Cookie Fehler:

Cookies sind in Ihrem Browser deaktiviert. Um alle Funktionen z.B. das Login nutzen zu können, müssen Cookies aktiv sein. Bitte aktivieren Sie Cookies in Ihrem Browser.

    Drucken Drucken  Diesen Artikel zu den Favoriten hinzufügen Favoriten

Eurohypo: Zins- und Provisionsergebnis unter schwierigen Rahmenbedingungen stabil

Die Eurohypo sah sich im Berichtszeitraum vor große Herausforderungen gestellt: Die Finanzkrise strahlte mittelbar auch auf die gewerbliche Immobilienfinanzierung aus. Schwierige Rahmenbedingungen für die Immobilien- und Staatsfinanzierung, geprägt durch die anhaltende Finanz-krise und den Konjunkturabschwung in Europa und den USA, schränkten die Geschäftsmöglichkeiten ein.

.

Operative Ertragsstärke und striktes Kostenmanagement
Die operative Ertragsstärke der Bank besteht unverändert fort. Obwohl die Bilanzsumme, verglichen mit dem ersten Halbjahr 2007, um rund 14 Mrd. Euro auf 200 Mrd. Euro zurückging, lag der Zinsüberschuss mit 577 Mio. Euro auf dem hohen Niveau des Vorjahreszeitraums. Hierzu haben vor allem weiter verbesserte Margen beigetragen. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich deutlich um 22% auf 127 Mio. Euro.

Auf die verschlechterten Rahmenbedingungen reagierte die Bank mit einem strikten Kostenmanagement: Im ersten Halbjahr 2008 lagen die Verwaltungsaufwendungen um 13% unter dem Vorjahr.

Die Eurohypo konnte im ersten Halbjahr 2008 ein Neugeschäft in Höhe von insgesamt 13,8 Mrd. Euro erzielen. Davon entfielen 7,7 Mrd. Euro auf die gewerbliche Immobilienfinanzierung und 6,1 Mrd. Euro auf die Staatsfinanzierung. Das gegenüber dem Vorjahr geringere Neuzusagevolumen beruht neben der konjunkturbedingt schwächeren Investitionstätigkeit vor allem auf einer unverändert restriktiven Risikopolitik der Bank. In diesem Umfeld nutzt die Eurohypo konsequent die Möglichkeiten, ihr Portfolio unter Risiko-/Ertragsgesichtspunkten weiter zu optimieren.

Stabilisierendes Deutschlandgeschäft – Staatsfinanzierung mit gutem 2. Quartal
Angesichts des schwierigen Umfelds und der auseinander laufenden Immobilienzyklen nicht zuletzt in Europa hat sich die starke Diversifizierung des Eurohypo-Neugeschäfts und -Portfolios als strategisch richtig erwiesen.

So war die starke Positionierung der Bank auf ihrem Heimatmarkt Deutschland ein stabilisierender Faktor, der im Core-Portfolio mit 181 Mio. Euro ein erfreuliches Vorsteuerergebnis in der gewerblichen Immobilienfinanzierung erzielte.

Auch im aktuell wohl schwierigsten Markt, den USA, hat sich die Eurohypo gut behauptet. Bis Ende Juni 2008 wurden umgerechnet rund 1 Mrd. Euro neu zugesagt. Das Commercial Mortgage Backed Securities (CMBS)-Portfolio ist inzwischen fast vollständig abgebaut worden. Da die Eurohypo im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern nicht ausschließlich von funktionierenden Exitkanälen über den Kapitalmarkt abhängig ist, konnte und kann sie als „Balance-Sheet-Lender“ durch die Refinanzierung über Pfandbriefe Wettbewerbsvorteile nutzen.

Die Syndizierung strukturierter Kredite an Bankpartner war auch im ersten Halbjahr möglich, wenn auch in geringerem Umfang als in der Zeit vor der Krise. Unverändert war die Eurohypo führende Konsortialbank bei der Syndizierung von Immobilienkrediten in Europa, weltweit belegte sie den vierten Platz. In der ersten Jahreshälfte syndizierte die Eurohypo Immobiliendarlehen im Volumen von rund 1,9 Mrd. Euro an in- und ausländische Bankpartner.

In der Staatsfinanzierung kam der Ausbau des internationalen Geschäfts – auch hier ein wichtiges Element der Geschäftsstrategie – gut voran, der Auslandsanteil im Neugeschäft erhöhte sich bis Ende Juni auf nunmehr 82% deutlich (+62%). Der Geschäftsbereich Public Finance/Treasury zeigte besonders im schwierigen zweiten Quartal eine gute Performance: Das Ergebnis vor Steuern war mit 53 Mio. Euro um 51% höher als in der gleichen Vorjahreszeit.

