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Feuerverzinkter Kulturbunker

Wer den Frankfurter Osthafen durchfährt, bekommt schnell das Gefühl in eine andere, schön-scheußliche Welt einzutauchen, die sich irgendwo zwischen einer Kriminalfilmkulisse und dem Niemandsland bewegt. Kiesberge und Schutthalden, Container und gestapelte Recyclingprodukte, Lastkähne und Ladekräne prägen das Bild.

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Eine schnurgerade, staubbedeckte Straße führt direkt an einem Bunker aus dem 2. Weltkrieg vorbei, der massiv und abrissresistent wie ein künstlicher Fels aus dem Boden ragt. Da das alte, den Bunker als Wohnhaus tarnende Walmdach undicht war, entschloss sich das Hochbauamt und das Amt für Wissenschaft und Kunst der Stadt Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Architekturbüro Index das Dach durch einen zweigeschossigen Aufbau zu ersetzen und auf diese Weise Proberäume für Musiker und Künstlerateliers zu schaffen.

Nach dem Abtragen des Daches erhielt der Bunker eine über den Sockel auskragende Plattform, die zwei neuen Geschossen als Grundfläche dient. Der boxartige Aufbau wurde in Mischbauweise realisiert. Der innere Gebäudekern ist in Holzrahmenbauweise ausgeführt, während die Außenhaut durch eine mit Gitterrosten ausgefachte Stahlkonstruktion definiert wird. Die gesamte Stahlkonstruktion inklusive der Gitterroste wurde aus Korrosionsschutzgründen feuerverzinkt, aber auch, weil die Feuerverzinkung sehr gut mit den Holzoberflächen des inneren Gebäudekerns und dem ruppigen Beton des Bunkers harmoniert. Die Erschließung erfolgt über einen ebenfalls feuerverzinkten Treppenturm und die umlaufenden Laubengänge.

Die Gitterrosthülle spielt mit dem Auge des Betrachters. Je nach Blickwinkel erscheint die Außenhaut des Gebäudes aus der Nähe als geschlossene Metallfassade oder lässt von weitem den inneren Gebäudekern sichtbar werden. Schaut man aus dem Gebäude heraus, so eröffnet sich ein freier Blick über Frankfurt. Der Kulturbunker ist aus Sicht der Architekten keine singuläre Lösung, sondern ein prototypisches Beispiel für die Nutzung dieser zumeist auf wertvollen Grundstücken liegenden Bauten.

Fotos: Institut Feuerverzinken GmbH