Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Filigrane feuerverzinkte Fassade

Kulturzentren werden üblicherweise als Flächenbauten errichtet. Das Uditorium im baden-württembergischen Uhingen weicht hiervon ab und wurde von Simon Freie Architekten, Stuttgart als Geschossbau entwickelt. Hierdurch verblieben in der Stadtmitte von Uhingen wertvolle Flächen unbebaut.

.

Das innenräumliche Konzept des kubischen Uditoriums basiert auf der Interaktion zwischen eingestellten Volumen und äußerer Hülle. Innerhalb der Stahl-Glas-Fassade des Gebäudes werden massive Bauteile und Kuben frei angeordnet und teilweise vertikal gestapelt. Die Kuben selbst beinhalten Nutzflächen wie Säle und Konferenzräume. Die Raumfolgen zwischen der Fassade und den eingestellten Körpern dienen der Erschließung und Kommunikation.

Durch die auf vier Ebenen angeordneten Foyers sind in den Sälen im Erd- und Obergeschoß zeitgleich Veranstaltungen mit unterschiedlicher Pausenzeit möglich. Mobile Bar- und Garderobenelemente versorgen die Foyerflächen. Künstler und Aufführende erreichen die Säle von den Garderoben über eine rückwärtige interne Treppe. Eine Küche befindet sich im Erdgeschoss. Lagerflächen, Technikbereiche und eine Tiefgarage sind im Untergeschoß angeordnet.

Das Gebäude gliedert sich in ein Grundrissraster von 127,5 cm in Quer- und 113 cm in Längsrichtung. Das Höhenraster beträgt 300 cm. Sämtliche Ausfachungen übernehmen diese Ordnung und bilden sie nach außen ab. Die vertikale Fassadenkonstruktion besteht aus T-förmig zusammengesetzten Stahlpfosten. Um Schweißnähte zu vermeiden wurden Flansche und Stege von vorne miteinander verschraubt. Die Riegel wurden aus horizontal liegenden U-Profilen 100 x 50 hergestellt. Die oben offenen Profile wurden mit einer Abdeckung versehen und werden als Medienkanal genutzt.

Die gesamte Fassade wurde als ebenes, 2-achsig lastabtragendes Rostsystem ausgeführt. Hierdurch konnten die T-förmigen Fassadenpfosten trotz einer Höhe von 9 Metern, einer Bautiefe von 20 cm und einer raumseitigen Ansichtsbreite von nur 15 mm filigran ausgebildet werden. Die gesamte Fassadenkonstruktion wurde mit einem Duplex-System versehen, einer Kombination aus einer Feuerverzinkung und einer anschließenden Beschichtung. Hierdurch ist eine Schutzdauer von mehr als 60 Jahren realistisch.