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Immobilienpaket verkauft

Die KarstadtQuelle AG, Essen, hat ein Immobilienpaket im Wert von 4,5 Mrd. € an eine gemeinsame Gesellschaft von Whitehall Fund (51 Prozent) und KarstadtQuelle (49 Prozent) verkauft. Whitehall Fund gehört zur Investmentbank Goldman Sachs. 3,7 Mrd. € fließen dem Konzern (inklusive CTA-Programm) unmittelbar zu. Weitere 800 Mio. € erwartet KarstadtQuelle aus der mit Whitehall vertraglich vereinbarten Beteiligung an der Wertsteigerung der Immobilien.

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„Wir sehen einen hohen Preiszuwachs für unsere Warenhaus-Immobilien in den kommenden Jahren. Deshalb haben wir uns für ein strategisches Modell entschieden, das uns einerseits die komplette Ablösung der Konzern-Verbindlichkeiten ermöglicht und andererseits an der Wertsteigerung der Immobilien teilhaben läßt“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KarstadtQuelle AG, Thomas Middelhoff, auf der Bilanzpressekonferenz. „Damit hat der Vorstand für alle Aktionäre ein optimales Ergebnis erzielt.“ Die Prüfung der verschiedenen Optionen zur Verwertung der Immobilien wurde von der Investmentbank Rothschild unterstützt. Die Karstadt Warenhaus GmbH wird als Mieter mit langfristigen Mietverträgen die Waren- und Sporthäuser zu gleichen Mietkonditionen wie bisher betreiben.

„Die Entschuldung des Konzerns eröffnet uns neue Entwicklungs- und Wachstumsspielräume auf der Basis eines weniger kapitalintensiven Geschäftsmodells“, sagte Middelhoff weiter. „Wir stärken damit unsere Eigenkapitalquote unmittelbar auf rund 20 Prozent. Unser Konzernergebnis (EBT) wird sich als Folge dieser Transaktion dauerhaft um über 100 Mio. € pro Jahr verbessern. Hinzu kommt ein außerordentlicher Ertrag in Höhe von knapp 2 Mrd. € vor Steuern in diesem Jahr.“ Middelhoff kündigte darüber hinaus an, dass 2006 separat von den jetzt getroffenen Vereinbarungen weitere Konzernimmobilien in Wert von 600 Mio. € verkauft werden. Damit beträgt der Gesamtwert der Immobilientransaktionen 5,1 Mrd. €.

Wie Middelhoff auf der Bilanzpressekonferenz weiter ausführte, ist der KarstadtQuelle-Konzern erstmals seit vielen Jahren wieder plan- und steuerbar. Der Konzern hat in einem herausfordernden Jahr der Sanierung und Restrukturierung bei einem anhaltend schwierigen Einzelhandelsumfeld im Geschäftsjahr 2005 seine Ziele erreicht bzw. übertroffen. Der durch die Restrukturierung stark beeinflusste und daher bereinigt ausgewiesene Konzern-Umsatz erreichte 15,45 Mrd. € (16,14 Mrd. € im Vorjahr). Dies entspricht einem Rückgang um 4,2 Prozent. Das Ergebnis (bereinigtes EBITDA) stieg um 5,1 Prozent auf 544 Mio. € (518 Mio. € im Vorjahr). Damit wurde die Zielvorgabe klar erreicht.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten wurden im Geschäftsjahr 2005 um ein Drittel und damit stärker als geplant auf 3,0 Mrd. € – inklusive Thomas Cook – (4,5 Mrd. € im Vorjahr) reduziert. Dabei wirkte sich neben dem erfolgreich umgesetzten Desinvestitionsprogramm insbesondere der Forderungsverkauf (ABS) im Versandhandel aus. Das Working Capital konnte nahezu halbiert werden. Es betrug zum Bilanzstichtag 1,2 Mrd. € (2,3 Mrd. € im Vorjahr). Operativ wurde eine Verbesserung um 11 Prozent erreicht.

„Es bleibt unser oberstes Ziel, das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen“, betonte Middelhoff. „Die Kerngeschäfte sind Warenhäuser, Homeshopping und Reisen. In all diesen Feldern müssen wir, noch stärker als bisher, mit einer klaren Kundenausrichtung, Service und Beratung unseren operativen Erfolg erreichen. Wir verfolgen für den Konzern in Summe als Ziel eine EBITDA-Marge von 6 bis 7 Prozent.“

Das Warenhaus-Portfolio des Konzerns wird neu ausgerichtet und klar positioniert. Fünf Häuser, darunter das Alsterhaus in Hamburg und das KaDeWe in Berlin, werden in der Premium Group zusammengefasst. Weitere acht Häuser werden Schritt für Schritt folgen. Alle Häuser befinden sich in Top-Lagen, bieten künftig ein internationales Einkaufsambiente mit führenden Marken und hohem Service-Niveau. Darüber hinaus werden die weiteren Warenhäuser in den Segmenten Boulevard und Boulevard Plus zusammengefasst. „Durch diese Strategie werden wir unser Warenhaus-Portfolio in den nächsten Jahren deutlich werthaltiger gestalten. Dies zeigen uns schon jetzt die Umsatzzahlen in den modernisierten Häusern“, so Middelhoff.

Im Versandhandel ist es das Ziel, die eingeleitete Sanierung bis Ende 2007 abzuschließen. Dabei werden neckermann.de und Quelle stärker als in der Vergangenheit getrennt auf dem Markt auftreten, aber stärker auf gemeinsame Services im Backoffice zurückgreifen. neckermann.de wird künftig noch konsequenter auf den e-Commerce ausgerichtet und die Quelle wird ihre Position als Europas größtes Versandgeschäft weiter ausbauen. „Das Prinzip des Homeshoppings ist nicht nur intakt, es hat angesichts der klaren Vorteile – auszuwählen, wann man will, wo man will, Finanzierungsservice, Lieferung und Montage und dazu alles zum fairen Preis – eine klare Zukunftschance“, sagte Middelhoff.

Thomas Cook ist nach einem umfassenden, zweijährigen Sanierungsprogramm wieder zurück in der Gewinnzone. Das Unternehmen, an dem KarstadtQuelle 50 Prozent hält, wird im Jahresabschluss 2005 erstmals quotal konsolidiert. Die Neuausrichtung des zweitgrößten Touristik-Konzerns Europas soll weiter vorangetrieben werden, insbesondere der Ausbau des Vertriebs im Internet.

„Wir sind dabei, wieder ein ganz normaler Konzern zu werden“, fasste der Vorstandsvorsitzende zusammen. „Nachdem es 2004 ausschließlich darum ging, das Überleben des Konzerns zu sichern, haben wir im vergangenen Jahr das Sanierungstempo deutlich verschärft. Wir haben unser Desinvestitionsprogramm schnell und mit großem Erfolg absolviert und gehen nun im nächsten Schritt daran, die Strukturen für einen langfristig erfolgreichen Handels- und Touristikkonzern zu schaffen.“

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem leichten Anstieg des vergleichbaren Konzernumsatzes und einer Steigerung des bereinigten EBITDA um etwa 20 Prozent. Mit dem profitablen Ausbau der führenden Marktposition in den Kerngeschäftsfeldern soll das Unternehmen nach Abschluss der Sanierung einen Umsatz zwischen 17 und 18 Mrd. € aufweisen. Das EBITDA soll dann bei etwa 1,1 Mrd. € liegen, dies entspricht einer EBITDA-Marge von 6 bis 7 Prozent.