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Dresden rückt stärker ins Visier internationaler Investoren

Jan Frintert von der Textwerkstatt Dresden führte ein Interview mit den Citymakler Herrn Marko Häbold.

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Herr Häbold, das erste Quartal 2007 ist nun vorbei, Zeit einmal Bilanz für 2006 zu ziehen. Wie hat sich der Wohnungs- und Immobilienmarkt im vergangenen Jahr in Dresden entwickelt?
Die Anzahl der Transaktionen sind gestiegen. Insbesondere die Verkäufe im Anlagesegment, also Mehrfamilienhäusern oder vermieteten Wohnungen, haben sich zirka verdoppelt. Das liegt auch daran, dass sich ausländische Investoren derzeit sehr stark für deutsche Wohnimmobilien interessieren. Die Nachfrage nach privat genutzten Kauf- oder Mietobjekten hat sich ebenfalls auf einem guten Niveau stabilisiert. Dort gab es allerdings keine so massiven Steigerungen wie bei Investmentimmobilien.

Inwiefern hat sich der Verkauf der Woba an den Investor Fortress auf den Dresdner Markt ausgewirkt, ist es durch die Privatisierung zu gravierenden Preissteigerungen gekommen?
Ich würde sagen, dass der Fortress-Deal eine Art Signalwirkung auch für weitere Investoren hatte. Dresden ist damit stärker in das Visier der internationalen Großinvestoren gerückt. Möglicherweise ist dadurch die Nachfrage nach Kaufimmobilien in Dresden allgemein gestiegen, was natürlich zu einer Erhöhung der Kaufpreise führt. Für Mieter bedeutet das mittelfristig eine erhöhte „Gefahr", Mietsteigerungen zu erhalten. Denn bei höheren Kaufpreisen müssen die Investoren die Ertragslage der Immobilien verbessern, um weiterhin die Rendite zu sichern. Da sind Mieterhöhungen ein zumindest kurzfristig wirksames Mittel.

Entwickelt sich der Dresdner Wohnungsmarkt langsam von einem Mieter- zu einem Vermietermarkt?
Da muss man stark hinsichtlich Lage und Ausstattung der Wohnung differenzieren. Insbesondere der Stadtteil und die direkte Umgebung sind maßgeblich für eine schnelle Vermietung. In stark von Mietern nachgefragten Gebieten wie Striesen, Südvorstadt, Neustadt oder Loschwitz ist es oft so, dass mehrere Bewerber für eine Wohnung vorhanden sind. Dort sitzt dann der Vermieter hinsichtlich Preisgestaltung und Mieterauswahl am längeren Hebel. In mittleren oder einfachen Wohnlagen oder bei weniger nachgefragten Wohnungstypen sind aber die Mieter nach wie vor in einer guten Verhandlungsposition.

In letzter Zeit werden immer häufiger Maklerprovisionen auch für Mieter fällig. Wird das in Dresden, wie in anderen Städten auch, bald Normalität sein? Und wie viel Maklerprovision ist eigentlich statthaft?
Auch dort kommt wieder das Prinzip von Angebot und Nachfrage zum tragen. Wenn mehrere Bewerber für eine Wohnung vorhanden sind oder das Objekt sehr leicht zu vermieten ist, zahlt der Eigentümer dem Makler natürlich keine oder nur sehr wenig Provision. In der Folge wird der Makler sein Honorar beim Mieter berechnen. Diese Methode ist in anderen Städten ganz üblich, lediglich seit Ende der 90er Jahre, als Dresden oder andere ostdeutsche Städte hohe Leerstände hatten, wurde die Mieterprovision seltener. Da aber nun die Nachfrage, insbesondere nach guten Lagen und bestimmten Wohnungstypen, wieder anzieht, muss der Mieter Provision mit einkalkulieren. Üblich ist in Dresden ca. eine Kaltmiete, mehr als zwei Kaltmieten wären ungesetzlich und müssen keinesfalls bezahlt werden.