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Einzelhandel findet wieder Gefallen an Innenstadtlagen

Über viele Jahre zog es den Einzelhandel auf die grüne Wiese. Nun hat sich der Trend umgekehrt: Die Innenstadt gewinnt für den Einzelhandel wieder an Attraktivität.

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Vor allem die Bekleidungsbranche hat die Innenstadt wiederentdeckt. Hier finden sich die jungen, häufig zahlungskräftigen Kunden, die die Einkaufszentren in Stadtrandlage meiden. Ob H&M, Bonita oder Street One: Die City bietet für ihre immer opulenter ausgestatten Filialen die ideale Bühne. "Aber auch die Textil-Discounter wie KiK und Takko bevorzugen Innenstadtlagen, wenn auch zumeist in Mittel- und Kleinstädten", weiß Ulrich Lilienthal, Bereichsleiter Einzelhandelsimmobilien beim Essener Immobilien-Beratungsunternehmen Brockhoff & Partner. Zudem haben auch traditionelle Textilhändler Konzepte für kleinere Handelsketten entwickelt – wie C&A mit seiner Zweitmarke Avanti.

Auch andere Branchen sind auf Wachstumskurs. Die Friseurketten Essanelle, C&M Company und Hairkiller sind mit den hunderten Filialen, die sie heute schon unterhalten, noch lange nicht am Ende der Expansion. Ebenfalls dringen Mobilfunk-Unternehmen aus den Randlagen der Innenstädte in die A-Lagen vor. "Die Mobilfunk-Anbieter suchen mittlerweile nicht nur Flächen in den Top-Lagen, sondern fragen auch deutlich größere Flächen nach", so Lilienthal. Zum einen seien die Ladenlokale in den frequenzstarken Bereichen Teil der Markenwerbung, zum anderen werde vermehrt auf eine attraktive Präsentation der Mobiltelefone Wert gelegt.

Auch die wachsenden Buchhandelsketten wie Weltbild/Hugendubel und Thalia sowie in Nordrhein-Westfalen die Mayersche Buchhandlung suchen nach guten Standorten - mittlerweile auch außerhalb der Oberzentren. Lilienthal: "Nach dem Wachstum der Branchen in den Großstädten haben sie nun die Klein- und Mittelstädte als Expansionsräume entdeckt. Dort treten sie zunehmend in Konkurrenz zu den alteingesessenen, inhabergeführten Buchhandlungen."

Auch Drogeriemärkte, Schuhhändler, Süßwarengeschäfte und Optikerketten streben immer stärker in die Innenstadtlagen. „Dieser Sturm in die City“, mahnt Lilienthal, „darf allerdings nicht dazu führen, dass sich die Städte und Einzelhandelsgemeinschaften nun zurücklehnen. Die Städte werden den Einzelhandel nur dauerhaft halten können, wenn es ihnen gelingt, durch Gastronomie, Veranstaltungen und Kultur die Innenstädte lebendig zu halten. Die City ist wieder dabei, ein Synonym für das pralle Leben, für Spannung und Abwechslung zu werden. Diese Entwicklung muss durch eine umsichtige und kreative Stadtentwicklung unterstützt werden, wenn sie sich dauerhaft verfestigen soll.“