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Einzelhandelsmärkte der Schwellenländer versprechen in kommenden fünf Jahren stärkstes Wachstum

International operierende Einzelhandelsunternehmen sehen in Schwellenländern in den kommenden fünf Jahren das größte Wachstumspotenzial. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des Immobilienberatungsunternehmen CB Richard Ellis (CBRE), die heute auf dem World Retail Congress in Barcelona vorgestellt wird. Demnach geben 40% der befragten Einzelhandelsunternehmen die Märkte der Schwellenländer als stärkste Wachstumsquelle für ihr Geschäft an, auf dem heimischen Markt erwarten nur 25% der befragten Unternehmen das stärkste Wachstum.

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Im dem vom weltweit führenden Immobilienberatungsunternehmen CBRE erstellten „Global Emerging Markets Survey (GEMS)“ wurden 300 international operierende Einzelhandelsunternehmen mit insgesamt 25.000 Geschäften weltweit bezüglich ihrer Expansionspläne in Bezug auf die Einzelhandelsmärkte der Schwellenländer befragt.

Indien gilt der Untersuchung zufolge als der interessante Markt. 27% aller befragten internationalen Einzelhändler haben im vergangenen Jahr ein Geschäft in Indien eröffnet oder haben konkrete Päne dies zu tun. Indien gilt aufgrund der Größe des Marktes und der bisher geringen Präsenz internationaler Einzelhändler als besonders attraktiv. Eine Änderung des Gesetzesrahmens bei Eigentumsrechten erlaubt ausländischen Einzelhändlern nun bis zu 49% der Anteile an ihren indischen Betrieb zu halten, was die Attraktivität des Marktes weiter erhöht.

Die Ukraine und Russland belegen die Plätze zwei und drei in der Untersuchung. Die Ukraine profitiert dabei nicht nur von eigenem ökonomischem Wachstum, sondern auch von der Nähe zu Russland; so sind die Einzelhandelsmärkte von Nachbarländern der Untersuchung zufolge besonders attraktiv. Nachdem Moskau in der vergangenen Zeit hohes Interesse bei internationalen Einzelhändlern geweckt hat, stehen jetzt kleinere Metropolen in Russland und die Ukraine im Vordergrund. Entsprechendes Marktverhalten zeigt sich in Asien, wo viele internationale Einzelhändler nach einem Markteintritt in Singapur regional wachsen und dabei Geschäfte in Ländern der Umgebung eröffnen. Malaysia ist hier besonders attraktiv und belegt in der Studie Platz vier.

Karsten Burbach, Head of Retail bei CB Richard Ellis in Deutschland kommentiert:„Das steigende Interesse an der Expansion in Schwellenländer liegt in erster Linie in der zurzeit stark wachsenden Mittelschicht dieser Länder begründet. Wir glauben, dass Indien seine Position als einer der attraktiven Expansionsmärkte im Einzelhandelsbereich halten wird, insbesondere durch die Aufhebung weiterer Handelsbeschränkungen in der Zukunft. Genauso wie die Ukraine gegenwärtig von der Nähe zu Russland profitiert, werden auch an die gegenwärtig interessantesten Destinationen grenzenden Länder profitieren.“

Das Interesse an ausländischen Einzelhandelsmärkten hängt der Untersuchung zufolge ebenso von der eigenen Produktgruppe, wie auch dem Heimatland des befragten Unternehmens ab. Südafrika gilt für Einzelhändler aus dem asiatisch-pazifischen Raum als besonders attraktiv. Die befragten Unternehmen in Nordamerika hatten besonderes Interesse am türkischen Markt.

Auf die Frage nach den entscheidenden Kriterien bei der Wahl für einen ausländischen Einzelhandelsmarkt wurde zuerst die Verfügbarkeit und Qualität von Einzelhandelsimmobilien genannt. Vier von fünf befragten Unternehmen gaben an, bei entsprechendem Mangel an geeigneten Flächen die Markteintrittsentscheidung komplett zu überdenken; bei 56 Prozent der Unternehmen basiert die Entscheidung über den Marketeintritt in Schwellenländer auf der Verfügbarkeit von geeigneten Immobilien, bei einem Markteintritt in entwickelten Volkswirtschaften gilt dies nur für 46 Prozent.

Markteintrittskriterien von Einzelhändlern in Schwellenländer
1. Qualität und Angebot entsprechender Immobilien
2. Verfügbarkeit potenzieller Franchise- und Joint Venture-Partner
3. Qualität von Einzelhandelsmarktdaten

Karsten Burbach ergänzt: „Die Schwellenländer stellen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung dar. Deren Interesse an anspruchsvollem Einzelhandel ist der entscheidende Treiber für internationale Retailer sich in diesen Märkten niederzulassen. Sich gleichzeitig reduzierende Markteintrittsbarrieren, wie ökonomische Instabilität und Beschränkungen bei den Eigentumsrechten für Ausländer, beschleunigen diesen Prozess. Diese Untersuchung wird unseren Kunden dabei helfen, die für sie richtigen Expansionsdestinationen zu finden und damit die Chancen einer Internationalisierung nutzen zu können.“

„Die Studie unterstreicht, dass die Globalisierung der Handelslandschaft offensichtlich bescheunigt voranschreitet. Bei den meisten deutschen Handelskonzernen steht die internationale Expansion weit oben auf der Agenda, so dass die künftigen Marktpositionen im internationalen Kontext in erstaunlicher Weise durch den Erfolg in den so genannten ´Emerging Markets´ bestimmt werden“, so Burbach abschließend.

Zu den befragten Unternehmen zählen unter anderem die Textilketten Palmers und Hugo Boss und der Lebensmitteldiscounter Aldi.