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Gebäude mit wechselvollen Lebens- und Arbeitswelten

Das Postamt Kaiserstraße 5 hatte viele Gesichter: Zentral gelegen, ein wenig nostalgisch und ein Gebäude
mit wechselvollen Lebens- und Arbeitswelten: Das alte Postgebäude in der Kaiserstraße 5 lebt jetzt wieder auf mit neuer Nutzung. Hier hat sich seit Januar die GT aktiv GmbH niedergelassen.

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Im Inneren des alten Postgebäudes in der Kaiserstraße 5 hat sich in den vergangenen Jahrzehnten vieles ereignet: Reger Betrieb in den Schalterhallen der Post, Leerstand, Lebens- und Wohnraum sowie, ganz aktuell, moderne Büros. Äußerlich blieb die klassizistische Form erhalten: Mit den mit geometrischen Formen verzierten Fenstern und dem prächtigen Portal, das von einem großen Reichsadler geschmückt wird. Das Gebäude wird
von einem Sandsteinsockel getragen, die Dachkonstruktion erinnert an den Barock.

1919 hatte man sich für das zwischen Bahnhof und Kaiserstraße gelegene Niemöllersche Grundstück für den Bau der Post entschieden. Und 1921 siedelte der gesamte Postbetrieb in das neue Gebäude über. Was im Zeitalter des Handys unglaublich klingt, war damals ein bedeutender Schritt im Fernsprechwesen: 1929 wurde in dem neuen Postgebäue ein Selbstanschlussamt für 967 Teilnehmer in Betrieb genommen. Ende des Jahres 1934 wurden 1040 Haupt- und 627 Nebenanschlüsse gezählt. Die Post beschäftigte in diesem Bereich sieben männliche und 24 weibliche Kräfte.

Als Dezember 1981 die Post in den Neubauten an der Ecke Kaiserstraße/Friedrich-Ebertstraße untergebracht wurde, stand in Sachen Verwendung des Gebäudes vieles in der Diskussion: Abriss, Bürgerhaus, Vermietung an die AOV, die Arbeitsgemeinschaft ostwestfälischer Versorgungsbetriebe. Doch obgleich die heimische Presse Anlässe erhielt um zu titeln: "Datenverarbeitung zieht ein", "Kann die Alte Post ein Bürgerzentrum nicht besser aufnehmen?" oder "Abriss der Alten Post ist wahrscheinlich nicht zu verhindern", war das Schicksal dieses Gebäudes noch lange nicht besiegelt.

Anfang der 90iger Jahre kaufte die Stadt das Gebäude für 3,5 Millionen Mark und ließ das Haus für die Unterbringung von Aussiedlern herrichten. Im Oktober konnten die ersten Aussiedler in die Wohnungen einziehen. Als der Bedarf für die Aussiedler mehr und mehr zurückging, plante die Stadt zunächst die Einrichtung eines Studentenwohnheims, bis sich dieser Plan zerstreute und die Post umgenutzt werden sollte in ein
Beratungszentrum für die Gt aktiv GmbH.

Auf einer Nutzfläche von rund 1300 Quadratmetern sind in der Alten Post nach dem Umbau 45 Büroräume entstanden. Das Fallmanagement ist nun im Erdgeschoss angesiedelt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wirtschaftlichen Hilfen findet man im ersten Stock sowie im Dachgeschoss. Im Januar dieses Jahres zogen die Mitarbeiter von Hartz IV in die Kaiserstraße 5 ein. Doch im Unterschied zu 1921, als der gesamte Postbetrieb
ohne jede Feierlichkeit in das Gebäude einzog, wird das neue Domizil in der Kaiserstraße jetzt offiziell mit Bürgermeisterin Maria Unger und einer kleinen Feier am Freitag, 17. Februar, eingeweiht.