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Erstmals fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Projekte in Mannheim

Erstmals fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in diesem Jahr die Sanierung von historischen Gebäuden in Mannheim. Besonders erfreulich ist, dass mit der Spitalkirche, der Heilig-Geist-Kirche, dem Seckenheimer Wasserturm und der Alte Schule in Seckenheim gleich vier Denkmalprojekte gefördert werden. Insgesamt werden die Mannheimer Denkmalprojekte mit 325.000 Euro unterstützt. Konkret erhalten die Spitalkirche und die Katholische Pfarrkirche Heilig Geist je 100.000 Euro, der Seckenheimer Wasserturm 75.000 Euro und die Alte Schule in Seckenheim 50.000 Euro. Im Rahmen einer Feierstunde im Friedrich-Walter Saal des Collini-Centers nahm Dekan Karl Jung die Förderbescheide für die Spitalkirche und die Heilig-Geist-Kirche, die Architekten Mariella und Mark Schütz für die Alte Schule Seckenheim und Karlheinz Lochbühler für den Wasserturm Seckenheim in Empfang. Die vier historischen Gebäude gehören zu den über 170 Projekten, die die 1985 gegründete Bonner Denkmalschutz-Stiftung dank der Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto und privater Spenden allein in Baden-Württemberg bislang fördern konnte.

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„Die Zuschüsse der Deutschen Stiftung Denkmalschutz leisten einen ganz wichtigen Beitrag zum Erhalt historisch wertvoller Bausubstanz und sind gleichzeitig eine verdiente Auszeichnung für das denkmalpflegerische Engagement der mit der Förderung bedachten Eigentümer und Eigentümerinnen,“ würdigte Baubürgermeister Lothar Quast bei der heutigen Feierstunde. „Unsere private und bundesweit tätige Stiftung hat in den vergangenen 25 Jahren nicht zuletzt dank der Lotterie GlücksSpirale allein in Baden-Württemberg über 170 Denkmale gefördert, aber Mannheim fehlte noch. Mit den vier recht unterschiedlichen Objekten - zwei Kirchen, einer Alten Schule und einem besonderen technischen Denkmal - haben wir nun auch hier eine glückliche Auswahl treffen können,“ präsentierte Dr. Rosemarie Wilcken, DSD-Vorstandsvorsitzende die Arbeit der Stiftung im Friedrich-Walter Saal des Collini-Centers. Norbert Müller, Direktor der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg erleuterte: „Wer ein GlücksSpirale-Los erwirbt oder Lotto spielt, gibt nicht nur seinem Glück eine Chance, sondern tut auch etwas Gutes für die Gesellschaft und die Mannheimer Denkmäler.“

Nach dem kleinen Empfang bestand die Möglichkeit, die Objekte auch vor Ort in Augenschein zu nehmen und sich die Arbeiten dabei erläutern zu lassen.

Informationen zu den geförderten Denkmälern
Das Dorf Mannenheim wird erstmals 766 im Lorscher Codex erwähnt. Wahrscheinlich war jedoch der Flecken seit frühgeschichtlicher Zeit bewohnt. Noch 1566 zählte Mannheim rund 700 Einwohner. 1607 wurde Mannheim Stadt und erhielt das bis heute prägende gitterförmige Straßennetz. 1720 begann Kurfürst Karl Philipp mit dem Bau des Schlosses und residierte fortan bis 1778 in Mannheim, das mit 25.000 Einwohnern seine Blütezeit erlebte.

1775 verfügte Kurfürst Carl Theodor die Gründung des katholischen Bürgerhospitals als Anstalt für alte, arme oder kranke katholische Bürger. 1784 zog es in das Quadrat E 6. Die zugehörige Spitalkirche wurde zwischen 1786 und 1788 nach den Plänen von Bauinspektor Johann Faxlunger erbaut. Die Anlage brannte im Zweiten Weltkrieg aus, die Kirche wurde jedoch bis 1957 wieder vereinfacht hergerichtet. Seit dieser Zeit freistehend, fällt besonders die klassizistische Schauseite ins Augenmerk, die mit Säulen, Portikus und Dachreiter akzentuiert ist.

Die Heilig-Geist-Kirche ist eine monumentale, dreischiffige Basilika mit Chor, Querhaus und Westturm. Sie entstand zwischen 1898 und 1903 nach Plänen des Bauinspektors Ludwig Maier in neogotischer Formensprache. Den Innenraum malte der Münchener Kunstmaler Fritz Muth vor 1914 aus.

Der Seckenheimer Wasserturm wurde 1911 für die damals noch selbständige Gemeinde errichtet. Der Jugendstilbau besitzt einen achteckigen Grundriss mit acht tragenden Pfeilern aus Stampfbeton. Über einem Kranzgesims mit einer darüber liegenden Fensterreihe schließt der Turm mit einem kupfergedeckten Kuppeldach ab.

Schließlich ist die Alte Schule im Jahr 1886/1887 als Domizil der paritätischen Kleinkinderschule errichtet worden. Der zweigeschossige Gründerzeitbau mit historistischen Zügen wurde nach dem Ersten Weltkrieg zu einem Wohnhaus ausgebaut.