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Energetische Sanierung - Bundesregierung sendet Hauseigentümern verunsichernde Signale

Verdrehte Logik: Einerseits verordnet die Bundesregierung eine Verdoppelung der energetischen Sanierungsquote bei den Bestandsimmobilien, andererseits unternimmt sie nichts, um den Widerstand der Länder gegen die geplante steuerliche Absetzbarkeit von Sanierungsmaßnahmen zu brechen. „Der Politik fehlt das konsequente Bekenntnis zur energetischen Sanierung“, bedauert Hans Rauch, Präsident des Verbands Wohneigentum. „In Regierungskreisen zementiert sich in den letzten Tagen die Weigerung, den Vermittlungsausschuss anzurufen. Diese Politik verunsichert nicht nur die Eigenheimbesitzer, sondern legt auch den Verdacht nahe, dass die Bundesregierung nicht voll hinter ihren selbstgesteckten Energiezielen steht.“

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Die energetischen Gebäudesanierungen sind 2011 im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte gesunken, so eine Schätzung der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena). Einen Grund sieht die dena in der Kontroverse um steuerliche Anreize für energetische Sanierungen, die die Hausbesitzer verunsichert. Auch der Verband Wohneigentum e. V. und der Bundesverband der Deutschen Siedler und Eigenheimer e. V. (BDSE), die gemeinsam rund eine halbe Million Mitgliedsfamilien bundesweit vertreten, bestätigen diesen Eindruck. Zunächst das wochenlange Ringen um die Höhe der Fördertöpfe im Bundeshaushalt 2012, dann die Weigerung der Länder, einer steuerlichen Absetzbarkeit von Fördermaßnahmen zuzustimmen, gefolgt von der „Tot-stell-Taktik“ der Bundesregierung bei der Anrufung des Vermittlungsausschusses. Deutschlands Wohneigentümer fühlen sich vorgeführt. „Man kann nicht auf der einen Seite verlangen, dass die Wohneigentümer zum Teil erhebliche Investitionen auf sich nehmen, um ihr Haus energetisch zu sanieren, auf der anderen Seite aber die attraktivste, einfachste und motivierendste Form der Unterstützung verweigern“, so BDSE-Präsident Heinrich Rösl.

Denn so begrüßenswert die Fördermöglichkeiten der KfW sind, ist die für 2012 vorgesehene Fördersumme von 1,5 Milliarden Euro längst nicht ausreichend, um die Energieziele der Politik zu erfüllen – notwendig sind mindestens 5 Milliarden. „Wenn die Bundesregierung ihre Klimaziele konsequent und glaubhaft durchsetzen möchte, ist dies jetzt nur noch über ein Aufstocken der Fördermittel möglich“, bedauert Hans Rauch die verpasste Chance eines vereinfachten Anreizes durch Steuervorteile. Klar ist derzeit nur: Alleine können die deutschen Wohneigentümer die Herkules-Aufgabe, die energetische Bilanz der Bestandsimmobilien zu verbessern, nicht stemmen.