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HSH Nordbank meldet Gewinneinbruch

Hans Berger

Die HSH Nordbank hat im ersten Halbjahr 2008 einen drastischen Gewinneinburch hinnehmen müssen. Der Konzernüberschuss belief sich auf 129 Mio. Euro (Vorjahr: 727 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Steuern lag bei 99 Mio. Euro (Vorjahr: 871 Mio. Euro). Darin enthalten sind Abschreibungen auf das Credit-Investment-Portfolio in Höhe von 511 Mio. Euro.

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Mit der Veröffentlichung dieser Zahlen sind die Folgen aus der Finanzmarktkrise nicht wegzureden. Der Vorstand der Bank hat infolgedessen ein umfassendes Maßnahmenpaket beschlossen, mit dem die Finanzkraft der Bank deutlich gesteigert werden soll. „Wir rechnen damit, dass die Finanzmarktkrise länger andauert. Mit unserem Programm verbessern wir unsere Wettbewerbsposition und machen unser Haus wetterfest“, sagte Hans Berger, Vorstandsvorsitzender der HSH Nordbank, anlässlich der Vorlage der Halbjahreszahlen.

Das Programm hat zwei Stoßrichtungen: Weitere Schärfung des
Geschäftsmodells und spürbare Senkung der Kostenbasis. Deshalb wird sich die HSH Nordbank - neben dem marktschonenden Abbau des Credit-Investment-Portfolios - von einer Reihe von Aktivitäten und nicht-strategischen Beteiligungen trennen. Das betrifft vor allem die Bereiche Leasing, das Leveraged-Buy-Out-Geschäft außerhalb Deutschlands, das Immobiliengeschäft am Standort New York und das Firmenkundengeschäft in Asien. Das Netz der Auslandsstützpunkte wird gestrafft und Aktivitäten in den Kerngeschäftsfeldern sowie in den Stabs- und Servicebereichen werden auf ihren Wertbeitrag für die Bank überprüft.

Durch striktes Kostenmanagement soll der Verwaltungsaufwand im laufenden Jahr auf Vorjahresniveau (984 Mio. Euro) begrenzt
werden. Vorgesehen ist, die Kostenbasis bis 2010 weiter auf 900 Mio. Euro zu senken.

Mit der Umsetzung dieses Programms wird es auch zu einem Abbau von Arbeitsplätzen in der Bank kommen. Der Vorstand kündigte an, dass bis 2010 im Ausland rund 200 Vollzeitstellen entfallen werden, in Deutschland etwa 400. Betriebsbedingte Kündigungen sollen dabei vermieden werden.

Ergebnisse im 1. Halbjahr 2008
Der Zinsüberschuss vor Risikovorsorge hat sich im ersten Halbjahr 2008 positiv entwickelt und lag mit 799 Mio. Euro rund 11 Prozent über dem Vergleichswert des vergangenen Jahres. Nach Risikovorsorge sank der Zinsüberschuss um rund 19 Prozent auf 668 Mio. Euro. Grund für den Rückgang war eine planmäßig höhere Risikovorsorge im Kreditgeschäft in diesem Jahr. 2007 wurden dagegen Portfoliowertberichtigungen aufgelöst.

Der Provisionsüberschuss ging im ersten Halbjahr 2008 auf 100 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 179 Mio. Euro). Verantwortlich dafür waren eine nachlassende Konjunktur und eine Zurückhaltung der Anleger auf Grund der schwachen Börsenentwicklung. Die Entwicklung an den Wertpapiermärkten hat auch im ersten Halbjahr 2008 zu Abschreibungen im Credit-Investment-Portfolio der Bank in Höhe von 511 Mio. Euro geführt. Das schlägt sich vor allem im Handelsergebnis mit -64 Mio. Euro (Vorjahr: 115 Mio. Euro) und im Finanzanlageergebnis mit -164 Mio. Euro (Vorjahr: 178 Mio. Euro) nieder.

Der Verwaltungsaufwand stieg in den ersten sechs Monaten 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 12,6 Prozent auf 490 Mio. Euro, der
Personalaufwand um 9,5 Prozent. Dieser Anstieg beruht wesentlich darauf, dass im Berichtszeitraum die Zahl der Beschäftigten im Schnitt um 270 über der des Vorjahres lag. Der Sachaufwand erhöhte sich auf 248 Millionen Euro (Vorjahr: 214 Mio. Euro). Dies ist vor allem auf erhöhte EDV-Infrastrukturinvestitionen zurückzuführen.

Die Bilanzsumme lag zum 30. Juni 2008 bei 204,4 Mrd. Euro und blieb damit nahezu konstant (31.12.2007: 204,9 Mrd. Euro). Die Kernkapitalquote verbesserte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 6,5 Prozent.