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KanAm: Scope und Feri weiter uneins über Rating

Die Ratingagenturen Scope und Feri sind weiter verschiedener Meinung über die Bewertung Offener Immobilienfonds. Alexandra Merz, Geschäftsführerin von Scope, rechtfertigte am Mittwoch in Hamburg die im Januar 2006 ausgesprochene Verkaufsempfehlung für den KanAm US Grundinvest Fonds. Auf dem 3. Fondsrating-Tag des Veranstalters Ratingwissen diskutierte sie mit Feri-Geschäftsführer Dr. Helmut Knepel sowie Rüdiger H. Päsler, Geschäftsführer des Branchenverbandes BVI. Feri hatte im Januar ein positives Rating des KanAm-Fonds vorgelegt, kurz bevor er wegen starker Liquiditätsabflüsse geschlossen wurde.

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In der Diskussion zeigten sich grundsätzliche Unterschiede der Bewertung von Offenen Immobilienfonds. Scope setzt in der Bewertung stark auf die Relationen von Immobilienbestand, Fremdkapital und Liquidität. Feri dagegen fokussiert sich auf die Qualität der Immobilien, des Managements, der angewandten Verfahren und der bestehenden Strukturen. Knepel sieht sich durch die jüngsten Verkaufserfolge von KanAm in seiner Bewertung bestätigt. Das Management sei offensichtlich in der Lage, die Krise zu meistern, der Immobilienbestand werthaltig.

Unbeeindruckt zeigte sich BVI-Geschäftsführer Päsler von der Forderung, KanAm solle Scope für die Fondsanalyse Daten vertraulich zur Verfügung stellen. Im Unterschied zu fast allen Unternehmen der Branche weigert sich KanAm, mit Scope zu kooperieren. Es sei das Recht jedes Unternehmens, sich seine Gesprächpartner auszusuchen, meinte Päsler. Auch mit „angeblichen Journalisten“, müsse nicht jedes Unternehmen sprechen. Gemeint war offensichtlich der Fachjournalist Stefan Loipfinger. KanAm hatte gegen ihn im Jahr 2003 eine einstweilige Verfügung erwirkt, die vor Gericht aber keinen Bestand hatte.

Für Ratingwissen-Geschäftsführer Jürgen Braatz ist diese Haltung Kern des Problems: „Die Verweigerung des Dialogs führt unweigerlich in die Sackgasse. Sie führt zu Vertrauensverlust in kritischen Situationen und verschärft dann die Probleme. Offene Immobilienfonds sollten sich ein Beispiel an dem entspannten Verhältnis zwischen Analysten, Journalisten und Initiatoren nehmen, wie es im Markt der Geschlossenen Fonds üblich ist.“