Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Infrastruktur-Fonds: auf gutem Weg!

Laut aktuellem Deloitte-Report „The Fork in the Road ahead“, für den führende Fondsmanager aus verschiedenen europäischen Ländern befragt wurden, ist die Zahl der Infrastruktur-Fonds innerhalb weniger Jahre deutlich angewachsen. Die Investoren bevorzugen vor allem sogenannte „Core Infrastructure Assets“ wie Straßen, Flughäfen – und auch Anlagen für regenerative Energie. Gerade bei Letzteren zeigen die Fonds eine höhere Risikobereitschaft, erwarten dafür aber mit bis zu 18 Prozent auch eine vergleichsweise hohe Rendite. Die Performance solcher Investitionen ist bislang je nach Ort und Technologie sehr unterschiedlich, jedoch mit außerordentlich starken Spitzenwerten. Die Rahmenbedingungen für die Finanzierung scheinen stabil. Generell lassen sich die einzelnen Player in global aktive Fonds, größere europäische Fonds, Mid-Market Fonds und spezialisierte Fonds einteilen.

.

„Infrastruktur-Fonds werden in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnen. Der beschleunigte Atomausstieg und die Umwandlung der Energiewirtschaft bringen einen immensen Investitionsbedarf in erneuerbare Energien und Stromnetze mit sich. Infrastruktur-Fonds werden eine wesentliche Rolle spielen, um diesen Bedarf zu decken“, erklärt David Krüger, Partner Corporate Finance und Leiter Cleantech bei Deloitte.

Noch nicht wieder auf altem Niveau
Die Krise der Jahre 2008/2009 hat auch für einen deutlichen Rückgang der Investments in Infrastruktur-Assets gesorgt. Seither ist zwar eine Erholung eingetreten, das Hoch der Vorkrisenjahre ist jedoch noch nicht wieder erreicht. Zudem investieren heute – anders als 2007 – Rentenfonds und Limited Partners vermehrt direkt und sorgen damit für eine neue Dynamik im Markt. Die Zahl der aktiven Fondsmanager ist überdies in Europa seit 2004/2005 von drei auf 40 gestiegen. Aufgrund einer stärkeren Anspruchshaltung der Limited Partners sehen sie sich zunehmend zu strukturellen Modifikationen der Fonds gezwungen. Auch hat sich die Zeitspanne vom Fundraising bis zum Closing deutlich verlängert. Zudem suchen sich die Fonds ihre Finanzierungspartner sorgfältiger aus als in der Vergangenheit.

Trend geht zu Kern-Assets
Nach einer Bewegung hin zu sogenannten peripheren Infrastruktur-Assets wie Parkhäusern oder Servicestationen geht der Trend wieder zu Kern-Assets wie Straßen und Häfen – und zu Anlagen für nachhaltige Energieproduktion. Dabei liegen die Erwartungen an die Internal Rate of Return noch nicht ganz bei 15 Prozent wie 2007. Der Wettbewerb hat sich leicht entschärft – der Kampf um Assets hat seitdem deutlich nachgelassen. Vor allem wird in Euro oder USD investiert, das Interesse an osteuropäischen und iberischen Assets ist derzeit eher gering.

Gute Rendite bei erneuerbaren Energien
Mit direkt investierenden Rentenfonds ist den Global und Specialist Funds ein neuer Konkurrent erwachsen. Die Rentenfonds konzentrieren sich jedoch vornehmlich auf Investments mit geringerem Risiko. Generell sehen alle Investoren die maßgeblichen Risiken vor allem im regulatorischen, politischen und makroökonomischen Bereich. Die Renditeaussichten sind unterschiedlich: Bei Straßen liegen sie bei neun bis 16 Prozent, bei erneuerbaren Energien zwischen zehn und 18 Prozent.

Konstantes Pricing/Fundraising schwieriger
Die Mehrzahl der Fonds erwartet für die nahe Zukunft ein konstantes Pricing. Generell liegt seitens der Banken ein stärkeres Gewicht auf einer detaillierten Due-Diligence-Prüfung. Übereinstimmend bezeichnen die Befragten das Umfeld für Infrastruktur-Deals als weitgehend stabil.

Die Rendite der meisten Fonds hängt eng mit der Bewertung der einzelnen Assets und den operativen Ergebnissen zusammen. Nicht zuletzt deshalb bemühen sich die Fonds verstärkt um kompetente Portfolio-Management-Teams – inzwischen haben sie hier sogar Private-Equity-Fonds überholt. Bei der Performance entsprechen PPP-Assets sowie Regulated Assets in etwa den Erwartungen, während nachfrageabhängige Assets darunter liegen. Bei den erneuerbaren Energien gibt es eine starke Spreizung.

Auch beim Fundraising hat es eine deutliche Entwicklung beim Ansatz von Limited Partners und Fondsmanagern gegeben – das Pricing steht hier unter Druck. Limited Partners setzen sich mit deutlich besseren Bedingungen durch. Allgemein geht der Trend weg vom sogenannten Listed hin zum Unlisted Model. Vorherrschende Exit-Strategien haben sich noch nicht herauskristallisiert. Da jedoch Infrastruktur-Fonds in Europa recht neu sind, ist deren Entwicklung noch nicht präzise prognostizierbar.

„Die Limited Partners sind für die Richtung, die Fondsmanager künftig einschlagen, maßgeblich. Die besten Fondsmanager werden mit einer kleineren Anzahl von Wettbewerbern agieren und auch öfters Konsortien mit Rentenfonds und Versichern führen. Generell wird der Bereich aber wachsen – auch und gerade in Deutschland existieren starke Potenziale im Bereich der Energieerzeugung und Stromnetze, die angemessene Renditen bei vertretbaren Risiken versprechen“, resümiert David Krüger.