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Flughafen München bleibt auf Wachstumskurs

Der Münchener Flughafen, ein Jobmotor in der Region, bleibt auf stabilem Wachstumskurs. Im ersten Halbjahr 2016 legte der Airport in allen Verkehrssegmenten zu. Dies erläuterte Flughafen-Chef Michael Kerkloh gestern auf einer Konferenz im Münchner Presseclub. Besonders sind auch die Zuwachszahlen der Beschäftigten zu sehen, die seit 2012 um 2.500 Mitarbeiter auf nunmehr 34.720 Mitarbeiter gestiegen sind. Trotz der guten Ausgangslage zeigte sich Kerkloh aber wenig optimistisch, dass die stark umstrittene dritte Startbahn schnell realisiert wird [Erweiterung FJS - nächste Runde zu dritter Startbahn].

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Passagier- und Frachtaufkommen steigen
Mit knapp 20 Millionen Fluggästen wurde in den ersten sechs Monaten erneut ein Passagierrekord verzeichnet. Dies war ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Noch stärker als die Fluggastzahlen wuchs die Anzahl der Starts und Landungen: Sie stieg im ersten Halbjahr um 2,5 Prozent auf über 191.000. Da sich die Wachstumsdynamik erst in der laufenden Sommerflugplanperiode, die Ende März begann, voll entfaltet, werden die Steigerungsraten in den kommenden Monaten des Jahres noch deutlich höher ausfallen. „Für das gesamte Kalenderjahr 2016 erwarten wir deshalb eine Zunahme von vier Prozent bei den Starts und Landungen“,so Kerkloh.

Noch stärker als der Passagierverkehr entwickelte sich im ersten Halbjahr 2016 das Luftfrachtgeschäft am Münchner Airport. Mit knapp 163.000 Tonnen geflogener Luftfracht wurden genau vier Prozent mehr an Gütern und Waren als im Vorjahreszeitraum umgeschlagen.

Täglich mehr als zwei neue Jobs am Flughafen
Außerdem ging Kerkloh auf die aktuell erschienende Studie „Beschäftigtenerhebung am Flughafen München 2015“ ein, die der Flughafen alle drei Jahre erstellen läßt. Demnach ist die Anzahl der Arbeitsplätze am Airport seit dem Jahresende 2012 um 2.470 auf nunmehr 34.720 angewachsen. Das bedeutet, dass statistisch betrachtet täglich 2,25 neue Jobs am Münchner Flughafen entstehen. Die beiden größten Arbeitgeber am Münchner Airport sind der Lufthansa-Konzern mit 11.100 Beschäftigten und die FMG, die zusammen mit ihren Tochtergesellschaften 8.900 Mitarbeiter stellt.

Besonders profitieren die verschiedenen Gemeinden und Landkreise Bayerns vom Beschäftigungsboom am Flughafen. Besonders markant ist die Bedeutung, die der Flughafen für den Arbeitsmarkt in seiner unmittelbaren Nachbarschaft hat. Jedes vierte aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in den Landkreisen Freising und Erding ist am Flughafen angesiedelt. Die meisten Airportmitarbeiter, nämlich fast 7.300, wohnen im Landkreis Freising (gegenüber 2012 +3,4 Prozent). Auf dem zweiten Platz folgt die Landeshauptstadt München mit 7.250 Flughafenbeschäftigten (+6,6 Prozent). Rund 5.600 Arbeitskräfte wurden im Landkreis Erding gezählt (+9,2 Prozent). 3.690 Airportbeschäftigte leben in der Stadt und dem Landkreis Landshut. In diesem Teil Niederbayerns gab es einen Zuwachs von 14,7 Prozent. 4.600 Mitarbeiter wohnen im übrigen Oberbayern (+15,3 Prozent) und 3.880 haben weiter entfernte Wohnorte (+12,3 Prozent). Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Arbeitsplätze wird durch die neue Erhebung nachdrücklich bestätigt. So stehen knapp 90 Prozent der Erwerbstätigen am Airport in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis – deutlich mehr als im bundesdeutschen Durchschnitt, der laut Statistischem Bundesamt derzeit bei 72 Prozent liegt. Das Bruttojahreseinkommen der Flughafenmitarbeiter ist nach der neuen Studie im Durchschnitt gegenüber der letzten Erhebung um knapp neun Prozent auf mehr als 46.700 Euro gestiegen. Damit lag es rund 12.600 Euro über dem durchschnittlichen Bruttojahresverdienst, den das Statistische Bundesamt für die gesamte Dienstleistungsbranche im Jahr 2015 ausweist.

Dritte Startbahn bleibt in der Ferne
Trotz der guten Zahlen zeigte sich der Flughafen-Chef bei Nachfragen zur Realisierung der dritten Startbahn wenig optimistisch. Die Zahl der Unterstützer aus der Wirtschaft wachse zwar, aber der Gegenwind ist dennoch scharf [Erweiterung FJS - nächste Runde zu dritter Startbahn]. Und selbst wenn man von einem günstigen Verlauf ausgehe, könne die Startbahn seiner Einschätzung nach sicher nicht vor 2021 oder 2022 in Betrieb genommen werden. Mit den Folgen des gestoppten Ausbaus kämpfe der Airport bereits jetzt. Die dritte tägliche Verbindung der Fluglinie Emirates mit dem A 380 könnte gestrichen werden, da der Flughafen der Fluggesellschaft nur eine Abflugzeit anbieten könne, die aber nicht zu den Anschlussflügen am Drehkreuz in Dubai paßt. In der Folge ist die Flugverbindung äußerst schlecht ausgelastet, was dazu führen könnte, das Emirates den Rotstift ansetzt.