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Fidelity Marktkommentar: Folgen des Streits um US-Schuldenobergrenze begrenzt

Nachdem die US-Republikaner gestern das Votum über einen Entwurf zur Lösung der Schuldenkrise abgesagt haben, bleibt unklar, wie es im Streit über eine Erhöhung der gesetzlich festgelegten Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen US-Dollar weitergeht. Sollte der Kongress bis zum 2. August keine Anhebung beschließen, droht der US-Regierung die Zahlungsunfähigkeit. Experten befürchten wirtschaftliche Folgen weit über die USA hinaus. Fondsmanager von Fidelity International, beurteilen die aktuelle Situation und die weitere Entwicklung:

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Aris Vatis, Manager des Fidelity American Growth Fund:
„Die jüngste Schwäche des US-Marktes schafft zusätzliche Chancen, sehr attraktive zyklische Aktien zu niedrigen Bewertungen zu erwerben. Sowohl die Republikaner als auch die Demokraten wissen, dass das für die Öffentlichkeit wichtigste Thema die Lösung des Defizitproblems ist. Daher dürfen wir erwarten, dass sie entsprechend handeln. Das genaue Datum einer Einigung ist noch nicht bekannt. Aber bekannt ist, dass beide Parteien unter signifikantem Druck der Öffentlichkeit stehen, eine Lösung zu finden. Berücksichtigen muss man auch, dass sich die USA strukturell in einer besseren Lage befinden als Europa. Wir dürften im weiteren Jahresverlauf ein Anziehen der Konjunktur erleben - ausgelöst von der Stabilisierung am US-Markt für Wohnimmobilien, von einer Erholung bei Gebrauchsgütern wie Autos, von einer Erholung der Investitionsausgaben zurück zum Normalniveau, und von soliden Unternehmensbilanzen.“

Rick Patel, Manager des Fidelity US Dollar Bond Fund:
„Es ist noch unklar, ob es zu einer massiven Verkaufswelle von US-Bundesanleihen kommen wird, sollten die USA ihren begehrten AAA-Status verlieren. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Nachfrage auch künftig unterstützend wirken wird. Banken und Versicherungen werden auch künftig US-Bundesanleihen als Vermögenswerte in ihren Bilanzen ausweisen, die mit einem Risiko von Null bewertet sind. Aufgrund fehlender Anlagealternativen werden ausländische Zentralbanken kaum ihre Bestände an US-Staatsanleihen abbauen. Die Bewertungen riskanter Anlagen dürften sich auch künftig volatil entwickeln. Allerdings ist die Debatte über die US-Verschuldungsgrenze kein neues Thema und die Märkte haben dies bereits seit einigen Quartalen eingepreist.“

Trevor Greetham, Manager des Fidelity Multi Asset Strategic Defensive Fund und des Fidelity Multi Asset Strategic Fund:
„Es wäre enttäuschend, wenn es nicht zu einer Einigung kommen würde und die USA eine Zinsrate ihrer Schulden nicht bezahlen könnten. Aber die Auswirkungen auf den Markt wären wohl begrenzt und kurzlebig. Eine zeitweise Schließung der Regierung würde den US-Dollar schwächen und - entgegen jeder Intuition - zu nachgebenden Renditen bei US-Bundesanleihen führen, wenn es zu einer Konjunkturschwäche kommen sollte. Jede Verkaufswelle bei Aktien wäre wohl eine günstige Kaufgelegenheit, da es nicht lange dauern würde, bis Politiker aller Couleur zur Vernunft kämen und an den Verhandlungstisch zurückkehren würden. Ausländische Anleger würde dieses Verhalten gewiss irritieren, aber sie würden zwischen dieser Krise und den hartnäckigen Staatsanleihen-Krisen der Eurozone klar unterscheiden. Sie wissen, dass die USA selbst zahlungsfähig sind, entweder, indem die USA bei Bedarf Geld drucken oder Steuern erhöhen. Bei einem Zahlungsausfall eines Staates heißt nicht zahlen nicht automatisch nicht zahlen können.“

Adrian Brass, Manager des Fidelity America Fund:
„Die westliche Welt ist meiner Meinung nach mit ernsthaften Problemen der Verschuldung von Staaten und Verbrauchern belastet. Das US-Haushaltssystem mit seiner Schuldenobergrenze ist eine technische Frage, die die Verschuldung der USA in den Mittelpunkt stellt. Ich glaube, dass der Mangel an Entschlusskraft, den wir gegenwärtig erleben, aus politischen Manövern resultiert, aber dies ist natürlich sehr gefährlich und kann sich auf die US-Bundesanleihen auswirken. Ihnen droht der Verlust ihres AAA-Ratings. Wir werden wohl einen Beschluss zur Anhebung der Schuldengrenze erleben - zusammen mit der Ankündigung von erheblichen Ausgabenkürzungen. Das wird die Rating-Agenturen hoffentlich zufriedenstellen. Aber das Problem bleibt dem Westen erhalten - Verbraucher und Staaten müssen in der nächsten Dekade ihre Schulden abbauen, und das dürfte das Wirtschaftswachstum bremsen.“