Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Hotellerie in Nordeuropa bietet Wachstumschancen

Kimmo Virtanen

„Stabil“ lautet kurz und knapp die wirtschaftliche Perspektive für die Hotelmärkte in den skandinavischen und nordosteuropäischen Ländern, fragt man die Experten des Immobilienspezialisten Christie + Co. Skandinavien mit seiner stabilen Wirtschaft bietet eine gute Grundlage für langfristige Entwicklung, so das Fazit.

.

Über Besucherzahlen kann sich die Region nicht beklagen. Reisende assoziieren Skandinavien mit frischer Luft, Sauberkeit und sicherer Umgebung. Diesen Eindruck gewann auch Kimmo Virtanen, der seit knapp einem Jahr als Geschäftsführer für Nordeuropa das Büro des Immobilienexperten Christie + Co in Helsinki leitet. „Obwohl die Region, wie die meisten in Europa, auch Tiefschläge verkraften musste, hält sie sich bislang stabil und verspricht trotz Finanzkrise sogar Wachstumspotenzial“, weiß Virtanen.

Sowohl im skandinavischen als auch im nordosteuropäischen Hotelmarkt lag der Schwerpunkt bislang hauptsächlich auf dem mittleren Angebotssegment, das wiederum nationale Hotelketten dominieren. „Die nordischen Märkte mögen im Vergleich zu Westeuropa klein sein, dennoch bieten sie eine vielversprechende Tourismusbranche mit Standorten, die sich optimal für die Ansiedlung neuer Marken und Hotelprodukte eignen“, erklärt Virtanen. Vor allem die Märkte in Russland versprechen trotz aller dort lauernden Herausforderungen hervorragende Wachstumschancen. „Insbesondere für neue Entwicklungsprojekte, Investments oder Re-brandings biete die Region exzellente Perspektiven – besonders in bislang unterrepräsentierten Segmenten“, meint er.

Obwohl internationale Hotelketten ihre Präsenz in Moskau verstärken, leidet der Hotelmarkt der russischen Metropole noch immer an einer Unterversorgung an Hotelzimmern. Das hält Belegungsraten und durchschnittliche Zimmerpreise auf einem hohen Niveau, zumal Moskau sowohl Geschäfts- als auch Freizeitreisende anzieht. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres stiegen die Übernachtungszahlen um 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Während die Belegungsraten bei 68 Prozent stabil blieben, stieg der durchschnittliche Zimmerpreis um knapp zehn Prozent auf 261 Euro; der RevPAR legte um etwa 11 Prozent auf 178 Euro zu.

Helsinki etwa zieht verstärkt Touristen aus Osteuropa, vor allem aus Russland, an. Laut Statistiken von Smith Travel Research (STR) stiegen die Übernachtungszahlen bis Ende Juli 2008 im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Prozent bei einem gleichzeitigen Anstieg der Zimmerkapazität um deutlich über fünf Prozent. Obwohl die Belegungsrate von 66 Prozent auf ca. 64 Prozent sank, blieb der durchschnittliche Zimmerpreis mit 111 Euro unverändert, der RevPAR ging geringfügig auf 71 zurück.

Stockholm verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Übernachtungsanstieg von 3,3 Prozent, während die gesamte Zimmerkapazität um mäßige 2,3 Prozent anstieg. Trotzdem bleib die Belegungsrate auf 70 Prozent und der durchschnittliche Zimmerpreis stieg um 6 Prozent auf 126 Euro. Das trieb den RevPAR um sieben Prozent auf 88 Euro. Damit bleibt Stockholm der größte Markt in der Region.

Kopenhagen ist zwar auch weiterhin bei Freizeitreisenden sehr beliebt, verzeichnete aber einen leichten Rückgang der Übernachtungszahlen in den ersten sieben Monaten des Jahres 2008. Diese Entwicklung in Kombination mit einem Anstieg des Zimmerangebots von ungefähr zwei Prozent führte zu einem Rückgang der Belegungsrate von 69 auf 66 Prozent. Trotz allem stieg der durchschnittliche Zimmerpreis von 112 auf 120 Euro und verhalf dem RevPAR zu einer Steigerung um mehr als drei Prozent auf 79 Euro.