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Geschäftsreisen als Motor der Hotellerie

Für die Hotellerie war das Jahr 2007 eines mit belastenden
Rahmenbedingungen: Deutschland erlebte die stärkste Steuererhöhung in der Geschichte der Regierung. Auch die Unternehmenssteuerreform erleichterte nichts, sondern führte zu zusätzlichen Belastungen für die mittelstandsgeprägte Hotellerie.
Ungebremst schreitet der Verdrängungswettbewerb in der Hotellerie voran, vor allem markenungebundene und profillose Häuser müssen aufgeben. Die Markenhotellerie steht andererseits so stark wie nie zuvor da: Sowohl die Anzahl der Hotelgesellschaften als auch der -kooperationen sind deutlich angestiegen.

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Als Wachstumsmotor der Branche wirken die Geschäftsreisen. Mit den 51,9 Millionen Übernachtungen von Businessgästen in Deutschland wurde im Jahr 2006 ein Umsatz von 11,1 Milliarde Euro erzielt. Berlin und München liegen unangefochten und gleichauf an der Spitze der Businessziele in Deutschland, so eine Untersuchung des VDR Berlin. Erst mit weitem Abstand folgt Hamburg auf Platz 3, vor Frankfurt und Düsseldorf. Im Osten liegen Leipzig und Dresden vorn, auf den Plätzen 9 und 10.

Die Branche besinnt sich in diesen Zeiten auf erprobte Werte: In der Hotellerie stehen derzeit die Zeichen auf Tradition, alte Marken werden wieder aufgegriffen: Accor holt die Marke Pullmann zurück, Marriott relaunched Renaissance und Steigenberger führt in der Ferienhotellerie den Concierge ein. Bei allen Konzepten steht die Individualisierung, das „Customizing“, im Vordergrund. Die Traditionen werden also an die Zukunft angepasst. Vor diesem Hintergrund erleben auch die traditionellen deutschen Kurorte ein Comeback: Sie nutzen ihre Kompetenz im Gesundheitssegment – einige von ihnen können sich so neu als Wellness- und Wohlfühlorte positionieren. Statt auf Patienten setzen sie nun auf selbst zahlende und damit auch anspruchsvollere Gäste. Der große Vorteil der Kurorte: Sie verfügen in der Regel über eine Basis-Infrastruktur, die
den Ort auch für eine touristische Nutzung prädestinieren.

Auch wenn die Bauwirtschaft generell stagniert: Der Hotelbauboom in Deutschland ist ungebrochen: Ende 2007 waren etwa 350 Projekte in Deutschland registriert. Zunehmend stehen auch Mittel- und Kleinstädte auf der Liste der Investoren. Bei den bestehenden Häusern drohen immer noch einige unter nach wie vor vorhandenem Investitionsstau zu zerfallen: Im gesamten Beherbergungsgewerbe werden weniger als zwei Prozent des Gesamtumsatzes (etwa 19,5 Milliarden Euro) in den Bestand re-investiert. Nichtsdestotrotz lässt eine stetig wachsende Zahl an Investitionsprojekten auf Besserung hoffen. Vor allem in den gehobenen Kategorien werden vielfach auch Gewinne für Re-Investitionen verwendet.

Diese Ergebnisse liefert das Trendgutachten Hospitality 2008, dessen Vorab-Ergebnisse die Treugast Solutions Group erstmals anlässlich der ITB Berlin präsentiert hat. Das Trendgutachten untersucht jedes Jahr die wichtigsten Entwicklungen in Tourismus und Hotellerie und stellt dabei die Wachstumssegmente ausführlich dar. Es gibt außerdem Handlungsempfehlungen für Investitionsentscheidungen in der Hotelbranche.

Hauptsache Profil – von Low Budget bis Luxus. Eine eindeutige und scharfe Profilierung ist in der Hotellerie so wichtig wie nie zuvor - nicht alle Häuser können hierbei mithalten. Auch die Ketten- und Systemhotellerie leidet unter Verwechselbarkeit. Wer sich hingegen eindeutig positioniert, kann den Durchbruch schaffen. Besonders deutlich und Erfolg verheißend sind die Trends zum
Lifestylehotel, das Bekenntnis zum Luxus, die Spezialisierung auf Medical Wellness und die Positionierung als (Low) Budget Produkt. Musste es früher die breite Masse sein, erfolgt heute wieder eine Rückbesinnung auf einzelne Zielgruppen.

Deutschland ist Top-Destination für Businessgäste, denn vor allem aus dem Ausland reisen die Businessgäste an: Als Geschäftsreisedestination konnte Deutschland seine Spitzenposition in Europa weiter bestätigen. Und die Zukunft sieht noch besser aus: Laut der Airplus International Travel Management Study rechnen 58 Prozent (Vorjahr: 48 Prozent) der befragten Unternehmen in Europa und den USA mit einem deutlichen Zuwachs an Geschäftsreisen im Jahr 2008. In Deutschland rechnen laut VDR sogar 90 Prozent der Unternehmen mit gleich viel oder noch mehr Geschäftsreisen in diesem Jahr. Ein weiterer Trend bei den Businessreisen: Sie werden „grüner“. Einige Firmen kaufen Emissionsrechte, um CO2-neutral zu fliegen. Außerdem werden die Reisen kürzer: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank auf 2,2 Tage – im Vierjahresvergleich eine Abnahme von rund 15 Prozent. Daneben stieg die Zahl der Tagesgeschäftsreisen an –
um 4 Prozentpunkte auf 49 Prozent.