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Kein Platz an der Sonne

Seit mehr als 20 Jahren analysieren die Spezialisten der Essener Immobilien-Beratungsgesellschaft Brockhoff & Partner den Branchenmix in Deutschlands Fußgängerzonen. Sie sorgen sich um die Attraktivität der deutschen Innenstädte, denn Cafés und Kneipen werden in vielen Innenstädten zu einer Seltenheit – dabei machen sie erst die Innenstadt attraktiv.

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Der Besuch eines Cafés oder eines Restaurants gehörte über Jahrzehnte zu den lieb gewonnenen Ritualen eines Einkaufsbummels in der Innenstadt. Doch in immer mehr Städten wird es schwierig, diese Tradition aufrecht zu erhalten. Vor allem im Sommer ist ein Platz an der Sonne nicht mehr ganz so einfach zu finden. Dönerbuden, Schnellpizzerien und Burgerbratereien ohne Außenbestuhlung gehören heute zum Stadtbild und haben das alte Stadtcafé verdrängt. Ein Nachteil für die Innenstädte, die ohne ein abwechslungsreiches gastronomisches Angebot stark an Attraktivität verlieren – auch im Wettbewerb mit den Einkaufszentren, die die Verweildauer ihrer Besucher mit Cafés, Kneipen und Restaurants in den unterschiedlichsten Preis- und Qualitätsklassen geschickt zu steigern wissen.

Auch Städte sollten auf einer erhöhte Verweildauer ihrer Besucher in den Innenstädten setzen, denn noch immer gilt das eherne Gesetz der Branche: Der Umsatz steigt, wenn möglichst viele sich möglichst lange in der Innenstadt aufhalten. Städte wie München oder Dortmund, aber auch Frankfurt mit der Fressgass haben das ebenso erkannt wie moderne Gastronomie-Unternehmen wie Starbucks und Vapiano. Die investieren in den Innenstädten, vor allem in 1b-Lagen, also in Objekte, die „um die Ecke“ liegen. Genau diese Lagen sind vom Mietenniveau für Gastronomie-Betreiber bezahlbar: ein gutes Konzept, um weniger frequentierte Innenstadt-Bereiche zu aktivieren und aufzuwerten. Immobilien-Experte Eckhard Brockhoff wünscht sich jedenfalls wieder mehr Gastronomie in den deutschen Innenstädten.

Dazu bedarf es aber auch der Bereitschaft von Seiten der Stadtverwaltungen, eine Außenbestuhlung in den Innenstädten zu gestatten, die auch bis in die Nachtstunden hin aufrecht erhalten bleiben kann. Gelungene Beispiele dafür sind in Dortmund der Markt, ein Platz in der City, der im Sommer ein einziger großer Biergarten ist, oder auch das „Bermuda-Dreieck“ in Bochum, das keine Pause kennt.