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Europäische Immobilienmärkte verzeichnen zurückhaltende Nachfrage

Dr. Andreas Ridder

Die europäischen Büroimmobilienmärkte verzeichnen insgesamt eine zurückhaltende Nachfrage nach Büroflächen – bei bedeutenden regionalen Unterschieden. In dem jetzt veröffentlichten EMEA Office Market View zeigen die Vermietungsmärkte erste Reaktionen auf ein sich veränderndes wirtschaftliches Umfeld. Mit einem erzielten Flächenumsatz von rund 2 Millionen m² pro Quartal in diesem Jahr wurden durchschnittlich fast 20 Prozent weniger Flächen vermietet als im Vorjahr. Hierbei sind jedoch signifikante regionale Besonderheiten zu verzeichnen, wobei Wien wieder einmal zu den stabilsten Märkten zählt, in dem die Leerstandsrate sinkt und die Spitzenmiete leicht steigt.

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Die Vermietungsumsätze in Europa liegen zwar unter denen des Rekordjahres 2007, erreichen aber das Niveau der Jahre 2004/2005. Mit der Ausnahme von London, wo die Flächenumsätze um rund 30 Prozent zurückgingen, gibt es keine Anzeichen dafür, dass Finanzzentren von einem Nachfrage- und einem damit einhergehenden Umsatzrückgang in Europa besonders betroffen sind. In Frankfurt und Paris stieg der Flächenumsatzanteil der Finanzindustrie sogar an. Eine auf breiterer Basis steigende Flächennachfrage wird in Zentral- und Osteuropa verzeichnet, wo ein stärkeres Wirtschaftswachstum den Flächenbedarf unterstützt. Zu diesen Standorten zählen insbesondere Moskau, Warschau und Bukarest.

Dr. Andreas Ridder, Geschäftsführer von CB Richard Ellis in Österreich ergänzt: „Aufgrund der veränderten makroökonomischen Rahmendaten und den weiterhin vorhandenen Unsicherheiten an den Finanzmärkten ist generell eine gewisse Zurückhaltung bei der Flächennachfrage ein Charakteristikum vieler europäischer Immobilienmärkte. Nur wenige verzeichnen noch steigende Mietpreise – wie z.B. Wien. Es wird für Investoren und Endnutzer zunehmend wichtiger, diese Unterschiede zu erkennen und zu nutzen. Vor allem qualitativ hochwertige Büroflächen in zentralen Top-Lagen werden sowohl auf Mieter- als auch auf Investorenseite weiterhin stark nachgefragt. Bei einem begrenzten Angebot und relativ moderaten Fertigstellungszahlen erwarten wir im Spitzensegment stabile bis leicht steigende Mietpreise.“

So ergibt sich im europäischen Gesamtbild ein aggregiertes Mietpreiswachstum, das im Rahmen der Vorquartale liegt. Der CB Richard Ellis EU-27 Rent Index stieg zum Stichtag 30. Juni 2008 um 8,2 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitpunkt. Während des zweiten Quartals 2008 wurden Mietpreisanstiege in Mailand, Warschau, Wien und Amsterdam verzeichnet, die die Rückgänge in Paris, Barcelona und London City ausgleichen konnten.

Die stärksten Mietpreisanstiege wurden in Moskau und den wichtigsten Wirtschaftzentren in Deutschland erzielt. So stiegen in Frankfurt die Spitzenmieten binnen eines Jahres um 13 Prozent. Leicht zulegen konnten auch die Mieten in München (+ 3,3 Prozent), Düsseldorf (+ 2,3 Prozent) und Hamburg (+ 2,1 Prozent). Ein stabiles Spitzenmietniveau verzeichnet weiterhin Berlin.

Auf der Angebotsseite stieg die Verfügbarkeit von Flächen zum ersten Mal seit 2004 aufgrund der schwächeren Nachfrage und steigender Fertigstellungen. Auch dies gilt nicht flächendeckend. So sind die Leerstandsraten in den deutschen Metropolen weiter rückläufig, entsprechendes gilt für Wien und Oslo. Auch an Standorten wo die Leerstände gestiegen sind, verbleiben diese auf niedrigem Niveau. London und Paris verzeichnen beispielsweise Leerstandsraten von 3,6 und 5,1 Prozent.