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Kongress Building Eco Value - Ökologie und Ökonomie in der Immobilienwirtschaft vereinen

Immobilienbanken müssen nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden der Eurohypo, Bernd Knobloch, bei der Finanzierung von Gewerbeimmobilien Aspekte des Umweltschutzes und der Energieeffizienz noch stärker berücksichtigen. „Der ökologische und der ökonomische Druck, sich mit Fragen der Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen, wird in der Immobilienwirtschaft immer größer. Auch Banken sollten sich bei der Festlegung von Finanzierungskonditionen stärker an Nachhaltigkeitsgesichtspunkten orientieren“, sagte Knobloch am Donnerstag im Rahmen des Eurohypo Ökologie Kongresses „Building Eco Value“ in Berlin.

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Immobilien zählen zu den Hauptverursachern des Treibhausgases Kohlendioxid und haben dadurch wesentlichen Anteil an der globalen Klimaerwärmung. Nach Einschätzung von Experten gehen rund 40% des weltweiten CO2-Ausstoßes auf das Konto von Gebäuden.

Auf dem Eurohypo-Kongress in Berlin diskutieren renommierte Fachleute aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft über Möglichkeiten zur Verbesserung von Umweltstandards in der Immobilienbranche, und über Fragen der Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie beim Bau und bei der Bewirtschaftung von Gebäuden.

Der Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Prof. Dr. Hans-Joachim Schellnhuber, warnte vor den Auswirkungen, die der Ausstoß von Kohlendioxid auf das gesamte ökologische System haben werde: Die ungebremste Erderwärmung könne zu einem Zusammenbruch ganzer Wirtschaftssysteme und sozialer Strukturen führen. Schellnhuber forderte eine Initiative nach dem Vorbild des „Manhattan Projects“, in dessen Rahmen die besten Wissenschaftler der Welt zusammenarbeiten müssten, um Lösungen für globale Probleme zu finden.

Der parlamentarische Staatssekretär im Umweltministerium, Michael Müller, der für den kurzfristig verhinderten Minister Sigmar Gabriel eingesprungen war, verwies auf den hohen Stellenwert, den die Bundesregierung der Sanierung bereits bestehender Gebäuden beimesse. Gerade auf diesem Gebiet könne ein höheres Maß an Energieeffizienz im Kampf gegen den Klimawandel erreicht werden. „Die Bundesregierung hat aus diesem Grund das CO2-Sanierungsprogramm von 360 Mio. Euro auf 1,4 Mrd. Euro pro Jahr kräftig aufgestockt", sagte Müller.

Eurohypo-Vorstandsmitglied Joachim Plesser verwies darauf, dass ökologisch anspruchsvolles, energieeffizientes Bauen in der Branche heute noch als unwirtschaftlich, weil zu teuer angesehen werde. Energieeffizienz werde aber mehr und mehr zu einem Wettbewerbsfaktor: „Der Energieverbrauch kann in Zukunft gerade angesichts der derzeit sehr hohen Rohstoffpreise zu einem bedeutenden, renditesteigernden Qualitätsmerkmal werden. Energieeffizienz wird zu einem messbaren Qualitätskriterium bei Immobilien“, sagte Plesser. Bereits heute seien einer Studie der Royal Institution of Chartered Surveyers“ (RICS) zufolge Mieter von Büroimmobilien bereit, Mietaufschläge von bis zu zehn Prozent zu bezahlen, wenn die Gebäude aktuellen Standards etwa im Hinblick auf Wärmedämmung und Energieverbrauch entsprächen.