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HVB Group: Erfreuliche Erholung im zweiten Quartal 2008

Dr. Wolfgang Sprißler

Im zweiten Quartal 2008 führten die Erholungstendenzen an den Finanzmärkten sowie die weitgehend stabile Entwicklung der nicht unmittelbar von den Finanzmarktturbulenzen betroffenen Divisionen Privat- und Geschäftskunden, Firmenkunden & kommerzielle Immobilienkunden und Wealth Management in der HVB Group zu einem deutlich positiven Ergebnis vor Steuern in Höhe von +684 Mio. Euro: gegenüber dem ersten Quartal 2008 bedeutet dies eine Verbesserung um eine Milliarde Euro. Auch der Gewinn in Höhe von +476 Mio. Euro hat sich nach einem Verlust im ersten Quartal von -282 Mio. Euro kräftig erholt. Damit zeigt sich in Zeiten der Krise die Bedeutung eines ausgewogenen operativen Geschäftsmodells.

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Das zweite Quartal 2008 war vor allem im April und Mai 2008 durch eine Erholung gekennzeichnet, während sich im Juni das Umfeld erneut verschlechterte. Das Handelsergebnis der HVB Group verbesserte sich im zweiten Quartal 2008 auf einen deutlich positiven Wert in Höhe von +318 Mio. Euro. Insbesondere die massiven Marktverwerfungen sowie die Ausweitung der Credit Spreads hatten im ersten Quartal 2008 zu einem negativen Ergebnis vor Steuern von -647 Mio. Euro geführt.

Auch das Ergebnis vor Steuern der Division Markets & Investment Banking verbesserte sich von einem negativen Wert nach den ersten drei Monaten (-640 Mio. Euro) auf ein deutlich positives Ergebnis vor Steuern in Höhe von +356 Mio. Euro für das zweite Quartal 2008. Insgesamt kam es im zweiten Quartal 2008 im Bereich Structured Credit, unter anderem durch leicht rückläufige Credit Spreads, zu einer deutlichen Erholung des Ergebnisses auf +146 Mio. Euro, nachdem dieser Bereich im ersten Quartal 2008 noch mit -815 Mio. Euro belastet war.

Fair-Value-Veränderungen aus den Marktschwankungen von ABS Papieren der Kategorie "Available for Sale", bei denen keine Impairmentkriterien gemäß IAS 39.59 vorlagen und bei denen sonst keine Wertberichtigungen vorzunehmen waren, sind in der AfS-Rücklage (so genannte Neubewertungsrücklage) im Eigenkapital mit -40 Mio. Euro für das zweite Quartal 2008 enthalten (1. Quartal 2008: -47 Mio. Euro).

Die LBO-Finanzierungen werden im Rahmen der Forderungsbewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. In Abhängigkeit des individuellen internen Ratings wird regelmäßig untersucht, ob ein Impairmentbedarf im Sinne des IAS 39.58 vorliegt. Dabei ergab sich bei den LBO Finanzierungen auf Grund der guten Qualität der Kreditnehmer auch im zweiten Quartal 2008 kein Wertberichtigungsbedarf auf Einzelengagementebene.

Zahlenüberblick zum 2. Quartal 2008:
Die HVB Group verzeichnete im zweiten Quartal 2008 eine sehr erfreuliche finanzielle Erholung gegenüber dem durch die Finanzmarktkrise stark belasteten ersten Quartal 2008. Die operativen Erträge stiegen kräftig um 974 Mio. Euro auf 1.701 Mio. Euro an, das sind 134%: Der Zinsüberschuss – inklusive der Dividenden – erhöhte sich um 3,7%. Der Provisionsüberschuss lag mit 383 Mio. Euro nur wenig unter dem Wert des Vorquartals (- 3,8%). Das Handelsergebnis erholte sich auf einen deutlich positiven Wert in Höhe von 318 Mio. Euro. Die Verwaltungsaufwendungen lagen leicht über dem Vorquartal 2008 (+2%). Das operative Ergebnis war mit +813 Mio. Euro im zweiten Quartal erfreulich positiv, nach einem operativen Verlust im ersten Quartal 2008 von -144 Mio. Euro. Die Kreditrisikovorsorge reduzierte sich kräftig um 63,1%. Das Ergebnis vor Steuern liegt mit +684 Mio. Euro um eine Milliarde über dem ersten Quartal und auch der Gewinn hat sich kräftig auf +476 Mio. Euro erholt.

