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EU Kommission fördert neuen Niedrigstenenergie-Standard

Ab 2012 muss in allen Staaten der Europäischen Gemeinschaft die 2010 novellierte Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD, Energy Performance of Buildings Directive) umgesetzt sein. Um die EU Energie- und Klimaschutzziele – 20 Prozent weniger Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2005, 20 Prozent erneuerbare Energien, 20 Prozent mehr Energieeffizienz – effizienter zu erreichen, werden verschiedene Änderungen und Erweiterungen im Vergleich zur alten Richtlinie wirksam. Neben verschärften Veröffentlichungspflichten für den Energiekennwert von Gebäuden sieht die neue Richtlinie vor, dass ab 2021 in allen Mitgliedstaaten nur noch Gebäude in Niedrigstenergiebauweise („nearly zero-energy building") errichtet werden. Bereits ab 2019 gilt dieser Standard bereits für alle neu zu errichtenden Gebäude, die von öffentlichen Institutionen genutzt werden. Auch der vorhandene Gebäudebestand soll durch Sanierung auf das gleiche Level gebracht werden. Um die Vielfalt in Baukultur und Klima in ganz Europa zu berücksichtigen, gibt die EU nicht vor, wie diese Ziele umgesetzt werden müssen. Vielmehr sind die Mitgliedstaaten aufgerufen, eigene Fahrpläne vorzulegen, welche die nationalen, regionalen oder lokalen Bedingungen widerspiegeln.

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Um die Vorgaben für den Niedrigstenergie-Standard möglichst schnell und flächendeckend in der EU umzusetzen, wird im Rahmen dieser Förderung ein Projektteam unterstützt, das die verantwortlichen Entscheidungsträger in den Regierungen und Verwaltungen mit Daten und Informationen zum Thema versorgen soll. Die Energy Economics Group der technischen Universität in Wien hat die zentrale Koordination des Projektes übernommen, in Deutschland ist das Öko-Institut in Freiburg an der Arbeit des Projektteams beteiligt. Unter dem Projekt Namen „Entranze“ soll das Projektteam unter anderem eine so genannte „Roadmap“ für die Verbesserung des Einsatzes von erneuerbaren Energien und der Maßnahmen zum Energiesparen in Gebäuden erarbeiten und den Einsatz von erneuerbaren Energien zum Heizen und Kühlen im bestehenden Gebäudebestand fördern.

Kernstück des Projekts ist deshalb der Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern und Experten. „Entranze“ konzentriert sich dabei auf neun Länder, die mehr als 60 Prozent des EU-27 Gebäudebestands umfassen. Dafür führt das Team, so auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Öko-Instituts, Gebäudeexperten aus der europäischen Forschungscommunity mit nationalen Entscheidungsträgern und wichtigen Interessengruppen zusammen. Gemeinsam sollen sie ambitionierte und fundierte Strategien und Roadmaps erstellen.

Darüber hinaus stellt „Entranze“ ein Online-Datenbank-Tool zur Verfügung, das Gebäudedaten und Energiebedarfsszenarien bereitstellt, liefert Analysen zu Kostenoptimierungspotenzialen bei Niedrigstenergie-Häusern, präsentiert Strategien und Maßnahmen, wie die Standards in den jeweiligen Ländern umgesetzt werden können, und zeigt Beispiele aus dem internationalen Vergleich.