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Einzelhändler wünschen hohe Decken

Hohe Decken und keine Säulen mitten im Raum – viele Ladenlokale erfüllen nicht mehr die Wünsche der Einzelhändler. Um am Markt bestehen zu können, kann sich sogar der Abriss alter Immobilien lohnen.

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Das Haus an der Kaufinger Straße 15 in der Münchener Innenstadt, nur einen Steinwurf entfernt von der Frauenkirche, war ein typischer Bau aus den 50er Jahren. Schnell und ohne sonderliche architektonische Ambitionen in der Nachkriegszeit errichtet, als Raum sowohl für Ladenlokale als auch für Einzelhändler knapp war, erfüllte er über Jahrzehnte seine Funktion. Niedrige Raumhöhen und unzählige Stützen im Verkaufsraum störten damals noch niemanden. Am Ende beherbergte er im Basement eine Filiale der Karstadt-Tochter World of Music (WOM) und auf mehreren Etagen eine Filiale des Textilhändlers KL Ruppert.

Als das auf Vermarktung von Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Essener Unternehmen Brockhoff & Partner von der Bayrischen Immobilien AG den Vermietungsauftrag für das Gebäude bekam, überraschte Firmenchef Eckhard Brockhoff mit dem Vorschlag, das Gebäude abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. "In vielen Gesprächen gelang es uns dann, dieses Konzept umzusetzen und eines der sicherlich attraktivsten deutschen Geschäftshäuser an dieser Stelle zu errichten." Mit hohen Decken, viel Transparenz hin zur Fußgängerzone und Verkaufsflächen, in den die Kunden nicht mehr um die Stützen Slalom laufen müssen. Die Entscheidung hat sich gelohnt: Heute beherbergt die Kaufinger Straße 15 einen Flagship-Store von Benetton. Den von Brockhoff & Partner vermittelten Mietvertrag unterzeichnete Benetton-Gründer Luciano höchstpersönlich in seinem Palast.

Nicht nur Benetton legt heute Wert auf Ladenlokale ohne Stützen und mit hohen Decken: Immer mehr Einzelhändler haben ein Shopdesign entwickelt, das mit der Notarchitektur der Nachkriegszeit, die noch immer zahlreiche Innenstädte prägt, nicht zusammengehen will. Zur Präsentation ihrer Waren wollen sie ein möglichst hohes Maß an Offenheit hin zur Fußgängerzone und Räume von drei, oftmals sogar fünf Metern Höhe – und keine Betonsäulen, die die Sicht verstellen und der Gestaltung oftmals enge Grenzen setzen.

Nicht immer muss gleich das ganze Haus abgerissen werden, um den gestiegenen Anforderungen der Händler zu entsprechen – aber das Zusammenlegen des Erdgeschosses mit dem ersten Stockwerk und der damit verbundene Umbau, kann sich lohnen. Zum einen, so die Einzelhandelsexperten von Brockhoff & Partner, seien solche Ladenlokale in Top-Innenstadtlagen begehrt, zum anderen seien Obergeschosse als Einzelhandelsflächen nur noch schwer zu vermieten.

Die so erzielbaren höheren Quadratmeterpreise würden dafür sorgen, dass sich auch höhere Investitionen mittelfristig rentieren und die Immobilie auch in Zukunft attraktiv bleibt.