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Hamburg: Nachfrageüberhang wird sich verschärfen

In Hamburg, Deutschlands Logistikstandort Nummer 1, wird sich der Nachfrageüberhang bei modernen Lager- und Produktionsflächen in diesem Jahr weiter verschärfen – und zu einem erheblichen Wachstumshindernis für die boomenden Branchen werden. So wurden nach Berechnungen des Immobiliendienstleisters Colliers Grossmann & Berger im ersten Quartal dieses Jahres im Großraum Hamburg rund 80.000 m² Lagerflächen vermietet. Der Umsatz liegt damit in etwa auf Vorjahresniveau, sagt Martin Büchler, Logistikexperte bei Colliers Grossmann & Berger. Für die verhaltene Entwicklung sei aber nicht die mangelnde Nachfrage, sondern das zu geringe Flächenangebot verantwortlich.

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Hamburger Unternehmen aus den Bereichen Transport, Verkehr, Lagerhaltung, Industrieunternehmen und Handel haben auch im 1. Quartal aktiv nach Flächen in allen Größenklassen und Lagen gesucht. Viele Anfragen könnten allerdings derzeit nicht befriedigt werden, so Büchler.

Der Umsatz fand im 1. Quartal primär in den klassischen Logistiklagen im südlichen Hamburg, (Veddel, Harburg, Wilhelmsburg, 40.770 m² bzw. rund 57 Prozent des Flächenumsatzes) und im Osten Hamburgs (Allermöhe, Billbrook, Rothenburgsort, 19.784 m² bzw. rund 28 Prozent) statt.

Etwa 37 Prozent des Flächenumsatzes fanden in der Größenkategorie zwischen 3000 und 5000 m² statt, rund 47 Prozent in der Kategorie über 10.000 m² . In dieser Größenklasse sei das Angebot besonders knapp, liefen die Gesuche am häufigsten ins Leere, so Büchler.

Die Mieten für Lagerflächen tendieren für Neubauten stabil. Bei Bestandsobjekten ist eine leichte Steigerung zu beobachten. Die Spitzenmieten für neue Lagerhallen stoßen bei 5,50 Euro an ihre obere Grenze, die Durchschnittsmiete liegt bei 4,70 Euro. Die Flächen im Westen Hamburgs (zwischen Ottensen und Stellingen entlang der A7) sind etwas preiswerter für durchschnittlich 3,85 Euro zu haben.

"Der Flächenmangel ist schon seit Jahren bekannt; jetzt rächt sich die fehlende Bereitschaft der Investoren, Flächen spekulativ, das heißt ohne Vorvermietung, zu realisieren sowie der Stadt, neue Bebauungspläne für nennenswerte Gewerbeflächen zügig in Angriff zu nehmen", so Büchler. Allein Grossmann & Berger hat Anfragen für Lagerflächen unterschiedlicher Größe von über 140.000 m² Fläche in den Büchern.

Bestandsflächen, selbst solche die als veraltet gelten, sind in den typischen Gewerbegebieten des Hamburger Stadtgebietes so gut wie alle vermietet. Selbst in den Hamburger Randgemeinden gibt es keine nennenswerten Angebote mehr. Für etwas Entspannung werden einige größere Neubauprojekte im südlichen Speckgürtel von Hamburg sorgen, die aber frühestens zum Jahreswechsel auf den Markt kommen. Von diesen Flächen, insgesamt rund 100.000 m², profitieren aber hauptsächlich Logistiker; Unternehmen anderer Branchen, die Flächen von 800 bis 2000 m² benötigen, profitieren davon nicht. Großzügig angelegte Gewerbehöfe mit verschiedenen Flächengrößen könnten hier Abhilfe schaffen.