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Heta könnte für Düsseldorfer Hypothekenbank zur Zeitbombe werden

Die Schieflage der als Heta Asset Resolution firmierenden Bad Bank der österreichischen Hypo Alpe Adria zieht immer weitere Kreise. Beinahe täglich bestätigen neue Institute, dass sie ein Stück des ausfallgefährdeten Heta-Anleihenkuchens in Höhe von 8 Milliarden Euro ihr Eigen nennen. Bei der Bayerischen Landesbank (BayernLB) liegt das Exposure laut „Handelsblatt“ bei bis zu 2,8 Milliarden Euro [BayernLB will Immobiliengeschäft ausbauen], die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) ist mit 395 Millionen Euro dabei – was ihr prompt das Jahresergebnis verhagelte [Miese Zahlen vor möglichem IPO: HRE-Nachfolgerin droht Forderungsausfall ]. Besonders böse sieht es nun für die Düsseldorfer Hypothekenbank (DHB) aus: Bei ihr könnte das Ausfallvolumen über dem Wert des Kernkapitals liegen – das wäre dann schnell ein Fall für die Bankenaufsicht.

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Fitch läutete die Alarmglocke
Die US-amerikanische Ratingagentur Fitch hat das langfristige Ausfallrisiko der DHB am Dienstag Abend von „BBB-“ auf „Rating Watch Negative“ (RWN) gesenkt und sich eine Herabstufung auf bis zu „C“ (akut ausfallgefährdet) vorbehalten, falls das Institut keinerlei externe Unterstützung erhalte und sein Geschäft so weiter führe wie bisher. Gleichzeitig verminderte die Agentur das so genannte Viability Rating (VR) der DHB, das deren intrinsische Kreditwürdigkeit misst, auf „c“ – was übersetzt bedeutet: Die Bank kann aus eigener Kraft ein Scheitern nicht mehr verhindern. Noch hat die DHB nicht bestätigt, dass diese Herabstufung mit dem Heta-Schuldenmoratorium zu tun hat. Da Fitch jedoch erst am 24. Februar das DHB-Rating überprüft hatte und nun von „externen Effekten“ spricht, ist eine andere Variante sehr unwahrscheinlich.

Droht eine Kernschmelze im Pfandbriefmarkt?
Auch die Höhe des DHB-Exposures ist strittig, da die Bilanz für 2014 erst am 29. April vorgelegt wird. Nach den letzten verfügbaren Zahlen hatte die DHB Ende 2013 noch Heta-Anleihen im Wert von 348 Millionen in den Büchern. Marktbeobachter waren davon ausgegangen, dass sich diese Summe zwischenzeitlich auf 280 Millionen verringert hat, die „Süddeutsche Zeitung“ beruft sich jedoch auf informierte Kreise, die bis zu 400 Millionen Euro für möglich halten. Letztlich ist es aber egal: Mit einem Kernkapital von zuletzt gut 230 Millionen Euro (per Juni 2014) wäre die Bank so oder so pleite.

Fitch geht offenbar davon aus, dass zur Not der Bankenverband oder der Rettungsfonds SoFFin der DHB beispringen – es wäre nicht das erste Mal. Die Eigentumsverhältnisse bei der DHB sind zudem reichlich opak: Vom US-Private-Equity-Fonds LoneStar 2010 übernommen, sollte das Institut eigentlich dieser Tage an ein Konsortium um den Finanzinvestor Patrick Bettscheider gehen. Da die BaFin-Genehmigung für den Deal noch aussteht, könnte sich das Käuferkonsortium wahrscheinlich im Falle einer massiven Schieflage aus dem Geschäft zurückziehen – das Risiko bliebe an der öffentlichen Hand kleben.

Wenn man bedenkt, dass sich mittlerweile auch die DZ Bank als Heta-Betroffener geoutet hat (mit einem zweistelligen Millionenbetrag) ebenso wie die HVB und die Münchener Rück (mit jeweils dreistelligen Millionenbeträgen) erscheint es geradezu aberwitzig, dass die österreichische Abwicklungsbehörde FMA eine Ansteckungsgefahr für andere Institute verneint hat. Der Pfandbriefmarkt ist der Goldstandard des Kreditwesens, die negativen Auswirkungen durch den Ausfall eines Pfandbriefinstituts sind überhaupt nicht abzuschätzen. Wenn die Meldungen der letzten Tage etwas klar gemacht haben, dann eines: Die Bankenkrise war nie wirklich vorbei, viele Risiken wurden nur verlagert. Am Ende wird sie jemand tragen müssen. Es könnte, wie so oft, der Steuerzahler sein.