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Hotelmarkt Osteuropa im Aufschwung - Teil 1

Nach vier Jahren mit schwierigen Marktbedingungen scheint der turn around auf fast allen europäischen Hotelmärkten 2005 geschafft. Das gilt für die Performance des Großteils der 24 untersuchten 4- und 5-Sterne Hotelmärkte.

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In die osteuropäische Performance-Untersuchung sind dabei die wichtigsten Märkte Budapest, Moskau, Prag, Warschau und St. Petersburg eingegangen. Generell hat in den vergangenen Jahren die Nachfrage in den osteuropäischen Hotelmärkten gewaltig an Fahrt aufgenommen. Gemessen am durchschnittlichen Zimmerpreis* zeigten Moskaus 4- und 5-Sterne Hotels 2005 mit 34,4 % sogar europaweit den höchsten Zuwachs. Mit einem durchschnittlich zu bezahlenden Zimmerpreis von 187,50 Euro positioniert sich Moskau europaweit auf Platz 5, St. Petersburg mit 180,54 Euro immerhin auf 7. Zwar macht in Osteuropa beim Zimmerpreis den beiden russischen Hotelmärkten keiner etwas vor, die Top 3 in Europa - Mailand (294,13 Euro), Paris (281,75 Euro) und London (277,26 Euro) - bewegen sich aber in anderen Größenordnungen. Prag (101,40 Euro), Warschau (81,27 Euro) und Budapest (74,91 Euro) finden sich am anderen Ende der europäischen Skala wieder: die durchschnittlich erzielten Zimmerpreise reichen nur für einen Platz unter den letzten fünf. Nichts desto trotz: auch diese drei osteuropäischen Hotelmärkte haben in den letzten Jahren ein erfreuliches Nachfragewachstum erlebt. Budapest beispielsweise verbuchte im Zeitraum 2000 bis 2005 ein Plus von insgesamt 32,1 % in der Übernachtungsnachfrage, in 2005 allein waren es + 13,8 %. Auch Prag konnte mit Zuwachszahlen aufwarten: ein Plus von 12 % im Übernachtungsvolumen seit 2000, im Einjahresvergleich legte die Stadt an der Moldau 2005 um 7,3 % zu. Für Warschau stehen derzeit nur die Zahlen bis 2004 zur Verfügung, in diesem Zeitraum schlägt ein deutliches Plus von 32,8 % bei den Übernachtungen zu Buche.



Schlüsselfaktoren für die erfreuliche Entwicklung in diesen Städten sind neben der EU-Osterweiterung eine hohe touristische Attraktivität und das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis, unterstützt durch die zunehmenden Angebote der Billig-Airlines in den vergangenen Jahren. Budapests Flughafen Ferihegy Airport zählte insgesamt im vergangenen Jahr ca. 8 Mio. Passagiere (+ 25 % gegenüber 2004), mehr als Warschau (ca. 7 Mio.), aber deutlich weniger als Prag (knapp 11 Mio.). „Die Low-Budget-Airlines haben ihr Volumen beispielsweise in Budapest mehr als verdoppelt (auf über 2 Mio. in 2005). In der Konsequenz halten vor allem preissensible und touristisch motivierte Gäste den durchschnittlichen Zimmerpreis insbesondere in der ungarischen Hauptstadt auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau“, so Christoph Härle, Executive Vice President bei Jones Lang LaSalle Hotels und verantwortlich für Deutschland, Zentral- und Osteuropa. Und weiter: „Hinzu kommt, dass sich eine Vielzahl von Hotelbetreibern angesichts des „Osteuropa-Booms“ eine Repräsentanz in diesen Märkten gesichert haben, was zu einem starken Angebotswachstum und teilweise kurzfristigen Ungleichgewicht geführt hat – mit ebenfalls dämpfender Wirkung auf die Entwicklung der Zimmerpreise“.



Das gesamte Zimmerangebot in Warschau ist seit 2000 um 60 % gewachsen, in Prag um etwa 33 % und Budapests Kapazitäten zeigten ein Plus von rund 25 %. Resultat war vor allem in Warschau ein Überangebot an Zimmern. Prag und Budapest - als touristisch entwickelte und nachgefragte Märkte - können die eher niedrigen Zimmerpreise mit einer durchaus ansehnlichen Auslastung von über 70 % ausgleichen. Prag positionierte sich mit 75,3 % in Europa auf Platz drei – nur getoppt von Amsterdam (78,5 %) und Edinburgh (76,4 %). Budapests Hoteliers verbuchten 72,3 % und lagen damit ebenso unter den Top 10. Warschaus 4- und 5-Sterne Hotels schafften in 2005 immerhin - auf Kosten des Zimmerpreises, der um 6,8 % nachgab - einen Anstieg bei der Belegung von 49,6 % auf 61,3 % - trotzdem reichte es unter den 24 untersuchten Märkten nur zum vorletzten Platz. Eine noch geringere Auslastung in Europa hatte nur Mailand (60,6 %), allerdings bei einem ansehnlichen durchschnittlichen Zimmerpreis von fast 300 Euro. „Im Gegensatz zu Prag und Budapest ist es Polens Hauptstadt bislang nicht gelungen, sich auch als touristisch attraktive Destination zu etablieren – dazu fehlt es der Stadt an vergleichbarem touristischen Angebot und Charakter. Warschau hat, ähnlich wie Frankfurt am Main, den Ruf einer Business-Stadt. Die Nachfrage ist bisher vom Geschäftsreisesegment dominiert und findet primär unter der Woche statt“.

Der aus dem durchschnittlichen Zimmerpreis pro verfügbarem Zimmer errechnete Room Yield zeigte 2005 London nach wie vor mit 204,47 Euro als Top Performer, dicht gefolgt von Paris (199,38 Euro ). Moskau (EUR 135,75 Euro) nimmt mit deutlichem Abstand zum drittplazierten Mailand (178,18 Euro) Rang 4 ein, etwa auf dem Niveau von Barcelonas 4- und 5-Sterne Hotels (135,12 Euro). Der zweitwichtigste russische Hotelmarkt St. Petersburg erzielte einen Room Yield von 123,72 Euro - gleichbedeutend mit Position 8 im europäischen Vergleich. Während Prag mit EUR 76,36 auf Platz 20 landete und Budapest aufgrund der guten Belegungsquote wenigstens die EUR 50-Marke noch übertraf (vorletzter Platz in Europa), reichte es Warschau beim Room Yield nur zu 49,80 Euro- damit europäisches Schlusslicht.


*Die genannten durchschnittlichen Zimmerpreise in den untersuchten 4- und 5-Sterne Hotels sind grundsätzlich jeweils ohne Mehrwertsteuer, Frühstück und unter Berücksichtigung von Nachlässen


Lesen Sie - Teil 2 - von "Hotelmarkt Osteuropa im Aufschwung" Hier