Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Frankfurter Zeil wieder mit zweithöchsten Ladenmieten

Auf der Frankfurter Zeil werden mit 220 Euro/m² wie im vergangenen Jahr die zweithöchsten Ladenmieten nach München (260 Euro/m²) gezahlt. Auch bei den Kaufpreisen für Einzelhandelsimmobilien liegt die Main-Metropole mit der 18,5- bis 21-fachen Jahresmiete in Deutschland weit vorn: hinter München, Hamburg und Berlin sowie fast gleichauf mit Stuttgart (19- bis 21-fach). Dies ergibt der „Retail Market Report“ zur Entwicklung deutscher Einzelhandelsstandorte in den vergangenen zwölf Monaten, den Atisreal Deutschland, bundesweit führender Berater für Gewerbeimmobilien, Ende Oktober veröffentlicht hat.

.

„Die satten Mietsteigerungen in den hochwertigen Frankfurter Citylagen Goethestraße, Fressgass‘, Biebergasse und Steinweg von knapp 20 bis über 50 Prozent sind bemerkenswert“, betont Christoph Meyer, Mitglied der Geschäftsleitung von Atisreal und Bereichsleiter Retail Services. „Der Markt reagiert damit auf die momentan außerordentlich rege Flächennachfrage in diesen Lagen, der kein adäquates Angebot gegenübersteht. Durch die Eröffnung der Goetheplatz-Tiefgarage im Mai hat sich die Anbindung für Autokunden und damit auch die Fußgängerfrequenz erheblich verbessert, was die Nachfrage nach Ladenlokalen zusätzlich positiv beeinflusst.“

Gründe für das zu knappe Angebot sind ein zu geringes Flächenpotenzial einzelner Lagen (vor allem im Steinweg), die schwache Fluktuation von Bestandsmietern sowie bürokratische Auflagen zum Schutz ehemaliger Gastronomie- und Feinkostflächen in der Fressgass‘ vor einer Non-Food-Umnutzung. Gelegentlich spielt bei Vakanzen auch der ungeeignete Grundriss eine Rolle – zweigeschossige Läden mit kleiner Antrittsfläche im Erdgeschoss passen nicht zu jedem Storekonzept. Es bleibt abzuwarten, ob die Mieten in diesen Lagen weiter steigen wie bisher. Trotz der Flächenknappheit gab es Vermietungen: So ist Zara ab diesem Monat in der Börsenstraße vertreten (2.500 m²) und Hallhuber (525 m²) sowie Gucci (600 m²) ziehen zwischen Januar und April 2007 auf die Zeil und in die Goethestraße.

Im September 2008 soll Frankfurts ehrgeizigstes Innenstadtprojekt FrankfurtHochVier auf dem Grundstück der ehemaligen Zeil-Hauptpost fertig gestellt sein. Zu der multifunktionalen Planung gehören ein Shoppingcenter (Zeil-Forum, 42.000 m²), Freizeit- und Gastronomienutzungen, ein 120-m-Bürohochhaus sowie ein 90-m-Hotelturm. „Wenn die Betreiber mit attraktiven Ankermietern und Shops aufwarten können, werden von dem Projekt in bester Citylage sicherlich positive Impulse für die Zeil und für die Stadt ausgehen, da Frankfurt an die Einkaufszentren im unmittelbaren Umland nach wie vor an Kaufkraft verliert“, so Meyer. Das Projekt eines Urban Entertainment Centers (UEC) an der Messe dürfte dagegen gescheitert sein. Ein Grund für das politische Aus war der Versuch der Entwickler, die genehmigten Verkaufsflächen drastisch auszuweiten.

Die Region hält Schritt
Im Vergleich zum Vorjahr legten alle im Report untersuchten Städte bei den Mietpreisen um 5 bis 10 Euro/m² verglichen mit 2005 zu, Wiesbaden sogar um 18 und Trier um 20 Euro. Bei den Kaufpreismultiplikatoren gab es dagegen nur wenig Bewegung, lediglich in Wiesbaden stiegen der untere und obere Wert jeweils um eine ganze Jahresmiete. Das 26.000 m² umfassende Liliencarré neben dem Wiesbadener Hauptbahnhof eröffnet im März 2007. Ankermieter sind unter anderem H & M, Thalia und Saturn. Im Städtevergleich liegen Wiesbaden und Mainz mit Kaufpreisvervielfältigern von bis zu 18- beziehungsweise 17-fach hinter München, Hamburg, Berlin, Stuttgart und Frankfurt.