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Immofinanz und Immoeast planen Kauf der Immobiliensparte der Constantia Privatbank

Dr. Karl Petrikovics

Die Immofinanz und ihre Tochtergesellschaft Immoeast haben Verhandlungen mit den Eigentümern der Constantia Privatbank über den Kauf der Immobiliensparte durch Immofinanz und Immoeast erfolgreich abgeschlossen. Alle mit der Immobilienveranlagung befassten Geschäftsbereiche der Bank sowie eine Reihe von Tochtergesellschaften werden von Immofinanz und Immoeast übernommen werden.

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Die Transaktion wird in folgender Form abgewickelt:

•Die Constantia Privatbank wird alle ihre Immobilienaktivitäten sowie ihre im Immobilienbereich tätigen Tochtergesellschaften in eine neue Gesellschaft, die I&I Real Estate Asset Management AG (I&I), abspalten. Dadurch entstehen zwei voneinander unabhängige Schwesterunternehmen, die getrennt verkauft werden.

•Die I&I wird von Immofinanz und Immoeast erworben und als Tochtergesellschaft der beiden Unternehmen geführt werden. Die Anteile werden zwischen Immofinanz und Immoeast im Verhältnis der Größe der Immobilienportfolios erworben werden. Auf die Immofinanz entfallen daher 40 Prozent der Anteile, auf die Immoeast 60 Prozent.

•Die Vorstände von Immofinanz und Immoeast einerseits und Constantia Privatbank andererseits werden personell vollständig getrennt. Dr. Karl Petrikovics wird als Generaldirektor der Constantia Privatbank ausscheiden, Mag. Norbert Gertner wird aus den Vorständen von Immofinanz und Immoeast ausscheiden. In gleicher Weise werden auch die Strukturen der nachgeordneten Managementebenen getrennt.

•Dr. Karl Petrikovics bleibt Generaldirektor von Immofinanz und Immoeast, der Vorstand der Immofinanz wird durch Mag. Daniel Riedl, Mag. Christian Thornton und Mag. Michael Wurzinger ergänzt werden.

Die Kaufpreise wurden auf Basis eines Bewertungsgutachtens von Ernst & Young, einem der weltweit führenden Wirtschaftsprüfungsunternehmen, vereinbart. Für die Bewertung des Managementvertrags wurde nur die fixe Managementgebühr angesetzt, die erfolgsabhängige Performance Fee, die in den nächsten Jahren anfallen hätte können, wurde nicht berücksichtigt.

Vergleich mit Prognosen / Forderungen in Analysen
Die Immofinanz bezahlt für die Übernahme des Managementvertrags mit der Constantia Privatbank 146 Mio. Euro. Dieser Betrag liegt deutlich niedriger als zuletzt in den Medien kolportiert und in Analysen in- und ausländischer Investmentbanken prognostiziert.

Der Kaufpreis für die Immobilientöchter und die anderen Immobilienaktivitäten der Constantia Privatbank beträgt 75 Mio. Euro. Davon entfallen 30 Mio. Euro auf die Immofinanz und 45 Mio. Euro auf die Immoeast.

Die Immobiliensparte der Constantia Privatbank umfasst folgende Geschäftsbereiche bzw. Tochtergesellschaften:

•Immobilien-Asset-Management: Asset Management für alle von der Constantia Privatbank gemanagten Immobilienportfolios (Immofinanz, Immoeast, Constantia Real Estate, Vorsorgewohnungen, Hausherrenmodelle, geschlossene Fonds, etc.). Der Verkehrswert der gemanagten Immobilien beträgt 19,5 Mrd. Euro. Der Geschäftsbereich Immobilien-Asset-Management umfasst auch die Managementverträge für Immofinanz und Immoeast. Das Immobilien-Asset-Management für die beiden Unternehmen wird daher künftig durch die gemeinsame Tochter von Immofinanz und Immoeast wahrgenommen, die daraus erwachsenden Erträge fließen anteilig an Immofinanz und Immoeast zurück.

