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Einkaufszentrum Leverkusen: Hoher Leerstand in den Nebenlagen

Am 24. Februar jährt sich die Eröffnung des Shoppingcenters „Rathaus-Galerie“ in Leverkusen. Während die Händler im Center sowie in der direkten Nachbarschaft wie in der Friedrich-Ebert-Straße sowie am Wiesdorfer Platz vom neuen Anziehungspunkt profitieren und die Ladenmieten stabil blieben, sind sie in den Nebenlagen um etwa zehn Prozent gesunken. Probleme bereitet der Leerstand der ehemaligen Flächen von „Woolworth“ und „C&A“. Dies geht aus einer Einschätzung von Susanne Trösser, Geschäftsführerin der RIS Rheinischer Immobilienservice GmbH in Leverkusen, hervor.

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Das Konzept des Shoppingcenter-Managements ging demnach in den zurückliegenden Monaten auf: Viele Leverkusener kaufen in ihrer Stadt ein, anstatt nach Köln, Düsseldorf oder Oberhausen zu fahren. Zusätzlich kommen – für die Betreiber überraschend – viele Kunden aus dem Kölner Norden. Auch die benachbarten Händler sind laut Tösser-Einschätzung zufrieden, weil sie von der hohen Passantenfrequenz profitieren, die das Center anzieht. Da das Gebäude zum Platz hin geöffnet ist, Außengastronomie hat und nicht wie viele andere Einkaufszentren ein geschlossener Kubus ist, statten viele Verbraucher auch ihnen einen Besuch ab.

Schwierig sei jedoch die Lage am westlichen Ende der Einkaufsstraße Wiesdorfer Platz sowie in den Nebenlagen wie Nobel-, Breidenbach-, Dönhoff- und Hauptstraße, so Tösser. Diese Bereiche leiden unter der Passantenverlagerung; die Zahl der leer stehenden Läden ist anhaltend hoch: Allein in der Hauptstraße stehen über zehn Läden leer. Daran konnte auch der Wirtschaftsaufschwung der zurückliegenden Monate nichts ändern. „Vermutlich werden hier die Ladenmieten wegen der geringen Nachfrage weiter sinken. Wer einen neuen Laden eröffnen will, sucht in der Nähe des neuen Magneten“, beobachtet Susanne Trösser, Mitgeschäftsführerin der Leverkusener Immobilienfirma RIS und Vorstandsmitglied des Immobilienverbands IVD-West.

Eine Umkehr sieht die Maklerin auf absehbare Zeit nicht. Eine Lösung könnte sein, die Läden in Büros umzunutzen und an Rechtsanwälte, Ärzte oder Agenturen zu vermieten, von denen viele ebenerdige Eingänge und eine Schaufensterfront schätzen. Für Verkaufsflächen liegen die Mieten in Nebenlagen bei etwa acht Euro pro m² (Brutto-Kaltmiete), wie aus dem Gewerbemietspiegel hervorgeht, den Stadt und Wirtschaftsförderung herausgeben. Durch den Umbau in Büros könnten Vermieter sechs bis sieben Euro Miete erzielen, schätzt Trösser.

Fitnessstudio oder Discounter in ehemaliges „Woolworth“ und „C&A“
Umbauten mahnt sie auch für die ehemaligen Flächen von „Woolworth“ und „C&A“ an. „C&A“ verließ die angestammte Fläche und zog in das neue Einkaufszentrum; seit Herbst stehen die Räume leer. Das Ex-„Woolworth“ wartet seit über einem Jahr auf einen Nachmieter. „Die Verkaufsflächen sind in beiden Gebäuden nicht mehr zeitgemäß und haben schon viele Jahrzehnte auf dem Buckel. Der Boden, die Beleuchtung, die Schaufensterfront und die Inneneinrichtung müsste modernisiert werden. Zudem suchen Filialisten ebenerdige Räume. Die Vermietung von Geschäften, die sich über mehrere Etagen erstrecken, ist schwierig“, so Trösser. Mit der Konkurrenz der modernen Mall-Flächen könnten beide Gebäude nur vermarktet werden, wenn die Vermieter vorher investierten.

Trösser könnte sich vorstellen, dass die Erdgeschossflächen an Textilfilialisten vermietet werden. Im Untergeschoss könnte ein Lebensmitteldiscounter einziehen. Für die oberen Etagen kämen als Nutzer ein Garni-Hotel oder Hostel beziehungsweise ein Fitnessstudio in Frage. In anderen Städten gebe es vergleichbare Konzepte, so die Immobilienmaklerin.