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Frage der Woche

Ziele, Grundsätze und praktische Schritte der Mediation. Mediation ist ein außergerichtliches, schnelles, kostengünstiges, beziehungs- und imageschonendes Konfliktlösungsverfahren, in dem die Konfliktparteien mit Hilfe eines unparteiischen und allparteilichen Mediators zukunftsorientierte Lösungen entwickeln.

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Die Aufgabe des Mediators besteht zum einen darin, mit geeigneten Kommunikations- und Verhandlungstechniken die Konfliktparteien wieder in die Lage zu versetzen miteinander eine wertschätzende, konstruktive Kommunikation aufzubauen. Auf der Grundlage der ursprünglichen Interessen und Bedürfnisse erarbeiten die Konfliktparteien eigenständig und eigenverantwortlich eine Win/Win-Lösung. Zum anderen ist es Aufgabe des Mediators beginnende Diskrepanzen zwischen Personen zu erkennen und durch Unterstützung die Kommunikation zu sichern und hierdurch eine allseitige Bedürfnisbefriedigung zu gewährleisten. Ziel der Mediation ist eine verbindliche und überprüfbare Vereinbarung, die nicht Beziehungen beenden, sondern auf neuen Wegen fortbestehen lassen will.

Grundvoraussetzungen für eine Mediation
Die Teilnahme an einem Mediationsverfahren ist für alle Konfliktparteien und/oder deren Vertreter freiwillig.
Die Konfliktparteien erarbeiten autonom und eigenverantwortlich eine für sie übereinstimmende Lösung. Der Mediator gibt keine Expertenvorschläge und hat auch keine eigenen Entscheidungskompetenzen. Er leitet die Parteien an, schnelle, flexible und auch kostengünstige Regelungen zu finden, von denen alle Seiten profitieren.
Im Gegensatz zur Unparteilichkeit oder Neutralität unterstützt die Allparteilichkeit alle Parteien eines Konfliktes in der Entfaltung ihrer Bedürfnisse. Dabei hat der Mediator kein unmittelbares Interesse an den Inhalten und der Lösung des Konfliktes. Er ist alleine dem Mediationsprozess verpflichtet.
Das Mediationsverfahren kann zu jederzeit von einer Seite beendet werden. Aus diesem Grund benötigen die Konfliktparteien Vertrauensschutz. Fakten, die während des Mediationsprozesses offen gelegt wurden, dürfen weder Dritten noch in einem gerichtlichen Verfahren gegen einen der an der Mediation Beteiligten verwendet werden. Alle Beteiligten verpflichten sich zur Verschwiegenheit. Rechtsanwälte und Psychologen mit einer mediatorischen Ausbildung sind schon von Gesetzes wegen zur Verschwiegenheit verpflichtet. Zu Beginn einer Mediation wird vertraglich vereinbart, dass die Vertraulichkeit zu wahren ist und der Mediator nur gemeinsam von den Konfliktparteien von seiner Schweigepflicht entbunden werden kann.
Das Mediationsverfahren, der Mediator und die freiwillige Selbstbeschränkung der Konfliktparteien stellen ein annäherndes Machtgleichgewicht her; das schließt persönliche und emotionale Kompetenzen, Geld, Expertenkompetenz, Arbeitskapazitäten mit ein.
Die Konfliktsachlage muss von der Lösung her offen sein. Es muss die reale offene Alternative zum Nein oder Ja oder zu einer noch nicht bekannten anderen Lösungen gegeben sein. Es ist wichtig, dass die Konfliktparteien alle Tatsachen offen legen, die für die Konfliktlösung erheblich sind. Der Mediator hat ein besonders Augenmerk darauf, dass sich die Konfliktparteien zu allen Detailfragen des Konflikts informieren.

Mediation in der Immobilienwirtschaft
Die Immobilienwirtschaft ist aufgrund ihrer hohen Komplexität sehr konfliktanfällig.
Als mögliche Konfliktparteien kommen Banken, Investoren, Bauunternehmer, Bauträger, Projektentwickler, Architekten, Ingenieure, Immobilienmakler und Mieter in Betracht. Die hohe Komplexität und die zahlreichen Interaktionen fördern eine verstärkte Konfliktanfälligkeit.
Bereits in der Bauphase werden Konflikte dadurch ausgelöst, dass beispielsweise zwischen den am Bau beteiligten Vertragspartner Streitigkeiten entstehen oder durch aktualisierte Markteinschätzung das Nutzungskonzept teilweise verändert wird. Durch das Mediationsverfahren kann in vielen Fällen während der Bauausführung eine Lösung gefunden werden, die im Interesse aller Beteiligten ist.
Schwierigkeiten in der Vermietungs- und Vermarktungsphase sind hingegen eher selten. Geht die Vermietungsphase durch Fertigstellung in Nutzungsphase über, können Konflikte entstehen, so zum Beispiel, wenn die Mieter den Mietgegenstand nicht übernehmen wollen, weil die Bauausführung nicht ihren Erwartungen entspricht. Insbesondere bei längerfristigen Mietverhältnissen eignet sich die Mediation zur Konfliktbehebung.
In der Phase der Finanzierungsabwicklung sorgen Kostenüberschreitungen, Nachfinanzierungen, Haftungen und Mithaftungen, Leerstände, zu geringe Mieten für erneuten Konfliktstoff. Auch hier bietet sich ein Mediationverfahren an.
Viele Konflikte lassen sich präventiv vermeiden durch die Beteiligung eines Mediators von Beginn der Bauphase an.
Ziehen die Beteiligten vor Gericht, führt dies oft zu langwierigen und teuren Prozessen. Die Folge sind zeitweilige Arbeitsunterbrechungen, Kostensteigerungen, Kündigung von Geschäftsbeziehungen, Imageverlust usw.