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Helaba-Konzern erzielt bisher bestes Halbjahresergebnis

Der Helaba-Konzern erwirtschaftete auf Basis vorläufiger Zahlen im ersten Halbjahr ein Betriebsergebnis nach Risikovorsorge/Bewertung von 252,3 Mio. Euro. Dies bedeutet für den Konzern im anteiligen Vorjahresvergleich (6/12) eine Steigerung um 18,3 %. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge/Bewertung liegt mit 274,2 Mio. Euro um 17,6 % über dem zeitanteiligen Vorjahreswert. Zu diesem Erfolg haben die Wholesale- und Retail-Geschäftssparten im Konzern gleichermaßen beigetragen. Der Anteil des Retailgeschäftes am Betriebsergebnis nach Risiko beläuft sich auf 32,5 %, am Betriebsergebnis vor Risiko auf 27 %. Dr. Günther Merl, Vorsitzender des Vorstandes, sieht das Institut auf gutem Weg: „Nach der Verdoppelung des Betriebsergebnisses in den letzten drei Jahren haben wir unser bisher bestes Halbjahresergebnis erzielt und weiter an Ertragsstärke gewonnen. Wir sind als Europäische Regionalbank sowohl im Wholesale- als auch im Retail-Geschäft mit einem breiten Geschäftsportfolio aufgestellt. Dies ist ein wesentliches Element unserer Zukunftsfähigkeit.“

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Zu der erfreulichen Ertragsentwicklung trugen alle wesentlichen Ertragskomponenten bei. Der Zinsüberschuss als wichtigste Ertragsquelle stieg um 6,2 %; der Provisionsüberschuss legte um 5,4 % zu; das Nettoergebnis aus Finanzgeschäften verbesserte sich um 29,6 %. Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen sind durch die Konsolidierung der Hannover Leasing beeinflusst. Der Verwaltungsaufwand stieg – konsolidierungsbedingt – um 5,2 %.

Das Risiko- und Bewertungsergebnis entspricht mit 21,9 Mio. Euro dem anteiligen Vorjahreswert. Auflösungen von Risikovorsorge im Kreditgeschäft standen die weitere Stärkung stiller Reserven und ein marktbedingter Rückgang des Bewertungsergebnisses aus Liquiditäts-Wertpapieren gegenüber.

Die positive Entwicklung des Konzerns spiegelt sich auch in der weiteren Verbesserung der Finanzkennziffern wider. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern stieg von 19,1 % auf 21,0 %. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich von 68,1 % auf 65,6 %. Die Kapitalquote erhöhte sich von 10,7 % auf 12 %. Bei den Risikoaktiva und damit der Eigenmittelunterlegung wirkten sich im ersten Halbjahr 2007 erstmals die Entlastungseffekte des mit der Basel II-Umstellung vollzogenen Übergangs auf aufsichtsrechtlich anerkannte interne Ratingmodelle aus. Die Helaba gehört zu den ersten Kreditinstituten in Deutschland, die bereits die neuen, zum Jahresbeginn in Kraft getretenen Meldevorschriften der Solvabilitätsverordnung anwenden. Die Basel-II-Umstellung hat aufgrund des vorsichtigen Risikoprofils zu einer deutlichen Entlastung der Eigenkapitalposition geführt.

Zum 30.6.2007 verzeichnete der Helaba-Konzern ein Geschäftsvolumen von 250 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Zuwachs von 10 Mrd. Euro bzw. 4,2 % gegenüber Jahresende 2006. Die Bilanzsumme zeigt einen Anstieg um 3,2 % auf 173,1 Mrd. Euro.

