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Karstadt: Neuer Investor, neues Konzept

Die Sanierungspläne stehen, dennoch herrscht im Augenblick Stillstand, denn das Bundeskartellamt hat noch kein grünes Licht für die Übernahme gegeben.

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Warten auf Kartellbehörde
Der neue Alleineigentümer des Karstadt Konzerns René Benko will die Kaufhauskette mit einem neuen Konzept wieder auf Erfolgskurs bringen. Dazu sehen die Planungen des österreichischen Immobilienunternehmers René Benko vor, dass Karstadt innerhalb eines Jahres die Verlustzone verlässt. Leider wird dies nicht ohne die Schließung weiterer Standorte funktionieren. Aktuell gibt es 83 Karstadthäuser, davon gelten aufgrund mangelnder Profitabilität rund 20 als gefährdet. Wie es jetzt nach dem Besitzerwechsel weiter geht, sollte ursprünglich am kommenden Donnerstag auf der Aufsichtsratssitzung beschlossen werden, die jetzt aber verschoben worden ist. Der Grund für die Verschiebung sei die noch ausstehende Entscheidung der Kartellbehörde, die für die Übernahme noch grünes Licht geben muss. „Wir werden die Sanierung der Karstadt Warenhaus GmbH zügig und entschlossen angehen. Aber wir können der Entscheidung der Kartellbehörde nicht vorgreifen,“ so Aufsichtsratschef Stephan Fanderl und Ex-Vorstand von Rewe. Der neue Sitzungstermin für das Kontrollgremium werde erst nach der Freigabe der Übernahme durch das Bundeskartellamt bekannt gegeben mit der aber nicht vor Ende der nächsten Woche zu rechnen sei.

Vom Warenhaus zum Shopping Center
Das neue Konzept soll eine weit gehende Abkehr von der traditionellen Kaufhauskonzeption vorsehen. Dazu will Benko die Karstadt Häuser zu Shopping Centern mit einem Angebot an hochwertigen Marken umbauen und diese Pläne unter anderem in Zusammenarbeit mit Markenherstellern forcieren. Zur Absicherung der Schließungs- und Restrukturierungsmaßnahmen will Benko dem Kaufhauskonzern Kapital zuführen. Gleichzeitig betont der Investor immer wieder, dass er seine Beteiligung an Karstadt als langfristiges, aktives Investment sieht, das durchaus auf einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren angelegt ist.

Standorte auf dem Prüfstand
Besonders schwierig auch für die noch 17.000 Mitarbeiter von Karstadt wird unter anderem die mögliche Schließung von etwa 15 bis 20 Filialen der insgesamt 83 Häusern der Kaufhauskette. Welche Standorte geschlossen werden, hängt vom Ergebnis einer Rentabilitätsprüfung ab, der jedes Haus vom neuen Eigentümer und unter den Vorzeichen der neuen Konzeption unterzogen wird. Zu den Schließungskandidaten könnten die Standorte Flensburg, Neumünster, Bremerhaven, Norderstedt, Hamburg-Billstedt, Hamburg-Bergedorf, Recklinghausen, Bottrop, Mönchengladbach, Iserlohn, Siegen, Potsdam, Dessau, Mainz, Viernheim, Bamberg, Bayreuth und Nürnberg (Langwasser) gehören.

Die Mitarbeitervertretung des Kaufhauskonzern und Sprecher der Gewerkschaft Verdi äußerten sich skeptisch bis vorsichtig optimistisch über die Erfolgsaussichten der neuen Ausrichtung unter dem neuen Investor. Für sie liegt der Schlüssel zum Erfolg hauptsächlich in einem langfristigen Interesse des Investors sowie dessen Investitionen in angemessener Höhe.