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Immobilienklima: Spirale nach unten setzt sich fort

Sascha Hettrich

Die Zäsur auf den internationalen Finanzmärkten hinterlässt in der deutschen Wirtschaft ihre Spuren. Infolge der aktuellen Turbulenzen kühlt die Stimmung in der deutschen Immobilienbranche weiter spürbar ab. So ermittelt der monatlich erhobene King Sturge Immobilienkonjunktur-Index in seiner Oktober-Befragung von 1.000 Markt-teilnehmern den größten Verlust des Immobilienklimas seit Einführung des Index. Das umfragebasierte Immobilienklima liegt aktuell bei 55,4 Zählerpunkten und unterschreitet hiermit seinen Vormonatswert von 69,7 Punkten um 20,5 Prozent. Die auf harten makroökonomischen Daten basierende Immobilienkonjunktur sinkt von 157,1 Zählerpunkten im September auf 150,7 Punkte und setzt somit ihren Abwärtstrend seit Anfang 2007 unvermindert fort.

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„Hier hat sich eine Spirale nach unten in Gang gesetzt, die uns wahrscheinlich doch noch einige Zeit in Atem hält“, sagt Sascha Hettrich, Managing Partner von King Sturge Deutschland. „Auch auf den Immobiliensektor wirkt sich das aus – allerdings bleibt nach dem Schließen einiger offener Fonds in Deutschland abzuwarten, was im Investmentbereich weiterhin passiert. Die Nutzerseite ist dagegen noch relativ intakt.“

Zwar ist die deutsche Immobilienwirtschaft nicht so stark von der internationalen Finanzkrise betroffen wie andere Märkte oder Länder, dennoch ist die Stimmung unter Experten äußerst skeptisch. So erreicht das Immobilienklima mit 55,4 Zählerpunkten im Oktober einen neuen Tiefstand (Vormonat: 69,7 Zähler). Die rapide Abwärtsbewegung um 20,5 Prozent stellt den größten Stimmungsabfall seit Einführung des Index dar. Der schwache Klimawert lässt sich vor allem auf die Entwicklung des Ertragsklimas zurückführen. Es sinkt von 92,1 Zähler-punkten im Vormonat auf 70,4. Der Absturz um 23,6 Prozent illustriert, dass die Markt-teilnehmer derzeit eher die Risiken als die Chancen wahrnehmen und erstmals von (ver-stärkt) sinkenden Mietpreisen und schwächelnder Flächennachfrage ausgehen. Die nachhaltige Verunsicherung auf dem Immobilienmarkt äußert sich darüber hinaus in den hohen Rückgängen an Transaktionsvolumina. Die Abwärtsbewegung kennzeichnet auch das Investmentklima, den zweiten Teilindikator des Immobilienklimas. Der Indikator für Kauf- und Investmententscheidungen liegt aktuell bei 41,3 Zählerpunkten (Vormonat: 49 Punkte).

Nach wie vor bewerten die Marktteilnehmer Wohnimmobilien im Vergleich zur Büro- und Einzelhandelsbranche als stabilstes Teilsegment. Dennoch trübt sich auch hier die Stim-mung immer mehr ein. Im Gegensatz zur pessimistischen Einstellung fällt die auf statistischen Auswertungen von DAX, ifo, DIMAX und Zinsen beruhende Immobilien-konjunktur um moderate vier Prozent von 157,1 Zählerpunkten im Vormonat auf 150,7 Punkte im Oktober.

Trotz des von Verunsicherung geprägten Klimas sind die Märkte in Deutschland robust. „So erweisen sich Immobilien in den richtigen Lagen gerade in unsicheren Zeiten als solides Investment – auch wenn der Verlauf des King Sturge Index verständlicherweise einige Verunsicherung widerspiegelt, von der auch die Marktteilnehmer der Immobilienbranche nicht ausgenommen sind“, so Hettrich. „Dennoch erwarten Profis vom weiteren Indexverlauf bereits Hinweise auf den richtigen Zeitpunkt für einen erneuten Markteintritt.“