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GREF: Bullish für Deutschland

Die Hausse könnte weiter gehen, so das Urteil vieler Teilnehmer des "German Real Estate Forum" , das gestern in Frankfurt die wichtigsten Akteure des deutschen Immobilienmarkts zu einer kleinen, aber hochkarätigen Themenkonferenz versammelte. Prominente Branchenvertreter wie Burkard Drescher (Gagfah) und Bernd Knobloch (Eurohypo AG) tauschten sich hier auf Einladung des Veranstalters Maleki Group zum Thema "Challenges Ahead - Learning from the Best" aus. Eckard John von Freyend vertrat den neuen Branchenverband ZIA Zentraler Immobilien-Ausschuss, der als Co-Veranstalter engagiert war.

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Zunehmende Finanzmarktorientierung
Stets wiederkehrendes Thema der Podiumsdiskussionen und Workshops im Congress Center der Messe Frankfurt war der fortschreitende Wandel der deutschen Immobilienbranche zu einem finanzmarktorientierten Business. Bezeichnenderweise war die Veranstaltung am 15. November Teil der Euro Finance Week, dem größte Branchentreffen der europäischen Finanz- und Versicherungsindustrie.

"Liquidity is value"
Für die bisher stark bestands- und transaktionsoriernierten Immobilienranche spielen sämtliche Fragen des Kapitalflusses nun eine Rolle. "Liquidity is value", formulierte Peter D. Linnemann, Professor an der Wharton School in Pennsylvania, in seinem Einführungsvortrag. Viel von der nötigen Transparenz haben sich in Europa und Deutschland in den vergangenen zehn Jahren bereits entwickelt, so John A. Carrafiell, Managing Director der Londoner Niederlassung von Morgan Stanley, in der nachfolgenden Debatte.

Neue Aufgaben mit altem Personal
Mit welchen Human Resources wird man den Schritt zum finanzorientierten Business schaffen? Wolfhard Leichnitz berichtet, dass die IVG Immobilien AG seit zwei Jahren vornehmlich Personal mit starkem Finanzhintergrund rekrutiert. Zugleich wende man große Energie auf die zusätzliche Ausbildung der vorhandenen Manager und Angestellten. Fähigkeiten im Fondsmanagement würden gegenüber ausgeprägten Immobilienkenntnissen zunehmend wichtiger.

Konzentrierung auf große Player
In den Workshops äußerten Marktteilnehmer ihre - manchmal auch kontroversen - Einschätzungen. Weil man die Herausforderungen der vergangenen zehn Jahre gut gemeistert habe, wähnen sich die meisten Branchenakteure gut gerüstet für die Herausforderungen des künftigen Marktes. Zugleich aber rechnet man mit großer Selbstverständlichkeit von starken Konzentrationsprozessen auf vielen Ebenen. "Bullish" auf dem Vermietungsmarkt beispielsweise werden nur Akteure sein, die die zunehmend intensiven Ansprüche der Immobilienbetreung aus einer Hand anbieten können, so Christian Ulbrich, Managing Director von Jones Lang LaSalle, Frankfurt.

Weniger Dilettantismus führt zu Stabilität
Zurück auf dem Podium des großen Konferenzsaal, berichtet Carrafiell vergleichend von den Erfahrungen auf dem US-Markt. Auch dort sei seit den 90er Jahren eine zunehmende Professionalisierung der Immobilienbranche zu beobachten. Projektentwickler seien gezwungen, gegenüber Banken deutlich präzisere Projektpläne vorzulegen. Erfundene Mietvoraussagen hätten angesichts verfügbarer Mietpreisspiegel keine Chance mehr. Die positiven Folgen seien mehr Transparanz, weniger fehlplazierte Investments, foglich weniger Investmentdebakel und mehr Marktstabilität.

Ein Markt für unterschiedliche Akteure
Trotz der zunehmenden Präsenz finanzwirtschaftlicher Modelle und Akteure wird die deutsche Immobilienbranche keine Monokultur gleichartiger Unternehmen sein. Firmen aus unterschiedlichem Background werden sich dort auch künftig engagieren. Am Beispiel von General Electrics (GE) erläuterte Michael Pralle die Immobilienstrategien eines großen Industriekonzerns. Erst 1993 traf GE die Entscheidung, weltweit in das Immobiliengeschäft einzusteigen, stets mit jeweils lokal rekrutierten Managern. Heute liefert GE Real Estate einen Beitrag von 8 % zu den Gesamteinnahmen (General Earning) von GE.