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Immobilienwirtschaft akzeptiert zur Not auch „Rumpf-REIT“

In der aktuellen Debatte um die Einführung von deutschen REITs vertreten die Führungspersönlichkeiten der deutschen Immobilienwirtschaft mit großer Mehrheit die Ansicht, dass zur Not zunächst einmal ein „Rumpf-REIT“ unter Ausschluss von Wohnimmobilien implementiert werden sollte, obwohl man die Argumente gegen Wohnungs-REITs keineswegs überzeugend findet. Dies ergab eine Befragung, die die Dr. ZitelmannPB. GmbH im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) durchgeführt hat. Bei der am 30. Oktober 2006 durchgeführten Blitz-Umfrage haben 202 Führungspersönlichkeiten der Immobilienwirtschaft geantwortet.

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Auf die Frage, ob man die Argumente, die gegen eine Einbeziehung von Wohnimmobilien in das G-REIT-Gesetz vorgetragen wurden, überzeugend findet, antworteten fast alle Befragten mit „Nein“.

Den Befragten wurden als Alternative zwei Statements vorgelegt:
„Ein Rumpf-REIT ohne Wohnimmobilien ergibt keinen Sinn. Wenn es darauf hinauslaufen sollte, dass nur ein REIT ohne Wohnimmobilien erlaubt wird, sollte man lieber ganz darauf verzichten oder das Thema verschieben. Ohne Wohnimmobilien würde der REIT insgesamt ein Flop.“ Diese Meinung vertreten 17,8% der Befragten.

Die Gegenposition:
„Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach: Man sollte – wenn es für etwas anderes politisch derzeit keine Mehrheit gibt – jetzt erst einmal einen REIT für Gewerbeimmobilien einführen, damit überhaupt ein Startschuss für den REIT fällt. Eine „Alles oder Nichts“-Haltung bringt in dieser Situation nichts.“ Diese Meinung vertreten 81,2% der Befragten.

Sogar von den Befragten, deren Unternehmen überwiegend im Segment Wohnimmobilien tätig sind, votierte eine Mehrheit von 53,8 Prozent für und 46,2 Prozent gegen den „Rumpf-REIT“ ohne Wohnungen. Von den Befragten, die überwiegend im Segment Gewerbeimmobilien tätig sind, votierten 86,8 Prozent für und 11,3 Prozent gegen den Rumpf-REIT. Von den Unternehmen, die in beiden Segmenten – also Wohnen und Gewerbe – tätig sind, votierten 86,1 Prozent für und 11,6 Prozent gegen den Rumpf-REIT.

Insgesamt ist die Branche optimistisch, dass REITs nach nunmehr dreijähriger kontroverser Debatte eingeführt werden.

66,3 Prozent der befragten Unternehmen haben sich bereits ernsthaft mit der Möglichkeit befasst, selbst REITs aufzulegen bzw. beratend dabei tätig zu sein. 28,2 Prozent der Befragten sagen, die Auflage von REITs käme für sie nicht in Frage. 5,5 Prozent der Befragten machten hierzu keine Angabe.

Auch vor dem Hintergrund der Umfrage-Ergebnisse fordert der ZIA alle politischen Kräfte auf, einen Kompromiss zu ermöglichen. „Selbstverständlich halten wir die Einführung eines REITs unter Einbeziehung von Wohnimmobilien für die sachlich sehr viel überzeugendere Lösung. Dennoch sollte die ‚kleine Lösung’ mit Gewerbeimmobilien nun im Interesse der weiteren positiven Entwicklung des Standorts Deutschland zunächst akzeptiert werden“, sagte Eckart John von Freyend, Vorsitzender des ZIA. „Es ist zu hoffen, dass im Prozess der parlamentarischen Beratung doch noch die Vernunft siegt. Der ZIA wird sich jedenfalls nachdrücklich dafür einsetzen, dass Wohnimmobilien – wenn nicht heute, dann eben morgen – möglichst rasch mit einbezogen werden.“