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Düsseldorf: „Die Grüne Stadt“ – 2. ausgewählter Ideenort

Ein einziger Baum produziert mit 13 kg Sauerstoff pro Tag den Durchschnittsverbrauch von etwa 10 Menschen und verbraucht dabei 18 kg Kohlendioxid. Er verdunstet jeden Tag 400 Liter Wasser und filtert feine Stäube aus der Luft.

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Ganz schön produktiv so ein Baum. Leider sehen Städte, Privatpersonen oder Unternehmen in Grünflächen in erster Linie einen Kostenfaktor. Seit September 2003 gibt es das Forum „Die grüne Stadt“. Es setzt sich für mehr Grün in den Städten ein, um die Lebensqualität zu steigern. Es geht dabei um ein ausgewogenes Verhältnis von Verkehr, Kultur, Tourismus, Wirtschaft und städtischem Grün.
Am 14. Februar ist „Die grüne Stadt“ der ausgesuchte Ort im Land der Ideen. Aus diesem Grund organisiert das Forum in Düsseldorf ein Symposium zum Thema „Grün in der Stadt“ und pflanzt symbolisch einen Baum.
„Grün“ als Wort oder Adjektiv betrachtet, ist nicht nur eine Farbe, sondern bezeichnet auch den Gegensatz zu trocken oder verwelkt, im Sinne von jung, sprießend oder wachsend. Kein Wunder, dass Grün allgemein als Farbe der Hoffnung gilt. Eine Stadt mit dem Zusatz „grün“ bringt viele Vorteile, die leider häufig übersehen werden.
Das Forum „Grüne Stadt“ sammelt Forschungsergebnisse und Studien, die sehr deutlich zeigen, wie wichtig „grün“ im Lebensraum der Menschen ist. So belegen die Untersuchungen, dass Pflanzen am Arbeitsplatz Gesundheitsbeschwerden lindern. Husten nimmt um 40 Prozent ab, Ermüdungserscheinungen um 35 Prozent und Erkältungsbeschwerden reduzieren sich um 33 Prozent. Ebenfalls interessant ist, dass Krankenhauspatienten, die ins Grüne blicken, schneller entlassen werden und seltener nach Schmerzmittel fragen. Das bedeutet eine Kostenreduzierung in diesem Bereich von fast 10 Prozent. Damit wird aus dem grünen Umfeld ein ökonomischer Faktor.
Keiner möchte gerne in einer Betonwüste wohnen oder in Zahlen ausgedrückt: 70 Prozent der Menschen bevorzugen eine Wohnung im Grünen. Untersuchungen zufolge kosten vergleichbare Immobilien im grünen Umfeld 30 Prozent mehr. Es wird auch darauf hingewiesen, dass dort die soziale Kontrolle besser funktioniert, Belästigungen und Vandalismus kommen seltener vor.
Auch im Arbeitsumfeld ist „Grün“ ein wichtiger Faktor
Pflanzen sind sowohl in den öffentlichen als auch in den privaten Lebensbereichen wichtig, egal ob draußen oder drinnen. Viele Menschen wissen, den kleinen Garten oder den eigenen Balkon zu schätzen. Die meiste Zeit verbringen sie jedoch in geschlossenen Räumen und davon einen beachtlichen Teil am Arbeitsplatz. Plants for People ist eine Organisation, die in enger Verbindung zum Forum „Die grüne Stadt“ steht und hauptsächlich über die Wohlwirkung von Pflanzen in der Arbeitsumgebung informiert.
Die Zeiten, in denen der Luftaustausch durch das Öffnen der Fenster reguliert wird, sind in vielen Büros vorbei. Heute übernehmen Klimaanlagen und Heizungen das optimale Raumklima. Doch leider nicht immer optimal, denn die Luftfeuchtigkeit liegt meist unter 30 Prozent. Dabei wären 40-60 Prozent erforderlich, um Atemwegserkrankungen zu reduzieren. Auch hier können Pflanzen helfen. Pflanzen mit großer Blattfläche, wie Zyperngras, Zierbanane oder Zimmerlinde verdunsten sehr viel Wasser und erhöhen somit die Luftfeuchtigkeit.
Eigentlich weiß es jeder Arbeitgeber, „grüne Kollegen“ im Büro heben die Stimmung, mindern den Stress und steigern die Leistungsfähigkeit. Trotzdem wird dieses Potenzial oft unterschätzt. Dabei leisten Pflanzen viel. Sie produzieren nicht nur Sauerstoff für eine bessere Leistungsfähigkeit und Wasserdampf für freie Atemwege. Menschen empfinden Räume mit höherer Luftfeuchtigkeit als angenehmer und wärmer. Die Wohlfühl-Raumtemperatur liegt daher um 2-3 Grad niedriger, wodurch die Energiekosten gesenkt werden können.
Es dauert nicht mehr lange und mit dem Frühling erwacht auch wieder das erste zarte Grün der Bäume und mancher Blumen. Es ist an der Zeit, sich bewusst zu machen, wie sehr unsere Lebensqualität von diesem Grün abhängt.

Text: Iris Schuler
Fotos: Presseportal www.die-gruene-stadt.de