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Hot Spot Ukraine – mit oder ohne Fußball-EM 2012

„Als Initialzündung und Motivationsschub ist die Fußball-EM 2012 für die Ukraine von immenser Bedeutung“, beginnt Christian Walter, Senior Consultant bei PKF hotelexperts Wien, betont aber zugleich: „Ganz wichtig: Dieses sportliche Großereignis ist jedoch nicht Ursache der Entwicklung, höchstens Anlass: Die Ukraine verfügt – neben Russland – generell über das größte Entwicklungspotenzial in Osteuropa und zugleich das größte Unterangebot an qualitativ hochwertigen Hotelbetten.“ Kurz: Mit oder ohne Fußball-EM 2012 wird sich das rund 604.000 Quadratkilometer große Land ( 1,7 mal so groß wie Deutschland) mit rund 49 Millionen Einwohnern zwischen Europäischer Union und Russland in den nächsten Jahren zu einem zentralen Schauplatz der Hotelwirtschaft entwickeln. Rund 30 bis 40 Hotelprojekte sind zurzeit allein in Kiew in Diskussion, Planung oder bereits im Bau. Christian Walter: „Städte-Destinationen stehen aktuell im Fokus der Investoren: Neben der Hauptstadt Kiew sind dies die Schwarzmeermetropole Odessa, Kharkov, die größte Universitätsstadt der Ukraine, das westukrainische Zentrum Lemberg, sowie die beiden ostukrainischen Industrieorte Dnepropetrovsk und Donetsk.“ Auf die UEFA-Entscheidung Ende September ist Walter dennoch gespannt: „Mit der EM hätte die Ukraine natürlich eine tolle Bühne für die touristische Vermarktung.“

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Internationale Entwicklung mit regionalen Experten
Neben den Stadthotels, stehen auch Ferienresorts in klassischen Urlaubsregionen wie der Halbinsel Krim und den Gebirgszügen der Karpaten auf dem Programm. Mindestens rund drei bis fünf Jahre dauert eine Hotelentwicklung in der Ukraine im Durchschnitt. Bei den bisher einzigen beiden internationalen Marken in Kiew – Hyatt und Radisson – war es deutlich mehr. „Größter Hemmschuh“, so Walter, der derzeit an verschiedenen Projekten in der Ukraine und in Russland arbeitet, „sind die Genehmigungen und Lizenzen, die teilweise – so zumindest der Anschein – noch willkürlich vergeben oder verweigert werden.“ So sei etwa auch die Eröffnung des InterContinental Kiew bereits 2008 und nicht erst 2009 geplant gewesen. Zentral für den Erfolg eines Projekts sei in jedem Fall die möglichst enge Vernetzung mit Partnern aus der Region: „Internationale Hotelgruppen oder -entwickler tun sich ohne einheimische Expertise erheblich schwerer. “

„Dran bleiben“ heißt die Devise
„Langfristig näher an Mitteleuropa und der EU als an Russland“ und zugleich zentral als Mittler zwischen dem Osten und dem Westen, könne, so Christian Walter, die Bedeutung der Ukraine gar nicht hoch genug eingeschätzt werden: „Man muss als internationale Hotelgruppe unbedingt dran bleiben – heute einen Fuß in die Tür bekommen, um in Zukunft am Markt teilzuhaben.“ Das kann sich lohnen: „Die Ukraine hat rund 50 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, jede generell prädestiniert für Hotels.“ Klassisch beginnt die Entwicklung eines Hotelmarktes mit Vier-Sterne-Produkten, „unsere Empfehlung ist dringend auch das Budget-Segment“. Ein so großes und bevölkerungsreiches Land wie die Ukraine ist für Projektentwickler und Hotelgruppen von strategischer Bedeutung. Es drängt sich für eine flächendeckende Expansion von Hotelmarken, insbesondere im Ein-, Zwei- und Drei- Sterne- Bereich, geradezu auf. Für Walter und das Beraterteam von PKF hotelexperts steht fest: „Es ist noch nicht entschieden, welchen politischen Weg die Ukraine einschlagen wird, und die relativ geringe Rechts- und Planungssicherheit ist eine Herausforderung für ausländische Entwickler und Investoren – doch das Potenzial ist gegeben und das „window of opportunity“ geöffnet.“