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Immobilienfinanzierung: Auf die Länge kommt es an

Wer sich bei der Wahl der Zinsfestschreibung unsicher ist, sollte nach Angaben des Baugeldvermittlers HypothekenDiscount lieber eine Nummer länger wählen. Kurze Zinsbindungen von 5 Jahren seien zwar mit Blick auf Zinskonditionen von unter 2,5 Prozent verlockend. Lange Zinsfestschreibungen kommen den Kreditnehmer jedoch nur wenig teurer – und bieten deutlich mehr Sicherheit.

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„Noch immer fragen viele Kunden standardmäßig nach Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung. Dabei sind 15 oder 20 Jahre meist viel interessanter“, sagt Kai Oppel vom Baugeldvermittler HypothekenDiscount. Zinsbindungen von 5 Jahren seien nur für bonitätsstarke Kunden oder kleine Kreditsummen ratsam.

Die Zinsbindung sagt aus, wie lange Kunden den heute vereinbarten Zinssatz zahlen. Läuft die Zinsbindungsfrist beispielsweise nach 10 Jahren aus, wird eine Anschlussfinanzierung fällig. „Da die wenigsten Kreditnehmer in zehn Jahren schuldenfrei sind und die Entwicklung der Zinskonditionen für das Jahr 2021 nicht vorhergesagt werden kann, sollten lange Zinsbindungen zumindest in Betracht gezogen werden. Seit rund 15 Jahren hat sich das Angebot an Krediten deutlich vergrößert und vor allem Versicherungen bieten Immobilienfinanzierungen mit langen Laufzeiten an.

Solche Langläufer eignen sich laut HypothekenDiscount vor allem für Immobilienkäufer, die mit weniger als zwei Prozent tilgen und die sicherheitsorientiert sind. Denn: Bei einer Tilgung von unter 2 Prozent ist die Restschuld nach Ablauf der zehnjährigen Zinsbindungsfrist noch immer immens. Wenn die Zinsen im Jahr 2021 bei nur 5 Prozent liegen, könnte die Anschlussfinanzierung schwierig werden. „Laufzeiten von 15 oder 20 Jahren bieten hingegen mehr Planungssicherheit.“

Der Mehrpreis für das Sicherheitsplus hält sich in Grenzen. Das günstigste Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung kostet aktuell rund 3 Prozent. Für 15-jährige Darlehen werden ab 3,4 Prozent fällig, für 20-jährige Darlehen rund 3,6 Prozent. Bei einem Darlehen über 200.000 Euro bedeutet dies ein Mehraufwand zwischen rund 6.000 und 10.000 Euro in zehn Jahren, pro Monat also zwischen 55 und 83 Euro. Sollten die Kreditzinsen im Jahr 2021 bei mehr als 4 Prozent liegen, spart derjenige, der sich heute für eine lange Zinsbindung entschieden hat. Sollten die Konditionen unter den heutigen liegen, hat er zwar zehn Jahre lang teurer als notwendig finanziert. Allerdings kann er für die Anschlussfinanzierung dank eines Sonderkündigungsrechts nach zehn Jahren aus dem Darlehen aussteigen und neu abschließen.

„Die Wahl einer langen Zinsbindung ist immer auch eine Wette auf steigende Zinsen“, sagt Oppel. Erst recht wer mit wenig Eigenkapital und niedrigen Tilgungsraten finanziert, sollte nicht spekulieren und auf alle Fälle eine lange Zinsbindung wählen. Historisch betrachtet liegen die aktuellen Zinsen weit unter dem langjährigen Durchschnitt von rund 6 Prozent.