Dass die Bank als Qualitätsemittent unverändert das Vertrauen des Kapitalmarktes genießt, zeigt die Entscheidung der Rating-Agentur Standard & Poor`s, die Anfang Juni das Counterparty Credit Rating, das sich auf die langfristigen Verbindlichkeiten der Bank bezieht, bestätigt hat. Sowohl die Öffentlichen als auch die Immobilienpfandbriefe der Eurohypo werden von allen drei Ratingagenturen mit der Bestnote „Triple A“ bewertet. Die problemlose Platzierung eines Jumbo-Hypotheken-Pfandbriefs im Volumen von 1 Mrd. Euro zu sehr guten Konditionen Ende Mai dieses Jahres war ein deutliches Zeichen für die hohe Qualität des Eurohypo-Pfandbriefs inmitten volatiler Kapitalmärkte. Es war seit rund zwei Jahren der erste im Markt platzierte Jumbo-Pfandbrief mit zehnjähriger Laufzeit.

Ergebnisbelastung im zweiten Quartal
Angesichts der anhaltenden Marktwertverluste nahm die Eurohypo im ersten Halbjahr weitere Wertanpassungen in Höhe von 203 Mio. Euro auf ihr US-Anlageportfolio vor, das mit Subprime-Hypothekenforderungen an Schuldner geringer Bonität unterlegt ist. Damit belaufen sich die GuV-wirksamen Wertkorrekturen auf rund 50% dieses Portfolios. Bislang hat es allerdings in diesem Nicht-Kerngeschäft der Bank noch keine nennenswerten Zahlungsausfälle gegeben. Darüber hinaus hat die Eurohypo den Risikovorsorgeaufwand auf insgesamt 399 Mio. EUR erhöht, hauptsächlich wegen eines Einzelengagements in Europa, das ursprünglich zur Syndizierung vorgesehen war.

Durch diese besonderen Vorsorgemaßnahmen für das Nicht-Kerngeschäft kam es nach einem positiven ersten Quartal zu einem negativen Ergebnis im zweiten Vierteljahr in Höhe von 198 Mio. Euro vor Steuern. Insgesamt weist die Eurohypo damit für das erste Halbjahr 2008 einen Fehlbetrag von 118 Mio. Euro aus.

Ausblick
Da nicht vorhersehbar ist, wann sich die Kapital- und Immobilienmärkte normalisieren werden, bleibt 2008 auch in der zweiten Jahreshälfte ein herausforderndes Geschäftsjahr. Dem fühlt sich die Eurohypo mit ihrem Geschäftsmodell gut gewachsen. Die Bank wird auch im weiteren Jahresverlauf beim Neugeschäft sowohl in der gewerblichen Immobilienfinanzierung als auch in der Staatsfinanzierung risikoorientiert agieren. Dabei wird sie bestehende Geschäftsmöglichkeiten mit attraktivem Rendite-/Risikoprofil wahrnehmen und ihre Marktstellung weiter festigen. Parallel setzt sie in der gewerblichen Immobilien- wie auch in der Staatsfinanzierung den gezielten Abbau von Portfolioteilen fort, die nicht ihren hohen Risiko- und Ertragsstandards entsprechen.

Wegen der starken Volatilität an den Kapitalmärkten und der Rezessionsgefahr in den USA ist die weitere Wertentwicklung des mit Subprimes unterlegten US-Anlageportfolios noch nicht abzuschätzen.

Die Verschmelzung mit der Essen Hyp wird die Ertragslage zunächst zwar belasten, langfristig ist aber wegen des erhöhten Finanzierungsbedarfs der öffentlichen Hand und damit guter Geschäftsmöglichkeiten weltweit mit steigenden Ergebnisbeiträgen in diesem Bereich zu rechnen.

Weichenstellungen für die Zukunft
Im Juli gab es zwei wichtige Weichenstellungen für die Zukunft: Die Eurohypo übernahm die Aktien der Essen Hyp von der Commerzbank und leitete damit die Schlussphase im Verschmelzungsprozess ein. Im August soll die Essen Hyp auf die Eurohypo verschmelzen; damit sind die Aktivitäten in der Staatsfinanzierung im Commerzbank-Konzern gebündelt. Des Weiteren ist der Squeeze-Out, also die Übertragung der Aktien der außenstehenden Eurohypo-Aktionäre auf die Hauptaktionärin Commerzbank, seit dem 25. Juli wirksam. Damit ist die Börsennotierung der Eurohypo-Aktie nach langjähriger Präsenz eingestellt.

Beide Schritte sind strategisch begründet. Die Eurohypo kann sich künftig voll auf den weiteren Ausbau der gewerblichen Immobilienfinanzierung und Staatsfinanzierung konzentrieren. Synergien im Commerzbank-Konzern können optimal genutzt, Entscheidungen innerhalb der Gruppe schneller getroffen und damit letztlich Kosten gesenkt werden. Die Bündelung der Staatsfinanzierungsaktivitäten sorgt dafür, dass dieses Geschäft künftig noch effizienter unter einer Marke betrieben werden kann.