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Furcht vor Rezession für Baisse der Märkte verantwortlich

Der französische Asset Manager DNCA Finance warnt vor einem Zerfall der Währungsunion. Die Ursache für den Niedergang der Aktienmärkte liegt mehr in der Angst vor einer neuen Rezession als in der Unsicherheit bezüglich der Solvabilität von Staaten. Die Entschuldung des amerikanischen Haushalts wird sich nachhaltig auf die Wachstumsrate auswirken. Die Ergebnisprognosen für 2011 und 2012 wurden von den Analysten noch nicht ganz korrigiert, die Märkte haben den Rückgang der Ergebnisse im nächsten Jahr jedoch vorweggenommen. „Verfällt die Weltwirtschaft in den nächsten Monaten in eine Rezession, wird sich die Baisse an den Aktienmärkten fortsetzen“, prognostiziert Grégoire Scheiff, Mitglied der Geschäftsleitung bei DNCA Finance.

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Bei geringem Wachstum wenig zyklische Aktien vorziehen
Setzt sich jedoch ein leichtes Wachstum durch, sind Aktien attraktiv: „Es ist heute möglich, Portfolios aus wenig zyklischen Titeln zu generieren, die bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht über eine Dividendenrendite von mehr als sechs Prozent verfügen“, so Grégoire Scheiff. „Aber auch ohne Wachstum lohnt sich die Investition im Vergleich zu Staatsanleihen, weil die finanzielle Struktur der Unternehmen deutlich besser ist als die der Länder.“ DNCA Finance hat daher in der Baisse-Phase die Aktienpositionen innerhalb der Portfolios bei Titeln wie Bouygues, Vinci, Amadeus und Ericsson stark ausgebaut. Der Aktienanteil im defensiven Mischfonds DNCA Invest Eurose beträgt derzeit 19 Prozent. Scheiff resümiert: „Ohne eine wirtschaftliche Rezession ist eine stärker aktienorientierte Allokation als in der Vergangenheit gerechtfertigt.“

Widersprüchliches Bild an europäischen Anleihenmärkten
Die Kreditmärkte durchleben gerade eine interessante Entwicklung: Während die Renditen bei zehnjährigen Staatsanleihen der solventesten Staaten inzwischen auf unter zwei Prozent gesunken sind, haben sich die Renditeunterschiede zwischen Unternehmensanleihen aller Bonitäten und Staatsanleihen erhöht. Philippe Champigneulle, Fondsmanager und Anleihenspezialist bei DNCA Finance, erklärt: „Uns erscheinen Unternehmensanleihen im ‚investment grade’-Bereich werthaltiger als manche Staatsanleihen. Auch im Segment ‚non-investment grade’ gibt es interessante kurzlaufende Titel, die wir beimischen, da wir nach eingehender Analyse der Schuldner von deren Qualität überzeugt sind.“

Euro-Fiskalunion mit starker Zentralregierung wünschenswert
Um die Schuldenkrise in den Griff zu kriegen, sollten sich die europäischen Politiker zu einer Fiskalunion aller Euro-Länder mit einer zentralen Regierung durchringen, welche die Finanz- und Wirtschaftspolitik der einzelnen Länder stärker angleicht und überwacht. „Die Stärkung des Euroraumes würde eine deutliche Entspannung an den Zins- und Aktienmärkten zur Folge haben. Solch eine Stabilisierung würde höchstwahrscheinlich auch das Wachstum in der Eurozone beflügeln“, so Philippe Champigneulle abschließend.