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EXPO REAL 2007: Europäischer Hotelmarkt im Umbruch

2006 war ein Rekordjahr auf dem globalen Hotelinvestmentmarkt mit rund 72,5 Milliarden US-Dollar – 63 Prozent mehr als im Vorjahr – und auch in 2007 hält der Boom an. Wohin die Entwicklung geht, zeigen Experten beim 6. Hospitality Industry Dialogue am 8. Oktober 2007 auf der EXPO REAL 2007 auf: Hotelinvestment weltweit - wo fließt das Kapital hin, wo kommt es her? Repräsentanten von Unternehmen, die derzeit auf den europäischen beziehungsweise globalen Hotelmärkten aktiv sind, erklären, warum man in den deutschen Hotelmarkt investiert sollte, welche neuen Investmentvehikel es gibt – Wann kommt der erste Hotel-REIT? – und welchen Einfluss sie auf den Hotelinvestmentmarkt haben.

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Europas Hotelmarkt befindet sich im Umbruch. Grund dafür ist einerseits eine hohe Nachfrage der Investoren nach Anlageprodukten, andererseits der Wunsch der großen Hotelketten, zwar das Management der Objekte weiterzuführen, die Immobilien selbst jedoch zu veräußern. Entsprechend entfiel das Gros der Transaktionen auf Portfolio-Verkäufe, unter anderen durch Accor, Marriott und InterContinental. Diese Entwicklung findet allerdings ihre natürliche Grenze darin, dass die großen Ketten inzwischen nur noch wenige Hotels halten, so dass zumindest die Portfolio-Transaktionen 2007 rückläufig sein werden.

Auch die Struktur der Hoteleigentümer hat sich nachhaltig gewandelt: Käufer waren vor allem Private Equity-Unternehmen – sie machen 43,8 Prozent aus, gefolgt von wohlhabenden Privatinvestoren (elf Prozent) und Immobilienunternehmen. Nach Einschätzung der Eurohypo wird in Zukunft in Europa – vergleichbar der Entwicklung seit den 70er Jahren in den USA – vor allem der Einfluss der REITs auf den Hotelinvestmentmarkt steigen. Ein erster Hotel-REIT soll noch in diesem Jahr in Großbritannien an die Börse kommen.

Das gestiegene Interesse der Investoren an Hotels hängt nicht nur mit dem Kapitaldruck und dem Mangel an geeigneten Investmentobjekten zusammen, es hat auch sehr handfeste Gründe: Hotellerie und Tourismus sind die am stärksten wachsenden Wirtschaftsbereiche. Vor allem in Europa, dem weltweit größten Hotelmarkt (mehr als fünf Millionen Zimmer; zum Vergleich Nordamerika: 4,5 Millionen Zimmer), beschleunigt sich – erstmals seit Jahren – das Angebot an Hotels wieder. Das gilt nicht nur für das gehobene und Luxussegment, vielmehr wird sich nach Einschätzung der Eurohypo das Angebot an so genannten Economy Hotels (mit zwei bis drei Sternen) deutlich erhöhen.

Zwar bleiben die westeuropäischen Hauptstädte bevorzugte Standorte, doch gewinnen auch die Hotelmärkte in Mittel- und Osteuropa zunehmend an Attraktivität, da sich das Risiko vor allem in den EU-Mitgliedsländern nachhaltig verringert, die Renditen aber nach wie vor attraktiv sind. Allerdings ist hier eine deutliche Verschiebung des Schwerpunktes zu verzeichnen: Lag er 2005 in Russland und der Türkei, so hat er sich 2006 deutlich zugunsten von Polen, Bulgarien, der Slowakei und Serbien verschoben. Mit Ausnahme von Prag und Budapest sind in Mittel- und Osteuropa die Touristenzahlen in den vergangenen zwei Jahren stark angestiegen, andererseits jedoch haben die steigenden Preise pro Übernachtung dämpfend auf die Auslastung der Hotels gewirkt.