•CPB Immobilien KAG: Managt Österreichs ertragsstärksten offenen Immobilienfonds, den Constantia Real Estate.

•IMV Immobilien Management und Verwaltung GmbH: Österreichs größte Hausverwaltung mit 3,5 Mio. m² Betreuungsvolumen. Auf den internationalen Märkten ist die IMV mit Tochtergesellschaften in Deutschland (Berlin, München, Köln), Ungarn, Tschechien, Slowakei Polen und Rumänien vertreten und verzeichnet dort hohe Wachstumsraten.

•Constantia Immobilien Development GmbH: Die Gesellschaft ist als Entwickler und Bauträger für alle Vorsorgewohnungen und Hausherrenmodelle der Constantia Privatbank tätig und verfügt über wachsende Geschäftsaktivitäten in Zentraleuropa. Bisher wurden rund 4.000 Vorsorgewohnungen entwickelt und allein 2007 wurden Projekte mit einem Bauvolumen von 300 Mio. Euro betreut.

•CREDO Real Estate AG: Immobilienentwickler mit Tochtergesellschaften und Projekten in sieben Staaten (Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen, Lettland). 2007 umfasste das CREDO-Entwicklungsportfolio Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 400 Mio. Euro. Weiter ist das Unternehmen als Asset Manager für institutionelle Fonds tätig.

•CPB Immobilientreuhand GmbH: Österreichs führendes Maklerunternehmen verfügt über den größten Marktanteil in den Bereichen Büro und Mietwohnungen und ist mit stark wachsenden Tochtergesellschaften in Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen und Rumänien vertreten. Im Jahr 2007 vermittelte die Gruppe 280.000 m² Nutzfläche. Die I&I wird 49 Prozent an der CPB Immobilientreuhand halten, die Mehrheit verbleibt bei den Eigentümern der Constantia Privatbank.

Durch den Kauf der I&I wird die Immofinanz-Gruppe zu einem Immobilienkonzern mit zwei starken Standbeinen: Einerseits dem Kerngeschäft Immobilieninvestment, das über die Regionalholdings Immoeast, ImmoAustria und Immowest abgewickelt wird, andererseits Immobiliendienstleistungen im Rahmen der neuen Tochter I&I. Immofinanz und Immoeast werden so zu integrierten Immobilienunternehmen mit Investment, Entwicklung, Maklergeschäft und Gebäudemanagement. Außerdem sind damit die strukturellen Voraussetzungen für den Aufbau neuer, ertragsstarker Geschäftsfelder gegeben, insbesondere für das Management geschlossener Fonds für institutionelle Immobilieninvestoren. Vor allem in Zentral- und Osteuropa bestehen exzellente Chancen, hier eine starke Marktstellung zu erreichen. Das ebenfalls von der Constantia Privatbank übernommene „Immobilien Family Office“ (umfassendes Asset Management für große private Immobilienvermögen) wird seine Dienstleistungen künftig international, insbesondere in Deutschland sowie Zentral- und Osteuropa, anbieten.

Die neue Konstellation eröffnet der Immofinanz attraktive strategische Möglichkeiten, aber auch große unmittelbar wirksam werdende Einsparungs- und Gewinnpotenziale. So wird das EBITDA im ersten vollen Geschäftsjahr nach Übernahme der Immobiliensparte der Constantia Privatbank um 80 Mio. bis 100 Mio. Euro höher ausfallen. Der Gewinn je Aktie steigt durch diese Transaktion um 0,11 bis 0,14 Euro, der Cash Flow je Aktie um 0,17 bis 0,22 Euro.

Die Aufsichtsräte von Immofinanz und Immoeast haben beschlossen, das Verhandlungsergebnis außerordentlichen Hauptversammlungen vorzulegen, damit die Aktionäre über den Kauf der Constantia-Privatbank-Immobilienaktivitäten entscheiden werden. Die Befassung der Hauptversammlung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern erfolgt freiwillig. Die a. o. Hauptversammlung der Immofinanz wird am 23. Juli stattfinden.