Subprime-Krise als Chance begreifen
Die anhaltend hohen Liquiditätsüberhänge hatten in Verbindung mit einer hohen Wettbewerbsintensität in den letzten Jahren bei vielen Finanzmarktakteuren zu einer deutlichen Zunahme der Risikobereitschaft und zu einer anhaltenden Margenverengung an den Kredit- und Wertpapiermärkten geführt. Inwieweit die aktuelle Krise am US-Hypothekenmarkt eine generelle Korrekturphase einleitet, bleibt abzuwarten. Die Helaba weist konzernweit aktuell keinerlei Außenstände bei US-Subprime-Hypothekenfinanzierungen auf. Die in Dublin ansässige Verbriefungsplattform „Opus Alpha“, mit der die Bank im außerbilanziellen Geschäft vor allem mit Zielkunden zusammenarbeitet, weist ein Geschäftsvolumen von 1,5 Mrd. Euro auf. Hiervon stammen 1,3 Mrd. Euro aus der Verbriefung von Forderungen von deutschen Großunternehmen, insbesondere aus der Automobil-, Leasing- und Pharmabranche. Im Volumen von 0,2 Mrd. Euro ist „Opus Alpha“ in einem Portfolio erstklassig bewerteter europäischer ABS-Papiere investiert. „Mit unseren traditionell strengen Bonitätsstandards für Kredit- und Wertpapierportfolios fühlen wir uns durch die gegenwärtigen Marktverhältnisse in unserer vorsichtigen Risikopolitik bestätigt. Sofern die aktuellen Entwicklungen an den Kredit- und Wertpapiermärkten eine Rückbesinnung auf angemessene Risiko- und Rentabilitätsstandards im Markt insgesamt auslösen, wäre die gegenwärtige Marktbereinigung eine Chance für die Finanzindustrie“, so Merl.

Immobilien und Corporate Finance wesentliche Wachstumstreiber
Im Wholesale-Geschäft stellen unverändert die Sparten Immobiliengeschäft und Corporate Finance die wesentlichen Wachstumstreiber des Helaba-Konzerns dar. Daneben haben sich das Kapitalmarktgeschäft und das Spezialfondsgeschäft der Helaba Invest sehr erfreulich entwickelt.

Im Immobiliengeschäft konnte der Helaba-Konzern mit einem Geschäftsvolumen von 28,7 Mrd. Euro (+ 5,1 %) seine Marktposition als einer der führenden deutschen „Komplett- Immobiliendienstleister“ weiter ausbauen. Das Immobilienkreditgeschäft verzeichnet im ersten Halbjahr ein Neugeschäftsvolumen von 6,1 Mrd. Euro. Hiervon entfallen mit 3,5 Mrd. Euro knapp 60 % auf das Ausland. Die internationale Ausrichtung wurde konsequent fortgesetzt.

In den Ausbau der Arrangierungs- und Syndizierungskapazitäten wurde personell investiert. Die im Vorjahr eingeleitete Expansion in Zentral- und Nordeuropa verläuft planmäßig, der Kreditbestand hat sich hier gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf knapp 1 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Das USA-Geschäft, in dem sich die Helaba auf gewerbliche Immobilienfinanzierungen konzentriert, entwickelte sich mit einem Bestandszuwachs von knapp 10 % überproportional. Die größte Einzelfinanzierung in Großbritannien mit einem Volumen von 272 Mio. Euro stellte der Neubau des Heron Towers in London dar. Das Inlandsgeschäft profitierte von dem weiteren Anziehen der Kernmärkte und der ungebrochen hohen Nachfrage institutioneller Anleger. Hier konnte sich die Helaba bei großvolumigen Transaktionen erfolgreich als Partner ausländischer Investoren in Deutschland positionieren.

Die Helaba-Tochter OfB Projektentwicklung GmbH festigte im ersten Halbjahr 2007 mit einer Zunahme des laufenden Investitionsvolumens von 250 Mio. Euro auf 1,5 Mrd. Euro (+ 20 %) ihre Position als führender Gewerbeprojektentwickler im Rhein-Main-Gebiet weiter. Auch die Geschäftsentwicklung der Tochtergesellschaft GWH, mit 44.500 Wohnungen das zweitgrößte hessische Wohnungsunternehmen, verlief in den ersten sechs Monaten weiter positiv. Zur Arrondierung wurden weitere Wohnungsbestände erworben.