Geschäftsentwicklung im 1. Halbjahr 2008:
Per Ende Juni 2008 führten die zwischenzeitlichen Erholungstendenzen an den Finanzmärkten sowie die weitgehend stabile Entwicklung der nicht unmittelbar von den Finanzmarktturbulenzen betroffenen Divisionen Privat- und Geschäftskunden, Firmenkunden & kommerzielle Immobilienkunden und Wealth Management in der HVB Group zu einem deutlich positiven Ergebnis vor Steuern in Höhe von 366 Mio. Euro und zu einem Gewinn in Höhe von 194 Mio. Euro.

Für die ersten sechs Monate dieses Jahres weist die HVB Group trotz der Erholungstendenzen im zweiten Quartal noch ein negatives Handelsergebnis in Höhe von -329 Mio. Euro aus. Ursächlich dafür sind die im ersten Quartal 2008 entstandenen Belastungen aus weit überwiegend dem Handelsbestand zugeordneten ABS-Produkten. Im ersten Halbjahr 2008 haben ABS-Produkte die Gewinn- und Verlustrechnung mit -552 Mio. Euro belastet. Fair-Value-Veränderungen aus den Marktschwankungen von ABS Papieren der Kategorie "Available for Sale", bei denen keine Impairmentkriterien gemäß IAS 39.59 vorlagen und bei denen sonst keine Wertberichtigungen vorzunehmen waren, sind in der AfS-Rücklage (so genannte Neubewertungsrücklage) im Eigenkapital mit -87 Mio. Euro für das Halbjahr 2008 enthalten.

Die HVB Group verzeichnete vor dem Hintergrund eines im 1. Halbjahr 2008 schwierigen Marktumfelds eine ordentliche finanzielle Entwicklung. Die operativen Erträge reduzierten sich gegenüber dem erfolgreichen Vorjahr um rund 39%: neben dem negativen Handelsergebnis war auch der Provisionsüberschuss rückläufig. Der originäre Zinsüberschuss blieb mit 6,2% etwas unter dem hohen Vorjahresniveau; bereinigt stieg er um 1,7% an. Der Provisionsüberschuss ging im Zuge der Finanzmarktkrise um 19,9% zurück. Die Verwaltungsaufwendungen wurden kräftig um 7,3% verringert. Das operative Ergebnis war mit 669 Mio. € deutlich positiv, wenn auch rund 68% niedriger als im starken Vorjahreszeitraum. Die Kreditrisikovorsorge wurde um 34,4% kräftig verringert. Das Ergebnis vor Steuern liegt mit 366 Mio. Euro unter dem Vorjahr, ist jedoch trotz der Belastungen aus der Finanzkrise im ersten Quartal im ersten Halbjahr 2008 deutlich positiv.

Dr. Wolfgang Sprißler, Sprecher des Vorstands der HypoVereinsbank: "Trotz der andauernden Finanzmarktkrise sind wir mit dem Ergebnis des zweiten Quartals 2008 durchaus zufrieden. Nach Erholungstendenzen im April und Mai dieses Jahres sind keine weiteren wesentlichen Belastungen aus der Finanzmarktkrise aufgetreten. Die Gesamtjahresentwicklung 2008 ist aus heutiger Sicht schwer zu prognostizieren, sie bleibt abhängig vom weiteren Verlauf der Finanzmarktkrise und ihrem Einfluss auf die Realwirtschaft. Mittelfristig haben wir uns im Rahmen der 3-Jahres-Planung ehrgeizige Ziele gesetzt und sind zuversichtlich, dass wir diese mit Blick auf die gute Positionierung unserer Divisionen in Deutschland auch erreichen werden."