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ELFAA: Allianz der Billigflieger kritisiert BBI Planungen

Der Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) droht,
ein leeres Milliardengrab zu werden. Sollte der Flughafen in seiner
jetzigen Planung umgesetzt werden, ist er für Billigflieger, die so
genannten Low Fares Airlines (LFA), nicht attraktiv.

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John Hanlon, Generalsekretär des Verbandes der Europäischen Niedrigpreisfluggesellschaften (ELFAA), sagt dazu: „Die in Berlin ansässigen Low Fares Airlines sehen ihre besonderen logistischen Anforderungen an einen für sie effektiven “low cost„ Flughafen in den derzeitigen Planungen weder umgesetzt noch angemessen berücksichtigt. Stattdessen treibt die Flughafengesellschaft Planungen voran, die mit teurer Infrastruktur und Einrichtungen auf die Bedürfnisse der traditionellen Fluggesellschaften wie Lufthansa ausgerichtet sind. Die Idee, bei einem neuen Flughafen Billigflieger und traditionelle Airlines unter einem einzigen Dach abzufertigen, ist einfach absurd. Berlin würde damit den grundlegenden Trend in der europäischen Luftfahrt ignorieren. Flughäfen in London, Paris, Mailand und Madrid sind erfolgreich, gerade weil sie Fluggesellschaften die Wahl zwischen unterschiedlichen Terminals und damit unterschiedlicher Infrastruktur lassen.“

Dies ist von besonderer Bedeutung, denn der effiziente Punkt-zu-Punkt Verkehr der LFA wird im kommenden Jahrzehnt zum Normalverkehr in Europa werden. Für Berlin sind die LFA also sehr wichtig. So werden in Berlin bis zur Eröffnung des BBI 2011 bereits 70% der Passagiere mit LFA fliegen. Diese Einschätzung wird von der Flughafengesellschaft geteilt. Hohe Gebühren, die für die geplanten überteuerten Flughafeneinrichtungen anfallen werden, werden das Wachstum der LFA unterbinden und führen zwangsläufig zu einem weitgehend leeren Terminal. Hinzu kommen sinkende Tourismuszahlen in Berlin und in dessen Folge der Abbau von Arbeitsplätzen. Dies betrifft sowohl den Flughafen selbst als auch die Berliner Tourismusindustrie.

Diese Fehlplanung des neuen Flughafens kommt zustande, weil die Fluggesellschaften nicht ausreichend in die Planungen des BBI einbezogen wurden. John Hanlon betont: „Die Airlines hatten zwar die Gelegenheit, ihre Standpunkte zu schildern, allerdings wurden ihre Forderungen nur unzureichend in den aktuellen Plänen berücksichtigt. Die minimalen Veränderungen, die der Flughafen vorgeschlagen hat, sind Augenwischerei und gehen am eigentlichen Problem vorbei.“

Der Ausbau des BBI beruht auf Planungen aus der Mitte der 90er Jahre. Zu dieser Zeit gab es noch keine LFA, deren grundsätzlich andere Anforderungen an einen Flughafen erfüllt werden mussten. Wenn der Flughafen wie geplant gebaut wird, trägt er nicht den Anforderungen des am schnellsten wachsenden Marktsegmentes im Luftverkehr Rechnung: den Low Fare Airlines. Stattdessen orientiert sich der Flughafen an den Anforderungen traditioneller Fluggesellschaften wie Lufthansa oder Charter-Airlines wie Air Berlin.

Ausweichmöglichkeiten in Berlin sehen die LFA-Anbieter nicht. Mit dem Ausbau des BBI geht die Schließung der Flughäfen Tegel und Tempelhof und der alten Terminals in Schönefeld einher. Alle Fluggesellschaften sind dann gezwungen, das Gebäude des BBI zu nutzen oder den Standort aufzugeben. Berlin ist zur Zeit die einzige europäische Stadt, die vorhat, über die Einrichtung eines Monopol-Services unter einem Dach den Wettbewerb zwischen Low Fares Airlines und den traditionellen Fluggesellschaften zu unterbinden. Low Fares Airlines haben ihren Wettbewerbsvorteil stets bewiesen und fliegen erfolgreich Städte an, die über ein Angebot an wettbewerbsfähigen Flughäfen oder zumindest die Wahl eines effizienten „low cost“ Terminals anbieten.

ELFAA, im Namen der Low Fares Airlines, fordert daher deutlich auf, die derzeitigen Planungen des BBI zu überdenken, um sicherzustellen, dass sie die Erfordernisse der derzeit in Berlin operierenden LFA erfüllen. Berlin bleibt nur so eine wettbewerbsfähige Stadt für weitere Airlines. Die derzeitigen Pläne scheinen nach den Anforderungen von Lufthansa und weiteren traditionellen Fluggesellschaften gestaltet zu sein. Ihre Umsetzung wäre ein Schaden für den deutschen Verbraucher und die Besucher der Stadt Berlin.

Lesen Sie mehr zum Thema:
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http://www.property-magazine.de/index.php?fuseaction_newsbase=details&news_ID=1648&articlesuche=“>29.08.2006 - Stellungnahme: BBI-Planungen marktgerecht
http://www.property-magazine.de/index.php?fuseaction_newsbase=details&news_ID=1644&articlesuche=“>28.08.2006 - Neuer Großflughafen (BBI) wird Billigfliegern nicht gerecht