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Europäischer Wohnimmobilienmarkt erholt sich

Für die meisten Wohnimmobilienmärkte in Europa zeichnet sich trotz weiterer ökonomischer Unsicherheiten eine Erholung ab. Der Umfang der Erholung ist dabei europaweit unterschiedlich. Dies geht aus dem heute veröffentlichten European Housing Review der RICS hervor.

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Während die Wohnimmobilienpreise 2010 in Belgien, Frankreich, Deutschland und den nordischen Ländern gestiegen sind, stehen die Märkte in anderen Ländern noch vor Problemen. Irland, Ungarn und Zypern verzeichneten im vergangenen Jahr signifikante Preisverfälle, auch in Großbritannien, den Niederlanden, Polen und Italien gaben die Preise leicht nach.

In Spanien, Griechenland und Portugal gaben die Preise laut Studie der RICS im vergangenen Jahr trotz der wirtschaftliche Schwierigkeiten in diesen Ländern nur moderat nach. In den baltischen Ländern hat eine sukzessive Erholung eingesetzt.

Obwohl die meisten europäischen Märkte für Wohnimmobilien die Krise überwunden haben zeigt die Untersuchung, dass dieser Immobiliensektor vor einer weiterhin unsicheren Zukunft steht und dass eine vollständige Erholung von vielen verschiedenen Faktoren abhängt.

Anders als bei anderen Aufschwüngen, wird die Erholung der Märkte diesmal in erster Linie durch Preisanstiege bestimmt, während andere Marktindikatoren wie die Neubautätigkeit und das Verkaufsvolumen mit einigen Ausnahmen in Europa weiter gering sind. Auch herrscht in einigen Ländern weiterhin eine Zurückhaltung bei den Finanzierungen. Während das Zinsniveau im gesamten Jahr 2010 gering war, ist zu erwarten, dass die Märkte weiter sehr sensibel auf einen Zinsanstieg reagieren werden.

Michael Ball, Autor der Studie und Professor für Urban and Property Economics, Department of Real Estate and Planning an der Business School at Reading University: „Eine vollständige Erholung der Märkte wird es solange nicht geben, bis die Wohnimmobilienmärkte wieder vollständig funktionieren. Hierzu gehören Kreditvergaben in ausreichendem Umfang, ein Anstieg bei der Neubautätigkeit und eine größere Anzahl von Transaktionen in allen Marktsegmenten. Die Wohnimmobilienmärkte in Europa sind allerdings weit von dem Stillstand entfernt, der in den USA registriert wird.“

In Deutschland wurde die Nachfrage von den guten wirtschaftlichen Fundamentaldaten und den attraktiven Finanzierungskonditionen gestärkt. Die Preise für Wohnimmobilien stiegen in Deutschland im Jahr 2010 um durchschnittlich vier Prozent, nachdem diese im Vorjahr um zwei Prozent gesunken waren. Dabei hat sich der Markt für Wohnimmobilien in Deutschland im Unterschied zu vielen anderen Teilen der Welt in den vergangenen Jahrzehnten sehr moderat entwickelt. Es waren nur geringe Preisschwankungen zu verzeichnen. Das Angebot entspricht weitgehend der Nachfrage nach Wohnimmobilien, in einigen Städten gibt es allerdings einen Nachfrageüberhang. Für die nahe Zukunft wird nicht mit signifikanten Preissteigerungen gerechnet, auch aufgrund der Probleme in der Eurozone.

Peter Stubbe FRICS, Vorsitzender der Professional Group Residential bei der RICS Deutschland: „Der Markt für Wohnimmobilien in Deutschland ist weiter solide, bei starken regionalen Unterschieden. Wir verzeichnen ein verstärktes Interesse von Investoren in Wohnimmobilien in Deutschland zu investieren. Die Finanzierung kann dabei ein Hindernis sein.“