu groß waren um unterzugehen, werden Investoren einen hohen Preis für ihre weitere Unterstützung verlangen.

Soweit es die Volkswirtschaft betrifft, ist dies nun ein Schritt zurück, nachdem die großen Hypothekengruppen Fannie Mae und Freddie Mac noch in der vergangenen Woche faktisch verstaatlich wurden. Diese Aktion wird dazu beitragen, die Hypothekenraten weiter zu drücken. Die jüngsten Ereignisse hingegen sind nicht sonderlich dazu geeignet, die Banken dazu zu bewegen, ihre Kreditvergabepraxis wieder zu lockern. Die Kreditkrise geht weiter – eine Tatsache, welche die FED bei ihrer Sitzung am heutigen Dienstag beschäftigen wird. Und während die Furcht vor der hohen Inflation allmählich zurückgeht, stehen die Zeichen gut für eine weitere Zinssenkung.