Das Corporate Finance-Geschäft verlief in einem wettbewerbsintensiven Umfeld sehr lebhaft. Trotz hoher vorzeitiger Tilgungen nahm das Geschäftsvolumen um 1 Mrd. Euro bzw. 3 % auf 34,9 Mrd. Euro zu. Es ist gelungen, verstärkt Arrangierungsmandate zu gewinnen und Führungspositionen in Finanzierungskonsortien zu übernehmen. Besondere Schwerpunkte bildeten öffentliche Infrastruktur- und Energieversorgungsprojekte in Deutschland sowie in der EU.

Die Hannover Leasing (Helaba-Anteil: 75 %), einer der Marktführer für geschlossene Fonds in Deutschland, hat im ersten Halbjahr 2007 neues Eigenkapital im Volumen von knapp 200 Mio. Euro in den Asset-Klassen Immobilien, Private Equity und Schiffen eingeworben.

Die 100%ige Helaba-Tochter Helaba Invest hat ihre Position unter den führenden Kapitalanlagegesellschaften im institutionellen Asset Management weiter ausgebaut. Das Spezialfondsvolumen legte mit gut 7% im Vergleich zum Gesamtmarkt überdurchschnittlich zu. Mit einem betreuten Anlagevolumen von knapp 32 Mrd. Euro zur Jahresmitte ist die Helaba Invest die zweitgrößte Spezialfondsgesellschaft im Landesbankensektor. Davon entfallen annähernd 25 Mrd. Euro auf Master-KAG Mandate, ein Marktsegment, in dem die Helaba zu den Marktführern in Deutschland zählt. Im Portfolio Management konnte die Gesellschaft aufgrund ihrer neuen innovativen kennzahlenbasierten Ansätze deutlich zulegen.

Das Wholesale-Geschäft der Helaba war insgesamt in den ersten sechs Monaten durch organisches Wachstum in den Kerngeschäftsfeldern geprägt. Bei weiterhin verhaltener Kreditnachfrage und anhaltendem Margendruck im Inland erlaubte die über das internationale Standortnetz erreichte hohe Marktpositionierung im Ausland die Nutzung von Ertragsmöglichkeiten bei Beibehaltung des konservativen Risikoprofils.

Frankfurter Sparkasse und 1822direkt erhöhen Kundeneinlagen
Die Frankfurter Sparkasse hat im ersten Halbjahr 2007 sowohl im Filialgeschäft als auch im Direktbankgeschäft spürbar zugelegt. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 1,4 Mrd. Euro (+ 9 %) auf 16,8 Mrd. Euro. Sowohl beim Zinsüberschuss als auch beim Provisionsüberschuss konnten deutliche Zuwächse erzielt werden.

Im Filialgeschäft stiegen die Kundeneinlagen um rund 250 Mio. Euro (+ 2,8 %). Im neuen Geschäftsfeld der Unternehmenskunden mit Umsätzen zwischen 50 und 500 Mio. Euro Umsatz fasst die Frankfurter Sparkasse in ihrer Region erfolgreich Fuß. Im Geschäftsfeld „1822 Private Banking“ hat sich die Frankfurter Sparkasse neu positioniert und will in den kommenden Jahren stärker als der Markt wachsen. Die Sparkasse hat die Neuausrichtung ihres Vertriebes mit dem Ziel einer deutlichen Erhöhung der Vertriebskraft abgeschlossen. Der in diesem Vertriebskonzept ebenfalls vorgesehene Umbau der Filialen wird in den nächsten fünf Jahren erfolgen. Die Sparkasse sucht aktiv nach weiteren qualifizierten Vertriebsmitarbeitern.

Die 1822direkt hat ihre Marktposition weiter ausgebaut. Mit einem Zuwachs der Kundeneinlagen um fast 0,8 Mrd. Euro hat sie maßgeblich zum Geschäftswachstum der Frankfurter Sparkasse beigetragen. Die ehrgeizigen Wachstumsziele für 2007 wurden bereits zur Jahresmitte erreicht bzw. übertroffen. So stieg die Zahl der Neukunden im ersten Halbjahr um 65.000 (+ 20 %) auf 375.000. Das Einlage- und Depotvolumen erreichte Ende Juli 5,3 Mrd. Euro. Bis zum Jahresende soll beim Einlage- und Depotvolumen die Marke von 6 Mrd. Euro erreicht sein.

Die Retail-Aktivitäten des Helaba-Konzerns mit insgesamt über 1,8 Mio. Kunden umfassen neben der Frankfurter Sparkasse und der 1822direkt insbesondere auch das Bausparkassengeschäft der LBS Hessen-Thüringen und die Beteiligungen an der LB Lux und der LB(Swiss). Merl: „Im Sinne unserer Geschäftsstrategie planen wir, den Retail-Anteil am Ergebnis durch organisches Wachstum mittelfristig auf 40 % zu steigern.“

Erfolgreiche Verbundzusammenarbeit stärkt Ertragskraft
Die Zusammenarbeit in der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen hat sich auch im ersten Halbjahr 2007 weiter intensiviert. Die Verbundintensität liegt mit 74 Prozent weiter auf hohem Niveau. Insbesondere die Nachfrage nach Produkten im Zins- und Währungsmanagement, im Kundengeschäft sowie das Depot A-Geschäft der Sparkassen zog in den ersten sechs Monaten deutlich an. Die von der Helaba für Sparkassenkunden verwalteten Vermögensbestände entwickelten sich weiter positiv. Durch die Verbreiterung der Produktpalette hat die Helaba ihre Rolle als Verbundbank in der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen erfolgreich ausgebaut. Sie leistete damit auch einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Stärkung der Ertragskraft der Sparkassen-Finanzgruppe. Dies dokumentiert auch der kürzlich vorgelegte konsolidierte Verbundabschluss für 2006, der ein Geschäftsvolumen von rund 300 Mrd. Euro und ein Betriebsergebnis nach Bewertung von knapp 1 Mrd. Euro ausweist. Der Verbund wird von den Rating-Agenturen Fitch und Standard & Poor’s mit „A+ (stabil)“ bzw. „A (positiver Ausblick)“ bewertet.

Ausblick: Betriebsergebnis von mehr als 500 Mio. Euro angestrebt
Nach der Verdoppelung des Betriebsergebnisses in den Jahren 2004 bis 2006 hat der Helaba-Konzern in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres das bislang beste Halbjahresergebnis erreicht. Dank der traditionell vorsichtigen Risikopolitik hat die Helaba weder in den eigenen Büchern noch in Zweckgesellschaften Risiken, die unmittelbar mit dem amerikanischen Subprime-Kreditsegment verbunden sind. „Trotz der Marktturbulenzen in den letzten Wochen sind wir auch für die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte optimistisch. Für das Gesamtjahr 2007 gehen wir unverändert davon aus, dass wir unser ambitioniertes Planungsziel eines Betriebsergebnisses vor Risikovorsorge/Bewertung von mehr als 500 Mio. Euro realisieren können“, so Merl.

Mit einem ausgewogenen Geschäftsfeldportfolio und der diversifizierten Ertragsstruktur verfügt der Helaba-Konzern über ein zukunftsfähiges Geschäfts- und Risikoprofil. Insbesondere der mittlerweile erreichte Mix aus Wholesale und Retail leistet einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Helaba. Merl: „Mit der weiteren Stärkung des Ertragspotentials bilden wir als öffentlich-rechtliches Institut aus eigener Kraft die erforderliche Basis für künftiges Wachstum. In unserem Selbstverständnis als europäische Regionalbank sehen wir uns im Markt gut positioniert.“